Was fressen Maikäfer? Die Nahrung von Maikäfern und Engerlingen

Viele Gartenbesitzer fragen sich, ob der Maikäfer für den Garten schädlich ist und in diesem Zusammenhang vor allem was Maikäfer eigentlich fressen. Ich bin der Sache nachgegangen und erkläre dir hier was Maikäfer und Engerlinge fressen. Noch eine kurze Erklärung vorneweg: Man muss unterscheiden zwischen ausgewachsenen Maikäfern und den Engerlingen. Als Engerlinge werden die Larven des Maikäfers bezeichnet – mehr dazu aber später.  

Ausgewachsene Maikäfer fressen sehr gerne die frischen Triebe von Laubbäumen, insbesondere Eichen, Buchen und Ahorn aber auch Obstbäume dienen als Nahrungsquelle. Engerlinge hingegen leben bis zu 4 Jahren unter der Erde und fressen dort das Wurzelwerk der Pflanzen was in nicht seltenen Fällen zum Absterben der Pflanze führt.

Der Maikäfer – ein kurzer Überblick  

Auch wenn viele Menschen den Maikäfer noch nie zu Gesicht bekommen haben, weiß jeder, dass er existiert. In Liedern, Geschichten und vor allem als Schokoladen-Süßigkeit ist der Maikäfer bei vielen bekannt. Die Maikäfer gehören zur Familie der Blatthornkäfer und sind in Deutschland mit drei Arten vertreten. Die braunen Käfer gelten dabei als Frühlingsboten, denn sobald die Temperaturen steigen und der Frühling beginnt, machen sich Millionen von Maikäfern auf den Weg, um zu fressen.

Maikäfer auf Pflanze
Maikäfer auf Pflanze

Früher gab es regelrechte Maikäfer-Plagen doch in den letzten Jahren könnte man meinen, das Vorkommen sei stark zurück gegangen. Hiervon sollte man sich aber nicht täuschen lassen. Denn Engerlinge bleiben 3-4 Jahren unter der Erde, bis sie sich zu einem Käfer entwickelt haben. Durch diesen Zyklus gibt es alle 4 Jahre ein erhöhtes Vorkommen von Maikäfern. Alle 30-45 Jahre kommt es außerdem zu einer regelrechten Explosion der Population, was man dann schon fast als Plage bezeichnen kann.  

Bereits im Herbst sind die jungen Maikäfer fertig entwickelt, bleiben jedoch den Winter über bis zu einem Meter unter der Erde. Im April schlüpfen sie dann und beginnen mit dem so genannten Reifefraß und der Fortpflanzung. Nach ungefähr sechs Wochen sterben die Käfer dann.  

Arten der Maikäfer

Wie schon angedeutet, gibt es in Deutschland drei verschiedene Arten von Maikäfern:

  • Feldmaikäfer: Er lebt bevorzugt in offenen und unbewaldeten Gebieten wie Äckern, Gärten oder Wiesen
  • Waldmaikäfer: Er lebt vorzugsweise in dicht besetzten Laub- oder Nadelwäldern
  • Melolontha pectoralis: Er ist eine seltene Art des Maikäfers, die eher warme und trockene Lebensräume bevorzugt

Den Waldmaikäfer und den Feldmaikäfer findet man am ehesten in Mitteleuropa sowie im nördlichen und östlichen Europa. In Deutschland kommen sie am häufigsten in der nordbadischen und südpfälzischen Rheinebene sowie in der hessischen Rhein‐Mainebene vor. Der wärmeliebende Melolontha pectoralis ist dem Feldmaikäfer sehr ähnlich, kommt allerdings nur im Südwesten Deutschlands vor.

Aussehen des Maikäfers

Die ausgewachsenen Maikäfer haben rotbraune Flügel auf dem Rücken, einen schwarz gefärbten Körper, der an Brust und Kopf mit weißen Härchen besetzt ist. Besonders auffällig ist das direkt seitlich unterhalb der Flügel verlaufende weiße Sägezahnmuster. Die Unterscheidung von Feld- und Waldmaikäfer ist relativ schwierig, da sie sich farblich sehr ähneln. Der Feldmaikäfer ist 22 – 32 Millimeter groß wohingegen der Waldmaikäfer nur etwa 22 – 26 Millimeter misst. Bei beiden Arten läuft das Ende des Hinterleibs schmal aus, allerdings ist beim Waldmaikäfer die Spitze etwas dicker.

Was essen Maikäfer besonders gerne?

Maikäfer sind dafür bekannt, dass sie äußerst gefräßige Käfer sind, vor allem der Engerling des Maikäfers wird daher als Schädling bezeichnet. Nicht selten sehen die Förster durch die Massenvermehrung der Käfer die Wälder in Gefahr. Lasst uns daher nun zu der wichtigsten Frage dieses Artikels kommen: Was fressen Maikäfer?

