Der Buchfink – Steckbrief

Der Buchfink ist ein kleiner, lebhafter Vogel mit einem schönen Gesang, der zu den beliebtesten heimischen Vögel. Er ist etwa so groß wie der Haussperling, insgesamt jedoch schlanker. Der männliche Vogel hat außerdem ein prächtiges, buntes Federkleid. Hier stechen vor allem seine rosarote Unterseite und sein blaugrauer Kopf hervor. Im Frühjahr nimmt die im Winter verblasste Färbung dann sogar noch zu. Zu dieser Zeit beginnen die Männchen auch damit, ihre relativ großen Brutreviere zu besetzen, die sie gegen Konkurrenten verteidigen. Außerdem lassen sie häufig ihren Ruf erschallen, der paarungswillige Weibchen anlocken soll. Vom Bergfinken unterscheidet sich der Buchfink durch seine weiße Schwanzaußenkante, welche im Flug besonders gut zu sehen sind.

Der Buchfink gehört zu den Singvögeln. Am liebsten ruft er von einem erhöhten Platz aus. Besonders an seinem Gesang ist, dass dieser je nach Region einen eigenständigen Dialekt aufweist. Buchfinke lernen nämlich von anderen Männchen beziehungsweise von ihren Vätern. So kommen beispielsweise von deutschland bis nach Jugoslawien neun verschiedene Dialekte vor. Außerdem wird dem Buchfinken die Fähigkeit nachgesagt, mit seinem sogenannten „Regenruf“ das Wetter vorherzusagen.

Der Buchfink ist außerdem ein äußerst schlauer Vogel. Als Nistplatz wählt er meist die direkte Nähe zu seinen Feinden wie bspw. dem Sperber. Denn die Raubvögel gehen nicht in der Nähe ihres eigenen Brutplatzes jagen, sodass sich der Buchfink in der Nähe sicher fühlt.

 

 

 

Allgemeine Fakten

Klasse

Vogel

Ordnung

Sperlingsvögel

Unterordnung

Singvögel

Gattung

Edelfinken

Familie

Finken

Art

Buchfink

Bestand

Nicht gefährdet

Lebenserwartung

Bis zu 5 Jahre / in Gefangenschaft bis zu 10 Jahre

Gewicht

18 – 25 g

Größe

14 – 16 cm

Äußere Merkmale

Federkleid

Oberseite: Kastanienbraun, weißer Schulterfleck

Unterseite: bräunlich-rosa bis rotbraun

Kopf: graublau / bräunlich-grau

 

Flügel: weiße Flügelbinden

Körperbau

klein

Schnabel

stahlblau

Füße

fleischfarben

Flügelspannweite

21 – 25 cm

Leben und Verhalten

Vorkommen

Europa, Nordafrika, Westasien

Lebensraum

Wälder, Dickichte, Hecken, Gärten und Obstanbauflächen

Brutplatz

Astgabeln, dichte Sträucher

Lebensweise

Standvogel / Kurzstreckenzieher

Verhalten

Tagesaktiv

Besonderheiten

pickt mit schnellen rhythmischen Kopfbewegungen am Boden nach Futter

Stimme

Vielfältiges Repertoire an Rufen, laut und schmetternd

Flugart

wellenförmig

Fähigkeiten

Wettervorhersage

Nahrung

Pflanzliche Nahrung

u.a. Bucheckern, Sämereien, Beeren

Tierische Nahrung

u.a. Insekten, Spinnen, Raupen, Larven

Fortpflanzung

Paarungszeit

April bis Juni

Eiablage

4 – 5 Eier

Brutdauer

11-13 Tage

Aufzucht

14 Tage  

Bedrohung

Natürliche Feinde

Parasiten, Sperber, Katze, Falke, Elster, Wiesel, Rabenvögel

Mensch

Reduktion des natürlichen Lebensraums, Abholzung der Wälder, Insektizide, Pestizide

Natur

Wetter, Infektionskrankheiten, Klimawandel

Aussehen des Buchfinken

Wie bereits geschildert sticht vor allem der männliche Buchfink durch ein farbenfrohes Federkleid hervor. Er hat einen taubenblauen Kopf und Nacken sowie weiße Flügelbinden. Die Unterseite ist rosarot und der Bürzel ist bei beiden geschlechtern olivgrün. Die Brust ist beim Männchen rotbraun und beim Weibchen graubraun. Der Schnabel des männlichen Buchfinken ist zur Brutzeit blau, ansonsten hornfarben.

