Welche Vögel überwintern in Deutschland?

Es ist allgemein bekannt, dass viele Vogelarten in Deutschland zu den Zugvögeln gehören und die kalte Jahreszeit in warmen und südlichen Gebieten der Welt verbringen. Da ich die Vögel in meinem Garten über den Winter unterstützen möchte stellt sich mir nun die Frage: Welche Vögel bleiben im Winter bei uns? Und:  Welche Vögel werde ich im Winter in meinem Garten sehen? Ich habe etwas recherchiert und möchte dir in diesem Artikel zeigen, welche Vögel im Winter in Deutschland bleiben und was der Winter für diese Vögel bedeutet.

Die meisten Vögel verlassen Deutschland im Herbst, um in den Süden zu ziehen und dort den Winter zu verbringen. Doch es gibt auch Vögel, die hier bei uns bleiben. Man nennt sie Stand- und Wintervögel.

Die folgenden heimischen Vogelarten überwintern in Deutschland und sind daher typische Wintervögel: Die Amsel, das Rotkehlchen, der Haussperling, der Bergfink und Buchfink, die Blaumeise und Kohlmeise oder der Specht.

Aufgrund der Klimaerwärmung bleiben aber immer mehr Vogelarten den Winter über in Deutschland. Die Mönchsgrasmücke oder der Hausrotschwanz waren vor einigen Jahren noch typische Zugvögel. Nun überwintern sie in Deutschland, denn mildere Temperaturen sowie kürzere Frost- und Schneeperioden, ermöglichen es ihnen, auch hier zu überleben. Aber warum überwintern diese Vögel nun in Deutschland? Nun, für die Vögel bedeutet ein Bleiben, dass sie früher im Brutgebiet sind und die besten Reviere und Brutplätze besetzen können.

Rotkehlchen im Winter
Rotkehlchen im Winter

Welche Vögel kommen im Winter nach Deutschland?

Ihr wundert euch im Winter über einige seltsame Vögel in eurem Garten, die ihr zuvor noch nicht gesehen habt? Das hat einen Grund, denn einige Vögel kommen im Winter nach Deutschland und wählen unsere Region als Überwinterungsquartier. Außerdem gibt es einige Vogelarten die in Deutschland einen kurzzeitigen Zwischenstopp auf ihrem Weg in den Süden und wieder zurück in den Norden einlegen. Beispiele für Vogelarten die im Winter nach Deutschland kommen sind einige Drosselarten wie die Wacholderdrossel oder die Rotdrossel, der Seidenschwanz, der Bergfink und die Nonnengans.

Der Seidenschwanz im Winter
Der Seidenschwanz im Winter

Wo leben Vögel im Winter?

Generell halten sich Vögel im Winter eher in den Städten und Dörfern auf, da sie hier einfach bessere Überlebenschancen haben als auf dem Land. Das heißt gerade im Winter, können wir einige Vogelarten in unserem Garten beobachten. Vor allem, wenn wir ihnen mit ein paar einfachen Maßnahmen helfen, den Winter gut zu überstehe.

Die Temperatur in besiedelten Gebieten liegt um einige Grad höher als im Umland. Das hat auch den Vorteil, dass die Gewässer nicht so schnell frieren – denn auch ein Vogel braucht Trinkwasser! Außerdem gibt es in der Stadt so einige Nahrungsquellen für die Vögel: Müll und Abfall, Komposthaufen oder Vogelhäuschen und Futterstellen in privaten Gärten.

Wo übernachten Vögel im Winter?

Die meisten Vögel übernachten im Winter in Gebüschen, auf Ästen sowie auf Baumstämmen. Manche Vogelarten wie die Kohlmeise, schlafen auch gerne in Nischen, Hohlräumen, Baumhöhlen und Nistkästen.

Interessant dabei ist auch die Frage, wie Vögel im Winter schlafen. Amseln und Meisen schlafen beispielsweise ganz allein. Die Zaunkönige hingegen bilden Schlafgemeinschaften und kuscheln sich aneinander – so können sie Energie sparen. Auch Dohlen und der Spatz, übernachten im Schwarm. Sie fliegen am Abend zusammen zu einem bestimmten Schlafplatz und wärmen sich gegenseitig. Häufig kann man das in Parkanlagen beobachten.

Viele Vögel schlafen im Sitzen. Es gibt aber auch Vogelarten, die legen sich zum Schlafen hin. Viele Wasservögel (Entenvögel) schlafen schwimmend auf dem Wasser oder sie stehen im flachen Wasser. Aber es wird noch verrückter: Es gibt auch Vögel, die schlafen in der Luft, während sie fliegen! Ein Beispiel hierfür ist der Mauersegler. Zudem gibt es Vögel die unter der Erde schlafen, wie die Uferschwalbe und der Steinkauz.

Schlafende Ente
Schlafende Ente

Wie halten sich Vögel im Winter warm? 

Vögel sind gleichwarme Tiere (genau wie wir Menschen). Das bedeutet sie müssen ihre Körpertemperatur aufrechterhalten. Diese liegt normalerweise bei 38 bis 42 Grad. Nun stellst du dir vielleicht die Frage: Wie schützen sich die Vögel eigentlich vor der Kälte und warum erfrieren sie nicht? Schließlich sind sie die ganze Zeit draußen und können sich nicht, wie wir Menschen in ein warmes Haus zurückziehen.

