Meisenarten im Überblick – Unsere heimischen Meisen

Meisen zählen zu den häufigsten Gartenvögeln in Deutschland doch die Unterscheidung der einzelnen Arten ist nicht immer einfach. Bei uns gibt es viele verschiedene Meisenarten, die sich alle sowohl vom äußeren Erscheinungsbild als auch in ihrer Lebensweise voneinander unterscheiden. Aber nicht immer kann man eine Meisenart auf den ersten Blick erkennen. Besonders knifflig ist beispielsweise die Unterscheidung von Tannen-, Sumpf- und Weidenmeise denn alle drei haben schwarz-weiße Federn. Auch die Abgrenzung einer Kohlmeise von einer Tannenmeise ist nicht immer einfach.

In diesem Artikel möchten wir euch daher die häufigsten Meisenarten kurz vorstellen und ihre jeweiligen Unterscheidungsmerkmale herausstellen. Dieser Artikel soll euch außerdem einen Überblick über Meisenarten geben, denn Meisen gehören zu unseren häufigsten heimischen Vogelarten.

Aussehen und Lebensweise von Meisen

Die Familie der Meisen hat so einige bekannte Arten, die wohl jeder schon einmal in seinem Garten gesehen hat. Sie gehören zur Ordnung der Sperlingsvögel und dort zur Unterordnung der Singvögel. Insgesamt umfasst die Familie 52 Arten.

Alle Meisenarten leben am liebsten in Gegenden mit viel Baumbestand. Vom Aussehen her sind sie alle klein und gedrungen und haben einen kräftigen Schnabel, mit dem nach Futter im Gehölz suchen und Körner vom Boden picken können. Meisen sind außerdem hervorragende Kletterer – sie können sogar Kopfüber an einem Ast entlanglaufen.

Generell bevorzugen Meisen Körner und Sämereien. Während des Winters und für die Aufzucht der Brut fressen sie aber auch Insekten wie bspw. Mehlwürmer. Die kleinen Vögel sind außerdem äußerst anpassungsfähig und viele Meisenarten leben in der Nähe von Menschen. Daher sind Meisen auch ein häufiger Gast am Futterhäuschen oder an den nach ihnen benannten Meisenknödel.

Ein letztes typisches Merkmal der Meisenarten ist, dass sie alle Höhlenbrüter oder Baumbrüter sind. Das heißt sie suchen sich kleine Hohlräume in Wänden, Bäumen oder Felsspalten und nehmen daher auch gerne Nistkästen in Anspruch.

Meisen – das sind die häufigsten heimischen Arten

Wie bereits erwähnt gibt es insgesamt mehr als 50 verschiedene Meisenarten. Eine Aufzählung aller Arten wäre an dieser Stelle zu viel. Daher möchten wir euch im Folgenden die häufigsten Meisen in Deutschland vorstellen und zu jeder Meisenart eine kurze Beschreibung geben.

Die folgende Aufzählung erhält auch drei Vögel, die zwar alle den Namen Meise im Namen tragen, aber eigentlich gar nicht zur Familie der Meisen zählen. Hierzu gehört die Schwanzmeise, die Beutelmeise und die Bartmeise.

Die Blaumeise

Die Blaumeise gehört zu den häufigsten heimischen Vogelarten und ist einer der beliebtesten Vögel im Garten. Sobald du eine Futterstation errichtet hast, wird die Blaumeise mit Sicherheit einer der ersten Gäste sein. Obwohl ihr bevorzugter Lebensraum Laubwälder sind, ist diese Vogelart sehr anpassungsfähig, weshalb sie auch vermehrt in städtischen Gebieten lebt. Der kleine hübsche Vogel ist nur etwa 12 cm lang und wiegt gerade einmal 11 Gramm. Die Lebensdauer der Blaumeise beträgt in der Regel 2-3 Jahre, aber sie können auch länger überleben. In Gefangenschaft angeblich bis zu 21 Jahren.

Blaumeisen sind sehr leicht an ihrer azurblauen Krone und ihrer leuchtend gelben Brust zu erkennen. Außerdem haben sie eine charakteristische schwarze Linie, die durch das Auge verläuft. Ein weißer Rand umgibt die blaue Krone, während der Rücken eine grünliche Farbe mit gelber Färbung auf dem Hinterteil hat. Zwischen den Geschlechtern gibt es kaum Unterschiede, aber der männliche Vogel hat tendenziell ein kräftiger gefärbtes Gefieder und das Blau auf dem Kopf ist besser sichtbar.

