Ligusterschwärmer – Alles was du über den Falter wissen musst

Abends sitzen wir im Sommer oft mit einem Glas Wein in unserem Garten und ich muss gestehen, ich bin kein großer Fan von fliegenden Insekten. Allerdings lässt sich das in der Natur nicht vermeiden und so habe ich eines Abends Bekanntschaft mit dem Ligusterschwärmer gemacht. Ein großer brummender Falter, der sich vom Licht angezogen fühlte, schwirrte an unserem Tisch herum. Beeindruckt von der Größe dieses Tieres ging ich auf Recherche, um mehr über den Nachtfalter zu erfahren.

Hier erkläre ich dir alles, was du über den Ligusterschwärmer wissen musst.

Ligusterschwärmer Fakten

Beginnen wir zunächst mit ein paar einfachen Fakten zum Ligusterschwärmer, bevor ich detailliert auf die Merkmale und Charakteristika eingehen werde.

Ligusterschwärmer getarnt an der Wand
Ligusterschwärmer getarnt an der Wand

10 Fakten zum Ligusterschwärmer

  1. Der Ligusterschwärmer zählt zu der Ordnung der Schmetterlinge
  2. Der Ligusterschwärmer gehört zur Familie der Schwärmer
  3. Der Ligusterschwärmer ist ein Nachtfalter
  4. Der Ligusterschwärmer ist in Europa weit verbreitet
  5. Der Körper des Ligusterschwärmers hat eine Länge von bis zu 6 cm
  6. Der Ligusterschwärmer hat eine Flügelspannweite von 80 – 120 mm
  7. Der Ligusterschwärmer fliegt ab Mai bis Mitte des Sommers
  8. Die Vorderflügel des Ligusterschwärmers sind rostbraun
  9. Die Ligusterschwärmer saugen Nektar aus Blütenkelchen
  10. Der Ligusterschwärmer entwickelt sich aus einer Raupe zu einem Falter

Vorkommen des Ligusterschwärmers

Der Ligusterschwärmer ist in Europa weit verbreitet, sodass du ihn auch bei uns in Deutschland häufig sehen kannst. Man findet ihn von Portugal bis nach Sibirien. Außerdem in Nordafrika sowie im Süden der Türkei. In Irland und Schottland sowie in Nordskandinavien kommt er allerdings nicht vor.

Der Ligusterschwärmer lebt an Waldrändern oder größeren Waldlichtungen ebenso wie in offenen Geländen, Gärten, Parks und Siedlungen. Sie fliegen von Mai bis Juli. In der Regel gibt es jedes Jahr nur eine Generation von Ligusterschwärmern. Gelegentlich werden auch zwei Generationen von April bis Mai und noch einmal im August ausgebildet. Dies geschieht aber vornehmlich nur im Süden. Die zweite Generation kann in Abhängigkeit von den klimatischen Bedingungen allerdings unvollständig sein.

Obwohl die Häufigkeit des Ligusterschwärmers deutlich rückläufig ist, gilt er in Deutschland noch nicht als gefährdet. Im Garten kannst du den Ligusterschwärmer am häufigsten im Spätsommer in der Dämmerung oder in der Nacht antreffen, wenn er auf der Suche nach gut duftenden Blumen ist. Er wird von Lichtquellen angelockt und kann so gelegentlich auch tagsüber angetroffen werden, wenn zum Beispiel eine Lampe leuchtet.

Häufiger als die ausgewachsenen Ligusterschwärmer kannst du in deinem Garten allerdings die großen Ligusterchwärmer-Raupen finden. Du erkennst sie an ihrem Stachel am Körperende (mehr dazu später). Aber keine Angst, dieser ist völlig ungefährlich!

Wie sehen Ligusterschwärmer aus?

Der Ligusterschwärmer gehört zu den größten Faltern, die es bei uns im Land gibt. Sein Körper ist bis zu 6 cm lang und sehr dick. Seine Flügel haben eine Spannbreite von 80 bis 120 Millimetern. Die Vorderflügel des Falters sind rostbraun und weisen schwarze Aderstriche und eine schwarzbraune Verdunkelung auf. Die Hinterflügel sind rosa bis rot mit schwarzen Bändern, der Hinterleib ist schwarz und rot gefleckt. Allerdings kommen häufig unterschiedliche Farbvarianten vor.