Vögel haben ein paar ziemlich coole Tricks, wie sie sich im Winter warmhalten können. So plustern sie beispielsweise ihr Gefieder auf, bis sie wie eine kleine Federkugeln aussehen. So wird die warme Luft zwischen den Federschichten gespeichert und der Körper warmgehalten. Mit dieser Kugelform verringern sie außerdem ihre Körperoberfläche, so dass weniger Wärme verlorengeht.

Außerdem machen sich Vögel die Sonne zu Nutze und nehmen regelrechte Sonnenbäder. Denn die dunklen Stellen ihres Gefieders nehmen etwa 80 Prozent der Sonnenwärme in den Körper auf, statt sie zu reflektieren – das ist ziemlich smart oder?

Und wenn es doch mal extrem kalt wird, dann können die Vögel in einer Art Starre verfallen. In diesem Zustand fährt der Stoffwechsel herunter und sie verbrachen so weniger Energie.  

Um sich über Winter warum zu halten ist aber natürlich die Energiezufuhr über die Nahrung das A und O. Denn ohne Futter – keine Energie – keine Wärme. Daher passen die Vögel ihre Nahrung über den Winter an.

Wie ernähren sich Vögel im Winter?

Im Winter werden die Tage bekanntlich kürzer und die Nächte länger. Somit haben die Vögel weniger Zeit für die Nahrungssuche zur Verfügung. Hinzu kommt, dass Schnee und Kälte häufig einen Nahrungsengpass bedeutet und die vertraute Nahrung nur noch eingeschränkt zur Verfügung steht. Aber wie ich ja schon geschrieben hatte: Nahrung ist die wichtigste Energiequelle für Vögel und die darf im Winter nicht fehlen!

Gerade für die Singvögel in eurem Garten kann der Winter sehr hart sein. Sie müssen tagsüber bis zum Sonnenaufgang so viel gefressen haben, dass sie ausreichend Brennstoff für die Nacht zur Verfügung haben. Morgens müssen sie gleich wieder los und in kurzer Zeit möglichst viel energiereiche Nahrung. Das ist richtig anstrengend für die Vögel.

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Viele Vögel, die eigentlich Insektenfresser sind, wie Meisen oder Kleiber, stellen daher ihre Nahrung um und fressen nun auch Samen, Nüsse und Körner. Dieses Futter stellt eine fettreiche und energiereiche Alternative zu den Insekten dar. Beeren und Früchte, die im Herbst an den Bäumen und Büschen gereift sind werden nun vermehr gefressen.

Einige Vogelarte legen außerdem Vorratsspeicher an (ob sie sich das bei den Eichhörnchen abgeguckt haben?) Eichelhäher vergraben zum Beispiel Eicheln im Boden. Haubenmeisen verstecken Samen und Kerne in Rindenspalten. Am Ende muss natürlich alles wieder gefunden werden.

Brauchen Vögel im Winter Wasser?

Diese Frage mag euch vielleicht auf den ersten Blick etwas komisch erscheinen, denn im Winter sollte ja eigentlich genug Wasser zur Verfügung stehen. Dies ist aber oftmals nicht der Fall. Vor allem wenn die Temperaturen unter 0 Grad sinken und Frost einsetzt, sind seichte Wasserquelle oftmals zugefroren.

Vögel brauchen nicht nur im Winter sondern das ganze Jahr über Wasser. Nicht nur zum Trinken, sondern auch zum Baden!

Im Winter Vogeltränken aufzustellen ist also sehr wichtig. Möchtet auch ihr Vögel im Winter Wasser zur Verfügung stellen, gebe ich euch hier einige Tipps and die Hand:

Tipps für deine Vogeltränke

  1. Füllt warmes Wasser ein, denn dann friert es nicht so schnell zu
  2. Eine alte Bratpfanne als Vogeltränke ist winterfest
  3. Legt einen Stein in die Mitte eurer Vogeltränke. Diesen können die Vögel als Landefläche nutzen
  4. Friert das Wasser doch mal relativ schnell zu, könnt ihr noch ein paar Äpfel in den Garten lege. Obst hat generell viel Flüssigkeit und wird gerne angenommen
  5. Reinigt die Vogeltränke regelmäßig! Sonst können die Vögel Infektionen bekommen

Vögel füttern im Winter

Wir Menschen können den Tieren in unserem Garten durch die Winterfütterung über die schwierige Zeit helfen. Das gilt nicht nur für Vögel, sondern auch beispielsweise für Eichhörnchen. Bitte beachtet aber: Wenn ihr einmal mit dem Füttern angefangen habt, dürft ihr nicht mehr damit aufhören! Die Tiere haben sich daran gewöhnt und verlassen sich auf das Futter. Wird das Füttern plötzlich eingestellt, könnten die Tiere verhungern. Erst wenn die Temperaturen wieder milder werden, könnt ihr mit der Fütterung aufhören. Hier findet ihr noch mehr Hinweise und Tipps zur Vogel-Fütterung, die ihr unbedingt beachten solltet.

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