Blaumeisen sind das ganze Jahr über zu beobachten. Außerhalb der Brutzeit können Blaumeisen sehr gesellig sein und sich in kleinen Gruppen zusammenschließen, zu denen häufig auch andere Meisenarten gehören. Fast immer aktiv und sehr geschickt, können sie sich an Wänden, Zäunen und anderen Strukturen im Garten festhalten, um versteckte Insekten und andere wirbellose Tiere zu finden. Während sie sich im Sommer hauptsächlich von kleinen Insekten, Raupen, Spinnen und wirbellosen Tieren wie Tausendfüßlern ernähren, passen sie ihre Ernährung im Winter an und werden zu Körnerfresser. Sehr gerne mögen sie zu dieser Jahreszeit Meisenknödel, die du ganz einfach in deinem Garten zur Verfügung stellen kannst.

Du bist dir nicht sicher, was Vögel fressen dürfen und was nicht? Dann schau doch mal hier vorbei: Was dürfen Vögel nicht fressen?

Die niedlichen Vögel nisten am liebsten in kleinen Löchern in Bäumen oder auch in Nistkästen, die man ganz einfach im Garten anbringen kann. Blaumeisen legen in der Regel einmal im Jahr, gegen Ende April, zwischen 7 und 13 Eier. Die Brutzeit beträgt circa 15 Tage. Nach dem Schlüpfen verbringen die Küken etwa 3 Wochen im Nest, bevor sie flügge werden.

Du möchtest Meisen in deinen Garten locken? Dann stelle ihnen doch einfach Futter bereit. In diesem Artikel erfährst du was Meisen fressen.

Ein Vogelfutterhaus kannst du auch ganz einfach selbst bauen. Hier findest du eine Anleitung für ein hübsches Futterhaus mit Dach.

Die Kohlmeise

Die Kohlmeise ist mit einer Länge von 12,5 bis 14 cm das größte Mitglied der Meisenfamilie. Ihr Aussehen ist sehr charakteristisch: Sie haben eine zitronengelbe Brust, eine blau/schwarze Krone sowie einen schwarzen Kopf und Hals. Die Männchen neigen dazu, eine intensivere Färbung zu haben als die Weibchen. Die Kohlmeise ist etwas kräftiger und größer als die Blaumeise.

Auch dieser kleine Vogel ist in Deutschland weit verbreitet und oft an Futterstellen zu sehen. Sie ist sigar die größte in deutschen Gärten vorkommende und am häufigsten zu beobachtende Meisenart. Die Kohlmeise lebt sowohl in Misch- und Laubwäldern, Parkanlagen, Streuobstwiesen als auch in Gärten, die einen umfangreichen Gehölz- beziehungsweise Heckenbestand aufweisen. Hier sind sie oft ein nützlicher Besucher, denn sie fressen Schädlinge wie Insekten, Maden oder Spinnen.

Kohlmeisen sind sehr anpassungsfähige und faszinierende Vögel. Im Sommer fressen sie hauptsächlich tierische Nahrung. Sobald es Herbst wird, integrieren sie zunehmend Früchte, Nüsse und Sämereien in ihr Nahrungsrepertoire. Im Winter bleiben die Kohlmeisen meist in ihren Brutgebieten und bilden mit anderen Meisenarten kleinere Schwärme, um gemeinsam nach Futter zu suchen. In der kalten Jahreszeit nehmen sie vor allem Meisenködel, Futterringe, gefüllte Futterhäuschen oder ungesalzene Fettstücke dankend an.

Solltest du Vögel auch im Sommer füttern?

Kohlmeisen brüten normalerweise in einer Baumhöhle oder -wand, nutzen aber auch extra für sie bereitgestellte Nistkästen. Dort bauen sie aus wichen, pflanzlichen Materialien und Federn ein weiches Nest, in welches etwa 8-10 Eier gelegt werde. Aus diesen schlüpfen nach ca. 12-15 Tagen die Nestlinge, die anschließend bis zu drei Wochen von beiden Eltern mit tierischer Nahrung (kleinen Insekten) versorgt werden. 