Die Buchfinken aus Nordafrika sind in ihrer Färbung um einiges hellerund wirken aus der Ferne fast bläulich.

Du möchtest wissen, welche bunten Vögel es in Deutschland noch gibt? Dann schau doch mal hier vorbei: Bunte Vögel in Deutschland

Verbreitungsgebiet des Buchfinken

Der Buchfink gilt als der häufigste Vogel Eruopas und denn sein Verbreitungsgebiet erstreckt sich über ganz Europa (mit Ausnahme Nordskandinaviens) über Teile Sibiriens, des Vorderen Orients und Nordafrikas. Er lebt am liebsten in Wäldern, Parkanalgen, Feldgehölzen, dichten Alleen, Friedhöfen und in unseren Gärten – Voraussetzung ist ein üppiger Baum- und Strauchbestand.

Es gibt sogar Vögel, die sich in den Großstädten dauerhaft niedergelassen haben, denn der Buchfink ist ein äußerst anpassungsfäher Vogel.

Brutverhalten des Buchfinken

In Mitteleuropa und damit auch in Deutschland ziehen Buchfinken jährlich zwei Bruten auf: von April bis Juni. Bereits im Februar kann man die männlichen Buchfinke mit ihrer laut schmetternen, abfallenden und sich wiederholenden Strophe hören. Auch der sogenannte Finkenschlag ist ein typisches Verhalten der Männchen. Der Finkenschlag dient der Markierung der Reviergrenzen.

Das Buchfinkennest ist ein kleines Meisterwerk. Es wird aus weichen Materialien wie Gräsern, Moos, Haaren und Federn gebaut und meist in einer Astgabe etwa 10 Meter über dem Boden platziert. Außen ist der tiefe Napf mit Flechten und Moos getarnt, innen dagegen fein ausgelegt mit Federn und Haaren. In den noch kalhen Bäumen kann man mit etwas Glück das Weibchen beim Nestbau beobachten. es nestelt mit dem Schnabel, drückt mit der brust und scharrt mit den Beinen.

Das Weibchen legt in der Regel 4-6 hellbraune Eier mit charaktristischen braunen „Brandflecken“, die innerhalb von 14 Tagen ausgebrütet werden. Anschließend werden die Jungen von beiden Eltern mit tierischer Nahrung wie Würmern, Spinnentieren sowie Insekten und deren Larven, versorgt.

Nach etwa zwei Wochen sind die Jungen flügge und beginnen Samen und beerenartige Früchte zu fressen. Die Ernährung gleich damit der der Altvögel. Von en Frühjahrsbruten gehen leider sehr viele zugrunde, weil die noch nicht voll belaubten Bäume keinen guten Sichtschutz bieten und die kleinen Vögel oft den Nesträubern zum Opfer fallen.

Buchfinkweibchen
Buchfinkweibchen

Zugverhalten des Buchfinken

Die Buchfinken Skandinaviens, Osteuropas und Sibiriens ziehen im Herbst in südlichere Gebiete um den kalten Winter in ihrer Heimat zu entkommen. Die Buchfinken in Mitteleuropa und damit auch in Deutschland zählen allerdings nicht zu den Zugvögeln sondern bleiben über Winter in ihrer Heimat. Sie formieren sich stattdesen zu „Junggesellentrupps“, die im Winter häufig gemeinsam mit Bergfinken umherziehen. Sobald jedoch der Frühling naht, zerfallen diese gemeinschaften sehr schnell.

Ernährung des Buchfinken

Der Buchfink ist ein Körnerfresser, das heißt, er ernährt sich zumindest im Winter hauptsächlich von Samen, die er mit einem kurzen und kräftigen Schnabel enthülst. Die Jungen werden aber mit Insekten aufgezogen. sie benötigen eiweißreiche Nahrung, wie die meisten körnerfressenden Singvögel in der Zeit des Wachstums auch.

In diesem Artikel erfährst du mehr über die Nahrung von Vögeln: Was dürfen Vögel nicht fressen?

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