Mehr als 100 Millionen Maikäfer verlassen im Frühjahr den Waldboden, wo sie zuvor drei bis vier Jahre lang als Engerlinge, also als Larven, gelebt haben. Für die kommenden sechs Wochen ist also Fressen und Fortpflanzung angesagt.

Maikäfer – Aussehen

Waldkäfer lassen sich dabei vor allem die Blätter von Roteiche schmecken, denn diese sind ihre Lieblingsspeise. Aber auch Blätter von Buchen, Ahorn, Ebereschen und Rosskastanien schmecken ihnen gut.  Manchmal fressen sie auch von Hainbuchen-Hecken und Obstbäumen. Bei Nahrungsmangel wagen sie sich außerdem an Nadelbäume wie z. B. Lärche und Fichte.

Feldmaikäfer hingehen bevorzugen als erste Futterquelle Obstbäume wie Apfel-, Kirsch- und Birnbäume, gehen aber auch an Reben, Wiesen und Weiden. Gräser, junge Pflanzen, Salat, Rüben und Gurken können auch angefressen werden, doch stellen die Maikäfer im Allgemeinen für Gartenpflanzen keine Gefahr dar.

Treten Maikäfer in sehr großer Anzahl auf, können sie jedoch in kürzester Zeit die jungen Blätter ganzer Bäume und Areale abfressen. Dabei sind es vor allem die Weibchen, die während der Reifezeit ihrer Eier ganze Bäume und Wälder kahlfressen können. Die meisten Bäume überstehen den Fress-Angriff zwar und bekommen im Juni neue Blätter, werden aber geschwächt.

Mehrere Maikäfer

Der Laubfraß bereitet aber weniger Probleme denn die Bäume treiben später einfach noch ein zweites Mal aus. Viel schlimmer als die Fressattacken der Maikäfer ist der Heißhunger der Engerlinge auf Baumwurzeln, der viele Bäume nachhaltig schädigt oder sogar zum Absterben bringt.

Was essen Engerlinge?

Engerlinge ernähren sich während ihrer Entwicklung im Boden von Pflanzenwurzeln. Dabei gelten sie als besonders gefräßig und können Grund dafür sein, dass Pflanzen ohne ersichtlichen Grund eingehen. Dies geschieht hauptsächlich im zweiten Lebensjahr des Engerlings. Denn bereits im dritten Jahr zieht er sich meist bis zu 60 Zentimeter tief in den Boden zurück, um sich zu verpuppen und zum Käfer zu verwandeln.  

Engerlinge
Engerlinge

Im Gegensatz zum Maikäfer frisst der Engerling an beliebten Pflanzen in unserem Garten, denn die Larven lieben freie Flächen, Rasen, festen Boden und Ruhe.  Zu den Lieblingsspeisen gehören natürlich Bäume und Jungpflanzen, aber auch unser Rasen sowie Früchte wie Erdbeeren oder Gemüsesorten wie Salat, Kartoffeln und Rüben. Durch den großen Appetit der Larven können Kahlstellen im Rasen entstehen, Pflanzen können welken und absterben oder widerstandslos aus dem Boden gezogen werden. Kein Wunder, dass Engerlinge für die meisten Gartenbesitzer zu den Schädlingen zählen. Wie ihr sie bekämpfen könnt, lest ihr am besten hier auf „Mein schöner Garten“ nach.

Doch nicht alle Engerlinge sind Schädlinge. Die Engerlinge des Rosenkäfers und des geschützten Nashornkäfers sind zum Beispiel nützlich.  Sie kommen in Komposthaufen und Totholz vor und ernähren sich ausschließlich von toten Pflanzenteilen. Außerdem helfen sie Humus zu produzieren, weshalb man sie schnell wieder eingraben sollte, wenn man sie versehentlich ausgegraben hat.

Wer frisst Maikäfer und Engerlinge – Fressfeinde

Doch wie jedes Tier haben auch Maikäfer und Engerlinge Fressfeinde. Viele Vögel, die zu den Weichfutterfresser gehören, wie zum Beispiel Eulen, Krähen oder Greifvögel, fressen gerne Maikäfer. Ebenso Fledermäuse, Wildschweine und Dachse. Aber auch die Engerlinge werden gerne verspeist. Viele Vögel wie der Grünspecht, die Amsel, die Krähe, der Star oder die Möwe ziehen sich gerne den ein oder anderen Engerling aus dem Boden. Igel, Maulwürfe, Spitzmäuse, Dolchwespen, Steinkriecher, Laufkäfer, Raupenfliegen, oder Raupen- und Schmarotzerfliegen gehören darüber hinaus auch zu den natürlichen Feinden der Engerlinge. Die Fressfeinde stellen aber in keiner Weise eine Bedrohung für den Bestand dar.

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