Kohlmeisen sind bekannte Nachahmer und besitzen ein breites Repertoire an Lauten und Gesängen.

Das auffällige schwarze Brustband der Kohlmeisen dient als Statuszeichen. Vögel mit breiteren Streifen scheinen dominanter zu sein. Vögel die in der Rangordnung niedriger sind, werden zu weinger ertragreichen oder gefährlicheren Futterstellen verdrängt.

Der Gesang der Kohlmeisse ist sehr umfangreich und variable. Oft hört man sie auch an sonnigen Wintertagen. Die Strphen bestehen aus mehrfach wiederholten Motiven. Auch die Rufe sind sehr vielseitig.

Die Tannenmeise

Aufgrund ihres schwarzen Kopfes und den weißen Wangen gilt die Tannenmeise als Doppelgängerin der Kohlmeise, denn die beiden Vögel sehen sich zum Verwechseln ähnlich. Der markanteste Unterschied zwischen den beiden Arten besteht jedoch in der Färbung der Unterseite, welche bei der Tannenmeise eher beige statt gelb ist. Des Weiteren ist bei der Kohlmeise die Hinterhaupts- und Nackenfärbung einheitlich schwarz. Die Tannenmeise hingegen besitzt einen breiten weißen Längsstreifen, der sich deutlich vom restlichen Nackengefieder abhebt. Außerdem fehlt ihr der dunkle Längsstreifen an der Unterseite.

Tannenmeisen sind in etwa so groß wie Blaumeisen also nur etwa 10 -11 cm. Ihr Kopf ist schwarz, häufig mit einer kleinen Haube. Der Nacken und die Wangen sind weiß. Die Oberseite des Gefieders ist bleigrau, und die Unterseite ist graubeige.

Die Tannenmeise überwintert fast immer in ihren Brutgebieten. Wie die anderen Meisen auch, brütet die Tannenmeise ebenfalls in kleinen Höhlen. Falls sie keine geeignete Bruthöhle findet, nutzt sie auch verlassene Mäusebauen. Auch sie legt 8-10 Eier, aus denen nach 15 Tagen die Nestlinge schlüpfe. Versorgt werden die Kleinen ebenfalls mit tierischer Nahrung.

In der Nahrung der Tannenmeisen stellen auch Sämereien, allen voran die Samen von Nadelbäumen einen wichtigen Bestandteil der Nahrung dar.

Vogelschutz – Wie du Vögel schützen kannst

In der Konkurrenz mit anderen Meisenarten steht die Tannenmeise am unteren Ende der Hierarchie. Oft werden Tannenmeisen von Kohlmeisen oder Blaumeisen an der Futterstelle verdrängt.

Die Haubenmeise

Die Haubenmeise verdankt ihrem Namen der kleinen, auf dem Scheitel befindlichen grau-schwarzen Federhaube. Ihr Kopf ist ebenfalls schwarz-grau-weiß gemustert. Der kleine Vogel mit der graubraunen Oberseite und der weiß – hellbraunen Unterseite ist gerade einmal 11,5 cm lang und wiegt etwa 10-13 Gramm.

Das Verbreitungsgebiet dieses Vogels erstreckt sich auf große Teile Europas und Westsibiriens. Am liebsten lebt die Haubenmeise in Nadelwäldern und seltener in Mischwäldern. In Gärten ist sie eher selten anzutreffen. Falls sie ihren Weg aber doch einmal in den Garten findet, dann meist im Winter, um nach Nahrung am Futterhäuschen zu fressen.

Die Haubenmeise brütet in kleinen Baum- Fels- oder Erdhöhlen und legt zwei Mal im -Jahr Eier. Nach einer Brutzeit von 13-15 Tagen schlüpfen die Nestlinge. Sie werden nun ausschließlich mit kleinen spinnen, Insekten sowie deren Larven und Eiern. In den Sommermonaten dominieren auch bei den Altvögel tierische Nahrungsquellen. Im Spätsommer beginnen sie dann aber auch immer mehr Sämereien, insbesondere von Nadelbäumen zu fressen.

Besonders ist, dass Haubenmeisen zahlreiche Samen als Vorrat in der Borke von Bäumen verstecken. Sie legen sich also einen Vorrat für schlechte Zeiten an.

Der Gesang der Haubenmeise besteht aus einer Aneinanderreihung von zwei sich abwechselnden Elementen: einem hohen „zizi“ und einem tieferen vibrierenden „djüdjüdjü“. Auch die Rufe bestehen aus variationen dieser beiden Elemente.

Die Sumpfmeise

Entgegen ihrem Namen lebt die Sumpfmeise nicht ausschließlich in Sumpfgebieten, sondern ist auch in trockenen Wäldern, an Waldrändern, in Feldgehölzen, in Parks, auf Streuobstwiesen oder auch in unseren Gärten. Ein weiterer Name für die Sumpfmeise ist Nonnenmeise.

Der kleine niedliche Vogel ist etwa 11-13 cm groß und die Oberseite des Gefieders ist mehrheitlich braun. Die Unterseite ist hell bis beige. Eine glänzend schwarze Kopflatte erstreckt sich von der Stirn bis in den Nacken. Die Wangen sind hell und der schwarze Kinnfleck ist schmal und deutlich abgegrenzt.

Während die meisten anderen Meisenarten pro Jahr fast immer zwei Bruten, manchmal sogar drei aufziehen, legt die Sumpfmeise nur einmal im Jahr Eier. Gebrütet wird aber ebenfalls in Baumhöhlen oder Nistkästen. Das Gelege besteht aus 5-10 Eiern und die Brutzeit beträgt 15 Tage.

Die Jungvögel der Sumpfmeise werden ebenfalls mit kleinen Insekten gefüttert. Die erwachsenen Vögel ernähren sich zum Teil aber auch von Samen, die im Sommer oft von Kräutern und Gräsern stammen. Im Winter bevorzugen die Sumpfmeisen fettreiche Sämereien, weshalb sie auch Meisenknödel liebend gerne annehmen.

Woher wissen Vögel, dass es Futter gibt?

Die Sumpfmeise ist sozusagen die Doppelgängerin der Weidenmeise. Letztere wirkt jedoch etwas kräftiger und hat außerdem auf jeder Flügeldecke eine helle, annähernd dreieckige Zeichnung. Darüber hinaus sind auch ihre Lebensräume unterschiedlich.

Die Weidenmeise

Wie bereits geschildert ähnelt die Weidenmeise mit ihrer matt schwarzen Kopfplatte stark der Sumpfmeise, bei der diese jedoch glänzt. Das beste Unterscheidungsmerkmal ist daher ihr Gesang. Bevorzugter Lebensraum der Weidenmeise sind Misch- und Nadelwälder vorzugsweise auf sumpfigem Grund und im Gebirge. In höheren Lagen lebt sie auch in Nadelwäldern.

Die Oberseite des Gefieders ist mehrheitlich braun und an die Außenfahnen der Armschwingen sind weiß gesäumt. Die Unterseite ist weißlich gefärbt, die Flanken sind eher beige. Der Kopf der Weidenmeise ist recht groß und sie hat weiße Wangen. Von der Stirn bis zum Nacken zieht sich eine matt schwarze Kopfplatte. Am Kinn befindet sich ein breiter dunkler Kinnfleck. Der kleine Vogel ist etwa 12-13 cm groß.

Zum Brüten bevorzugen sie ebenfalls Höhlen. Die Weidenmeise ist jedoch eine der wenigen Meisenarten, die ihre Bruthöhle selbst bauen. Hierzu meißelt das Weibchen in morsche, noch stehende Stämme eine Nisthöhle.

Gebrütet wird einmal im Jahr, und zwar im Mai und Juni. Die Weidenmeise legt 7—9 Eier. Die Jungen fliegen dann meist im Juni / Juli aus und streifen dann mit ihren Eltern umher, bis sie sich im Herbst mit anderen Meisenarten zu größeren gemischten Trupps zusammenschließen.

Die Weidenmeise ernährt sich ebenfalls von kleinen Insekten wie Spinnen, Larven oder Würmern. Im Winter passt sie sich dann aber an und frisst auch pflanzliche Bestandteile wie Samen von Nadelbäumen.

Die Schwanzmeise

Die Schwanzmeise gehört eigentlich gar nicht zu den Meisen und gehört zoologisch betrachtet zu einder anderen Familie und zwar zur Familie der Schwanzmeise (Aegithalidae) die acht Arten zählt. Dennoch möchten wir euch hier diesen Vogel vorstellen.

Die Schwanzmeise ist wirklich winzig, besitzt aber überdimensional lange schwarz-weiße Schwanzfedern. Ihr gesamter Körper wirkt fast kugelrund was den Vogel wirklich niedlich aussehen lässt. Die Schwanzmeise hat einen weißen Kopf an dem sich ein schwarzer Scheitelstreif befindet. Die Unterseite ist hell, die Flanken sind leicht rosabräunlich. Der Mantel ist überwiegend schwarz, und die Schulterfedern sind rosa.

Auch die Schwanzmeisen sind in nahezu ganz Europa und damit auch bei uns in Deutschland zu finden. Die kleinen Vögel streifen außerhalb der Brutzeit oftmals in Gruppen von 10-30 Individuen umher und bevorzugen als natürlichen Lebensraum feuchte Laub- und Mischwälder, Parks, Streuobstwiesen und Gärten mit einem umfangreichen Baumbestand. Schwanzmeisen sind äußerst lebhafte Vögel, die oftmals kopfüber an Ästen entlangklettern.

Im Gegensatz zu den zuvor vorgestellten Meisenarten, brütet die Schwanzmeise nicht in Baumhöhlen. Sie zieht es vor, in Sträuchern oder Astgabeln kugelförmige Nester zu bauen, in die sogar auch Spinnweben eingearbeitet werden. Diese Nester sind ein beeindruckendes Kunstwerk und der Bau dauert fast einen Monat lang.  Das kugelförmige Nest besteht aus Flechten und Moosen und wird mit zahlreichen Federn und Haaren ausgepolstert.

Die Schwanzmeise brütet zwei Mal im Jahr und das Gelege besteht aus 6-12 Eiern, die etwa 2 Wochen lang gebrütet werden. Nach dem Schlüpfen benötigen die Jungvögel, die ebenfalls wieder mit kleinen Insekten gefüttert werden, circa 16-18 Tage, bis sie flügge sind.

Auf dem Speiseplan der erwachsenen Schwanzmeisen stehen ebenfalls hauptsächliche tierische Nahrungsquellen. Dieser wird aber durch pflanzliche Bestandteile wie Sämereien, Beeren. Flechten oder Knospen ergänzt.

In Mitteleuropa verbringen Schwanzmeisen den Winter in ihrem Brutgebiet. Meist gesellen sich hier noch weitere Vögel aus Osteuropa hinzu.

Gartenvögel identifizieren – Eine Schritt für Schritt Anleitung

Die Beutelmeise

Auch die Beutelmeise gehört nur namentlich zu den Meisenarten in Deutschland. Sie gehört eigentlich zur Familie der Beutelmeisen (Remizidae), welche wiederum 13 Arten und 5 Gattungen beeinhaltet.

Die Beutelmeise lebt vorzugsweise in Weidendickichte an Fluss- und Seeufern, in Auwäldern und Schilfwildnissen mit Weidengebüsch. Sie ist also ausschließlich an Gewässern und Sumpfgebieten zu finden.

Der Kopf der Beutelmeise ist hauptsächlich grau-weißlich gefärbt und von einer schwarzen Maske geprägt, die sich über beide Augen erstreckt und an der Stirn rotbraun gesäumt ist. Diese Maske ist beim Weibchen deutlich schmaler als beim Männchen. Die Rücken der Beutelmeise ist dunkelrotbraun, die Untersekte hellockerfarben. Beim Männchen ist die Brust diffus rotbraun gefleckt.

Das besondere an der Beutelmeise ist ihr Nestbau, dem sie auch ihren Namen zu verdanken hat. Sie baut ihr Nest an einem dünnen herabhängenden Zweig meist einer Birke, Erle oder Weide. Das beutelartige und flauschige Nest hängt meist über dem Wasser in einer Höhe von 1-3 Metern und besteht aus verschiedenen Naturmaterialien wie Bastfasern, Tierhaaren oder Samenhaaren von Pappeln oder Weiden.

Der Nestbau beginnt, indem das Männchen eine Astgabel mit Bastfäden umwickelt. Daraus entwickelt sich ein schaukelähnlicher Ring. Dann werden die Seitenteile hochgezogen, sodass dazwischen eine Art Henkelkorb entsteht, der später zu einem Beutel mit zwei Öffnungen gebaut wird. Dabei wird die eine Öffnung verschlossen und die andere mit einer Röhre versehen. So hält das Nest fest zusammen und kann sogar jahrelang dem Wetter standhalten.

Die Beutelmeise ernährt sich in erster Linie von kleinen wirbellosen Tieren, die sie am Röhricht und im Schilf erbeutet. Dazu zählen zum Beispiel Raupen, Zweiflügler und Spinnen. Im Winter stellt sie ihre Ernährung um und ernährt sich auch von Pollen und Samen. Beutelmeisen sind außerdem exzellente Turner und bewegen sich hauptsächlich auf dünnen Zweigen entlang. Selten berühren sie den Erdboden.  

Die Spechtmeise

Spechtmeise / Kleiber
Spechtmeise / Kleiber

Die Spechtmeise ist eigentlich gar keine Meise, wird aber aufgrund ihrer Verhaltensweise oftmals so gennannt. Bei diesem hübschen Vogel handelt es sich um den Kleiber, welcher zu unseren häufigsten heimischen Vogelarten gehört. Er wird deshalb auch Spechtmeise genannt, da er ein wahrer Kletterkünstler ist und auch kopfüber am Baum abwärts balanciert.

Doch warum Spechtmeise? Nun das liegt an einem weiteren typischen Verhalten des Kleibers: Größere erbeutete Tiere, wie bspw. Käfer, werden fast immer in Rindenspalten, Löcher oder Ritzen geklemmt, um anschließend „schnabelgerechte“ Stücke abzuhacken. Aber auch harte Nahrung wie Nüsse oder Kerne werden in Rindenspalten eingeklemmt und mit sehr kräftigen Schnabelhieben „aufgemeißelt“. Dieses Verhalten ist auch bei Spechten bekannt.

Aber auch hinsichtlich des Aussehens ist der kleine Singvogel mit seiner hübschen blaugrau-organgenen Färbung unverwechselbar. Kleiber sind keine Zugvögel, sondern können auch im Winter bei uns in Deutchland beobachtet werden.

Weitere nicht-heimische Meisenarten

Die zuvor genannten Meisenarten könnt ihr alle bei uns in Deutschland vorfinden. Weltweit gibt es jedoch über 30 verschiedene Meisenarten Hier möchten wir euch kurz noch einige dieser Arten vorstellen.

Die Bartmeise

Bartmeise

Die Bartmeise ist ein Brutvogel der Paläarktis, der vor allem in gemäßigten, mediterranen Steppen- und Wüstenzonen vorkommt. Das Verbreitungsgebiet ist als Folge der Verteilung geeigneter Lebensräume stark aufgesplittert. Die westlichsten Vorkommen sind derzeit in Spanien, dem Westen von Frankreich und in Großbritannien. Im Osten reicht das Verbreitungsgebiet bis nach Kasachstan und bis in den Westen der Mongolei sowie in den Norden Chinas. Die Bartmeise kann daher nicht zu unseren heimischen Vögeln gezählt werden. Sie lebt am liebsten in großen Schilfwäldern.

Die Bartmeise gehört ebenfalls nicht zu den echten Meisen sondern anatomisch und biologisch gesehen zu der selbstständigen Familie der Bartmeisen, die in Europa nur mit dieser Art vorkommen.

Das Männchen ist durch seinen schwarzen Bartstreif gekennzeichnet, während die Weibchen und Junhvögel an ihrem langen Schwanz zu erkennen sind. Bartmeisen finden sich schon im Jugendkleid zu Paaren zusammen und bleiben für ihr ganzes Leben lang unzertrennlich. Stirbt ein Partner, so lebt auch der andere nicht mehr lange. Dies ist ein Hinweis für die große Bindungsfähigkeit der Vögel.

Bartmeisen brüten zwei mal im Jahr. Ihr Nest sieht aus wie ein tiefer Napf und wird aus Schilf und Schilfrispen am Grunde des Röhrichts gebaut. Im Sommer fressen die Vögel am liebsten Insekten und Spinne, im Winter dann auch vermehrt Sämereien. Die Vögel verbringen auch den Winter in ihren Schilfwäldern. Wird der Winter extrem kalt, können gesamte Populationen ausgerottet weren.

Die Trauermeise / Balkanmeise

Die Trauermeise, oder auch Balkanmeise genannt, ähnelt vom Aussehen her der Weidenmeise, ist aber mit einer Länge von 13 bis 14 Zentimetern erheblich größer und an den Seiten dunkler. Ihr Schnabel ist für eine Meise relativ kräftig. Am Scheitel und Nacken ist das Männchen bräunlich-schwarz, das Weibchen mehr schokoladenbraun. Die sonstige Oberseite hat eine graubraune Färbung, Gesicht und Halsseiten sind weißlich, die Unterseite matt weißlich mit gräulich-braunen Flanken und einem großen schwarzen Kehlfleck.

Die Trauermeise bevorzugt Ebenen und niedrige Gebirgslagen mit Mischwäldern und Felsen. Ihr Nest baut sie in Baumhöhlen und gelegentlich zwischen Felsen. Ihr Verhalten ähnelt dem der anderen Meisen.

Ihr Verbreitungsgebiet erstreckt sich über ganz Südosteuropa. Im Osten reicht ihr Verbreitungsgebiet bis Persien.

Die Lapplandmeise

Die Lapplandmeise ist etwa 12 bis 13,5 Zentimeter groß. Sie hat eine graubraune Kopfplatte und einen hellgrauen Rücken. Ihr Schnabel ist schwarz, ebenso wie das Schwanzgefieder und der Kehlbereich. Die Brust und der Bereich unterhalb der Augen dagegen sind weiß. Anders als bei den meisten Meisen wirkt ihre Zeichnung verwaschen und ihr Gefieder flaumig. Durch die bräunliche Kopfplatte ist sie leicht von der Sumpfmeise und der Weidenmeise zu unterscheiden.

Am liebsten wohnt sie in Nadelwälder, Auwälder und Mischwälder, besonders aber Birkenwälder oder mit Birken gemischte Nadelwälder. Ihre Verbreitungsgebiete liegen in Nordnorwegen, Schweden und Finnland, die Halbinsel Kola und den nördlichen Teil Russlands bis Alaska.

Die Lasurmeise

Die Lasurmeise gehört zur selben Gattung wie die Blaumeise und sieht ihr in der Körperform und Farbe sehr ähnlich. Sie sind mit 12 bis 13 Zentimeter Länge nur ein wenig größer als die Blaumeise. Dieser größenunterschied wird nur durch einen minimal längeren Schwanz erreicht. Ihr Gefieder ist weißblau mit schwarzem Augenstreif und einem weißen Gesicht. Der Bauch ist ebenfalls weiß und sie hat eine breite Binde auf den Flügeldecken. Männchen und Weibchen sehen gleich aus.

Die Lasurmeise ist ein Brutvogel der Zentral- und Ostpaläarktis in der borealen Zone und in Bergregionen. Das Verbreitungsgebiet überlappt sich in einigen Regionen mit dem der Blaumeise. Grundsätzlich ist die Lasurmeise ein Standvogel. In Mitteleuropa ist die Lasurmeise gelegentlich ein Irrgast.

Der Lebensraum der Lasurmeise sind lichte Laub- und Mischwälder. Sie kommen östlich von Moskau vor. Die Lasurmeise brütet in Höhlen alter Bäume in einer Höhe von etwa 1,00 – 1,50 m.

Die Rotbrustmeise

Die Rotbrustmeise erreicht eine Länge von 12–13 cm und ein Gewicht von 7–13,1 g und gehört damit zu den kleinen bis mittelgroßen Meisen. Sie hat einen schwarzen Kopf mit einer schwarzen Haube, von denen sich weiße Streifen an der Wange und der Hinterseite der Haube abheben. Die Oberseite des Körpers ist dunkelgrau und die Unterseite grau-braun gefärbt. Die Kehle und der obere Brustbereich sind schwarz. Der Schnabel ist schwarz; die Beine sind blaugrau.

Die Rotbrustmeise lebt paarweise oder in Gruppen von bis zu 20 Tieren und bewohnt vor allem Wälder. Die Rotbrustmeise ist im östlichen Himalaya, im Südwesten von China und in einigen Gegenden im Norden von Myanmar relativ häufig, im Westen des Himalaya ist sie seltener. Sie gilt als ungefährdet.

Eine Antwort schreiben

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.