Die Flugbewegungen des Ligusterschwärmers erinnern stark an einen Kolibri. Mit schnellen Flügelschlägen kann er in der Luft „stehen“. In diesem Schwirrflug saugt er dann mit seinem fast körperlangen Rüssel den Blütennektar auf. Daher sind die Falter auch für ihre schnellen Flügelschläge bekannt mit denen sie ein lautes „brummendes“ oder auch „summendes“ Geräusch verursachen. Man könnte sie leicht mit einer Hornisse oder einem Junikäfer verwechseln.

Sitzen sie in Ruhe an einer Wand oder einer Pflanze halten sie die Flügel dachartig übereinandergelegt. Häufig sind die Vorderflügel in Braun- oder Grautönen gehalten sodass sie optimal getarnt und nur schwer zu sehe sind. Daher werden sie von uns tagsüber auch so gut wie nie entdeckt – und auch vor Fressfeinden kann sich der Ligusterschwärmer so gut schützen. Spüren die Falter Gefahr kommen oder werden sie unruhig, dann breiten sie die Flügel aus und zeigen ihre meist auffällig bunt gefärbten Hinterflügel. Dies soll Feinde warnen.

Was fressen Ligusterschwärmer?

Wie ich bereits schon geschildert habe, sind die Ligusterschwärmer Meister im Aufsaugen von Blütenektar. Die Falter haben einen unglaublich guten Geruchssinn und ein unglaublich gutes Farbsehvermögen, was ihnen hilft, Blumen auch in der Dunkelheit zu finden.

Beliebte Nahrung sind daher gut duftende und süße Blumen die viel Nektar haben. Die folgenden Arten mögen Ligusterschwärmer besonders gerne: Geißblatt, Nachtkerzen, Seifenkraut und Phlox.

Die Entwicklung der Ligusterschwärmer

Wir wissen nun, dass Ligusterschwärmer von Ende Mai bis Juli in unseren Gärten unterwegs sin. In dieser Zeit paaren sich die Ligusterschwärmer und das Weibchen legt innerhalb von zwei bis drei Wochen bis zu 200 Eier vereinzelt auf die Blattunterseite einer Wirtspflanze ab. Die Larven schlüpfen bereits nach etwa zwei Wochen. Die Larven sind durch ihre äußere Erscheinung und Zeichnung einerseits recht auffällig, an einer Pflanze aber gut getarnt und daher nicht so leicht zu entdecken.

Larven an einer Pflanze
Larven an einer Pflanze

Die Larven wachsen schließlich zu Raupen heran, die von Juli bis September bevorzugt auf Pflanzenstängeln in Gebüschen oder Sträuchern leben. Wenn sie sich mit Blättern satt gefressen haben und ausgewachsen sind, ist die Suche nach einem sicheren Ort, an dem sie sich verpuppen und überwintern können, ihre nächste Aufgabe. Meist im August oder September, jedoch auch schon im Juli oder noch im Oktober, lässt sich die Raupe zu Boden fallen, um nach einem geeigneten Versteck zu suchen. Sie gräbt sich in lockere Erde ein, verpuppt sich und überwintert meist in der Nähe einer Fresspflanze als Puppe. Über den Winter verwandeln sie sich dann fast magisch von einer Raupe in einen Falter.

Die ausgewachsenen Falter schlüpfen dann etwa ab Juni und leben circa vier bis fünf Wochen. Nun beginnt der Kreislauf wieder von vorne.

Ligusterschwärmer Raupe

Hier möchte ich noch einmal kurz genauer auf die Raupe des Ligusterschwärmers eingehen. Eine ausgewachsene Raupe ist etwa 90 bis 100 Millimeter lang und kann so dick wie ein menschlicher Daumen werden. Sie ist leuchtend grün und hat sieben seitliche, weiß-rosa- bis weiß-lila-farbene Streifen. Der eigentliche Kopf besteht nur aus dem vordersten, abgeplatteten Glied der Raupe. Unterhalb des Kopfes sind die für Insekten typischen drei Beinpaare zu erkennen. In der Mitte sind vier Beinpaare, die „Raupenbeine“ und am Ende sitzt ein weiteres Paar Raupenbeine, die sogenannten Nachschieber. Wie fast alle Schwärmerraupen besitzt auch die Ligusterschwärmer Raupe ein sogenanntes Analhorn, welches am hinteren Ende nach oben steht und eine schwarze Spitze hat. Viele vermuten daher, dass es sich um einen Stachel handelt, der die Raupe gefährlich aussehen lässt. Das Horn der Raupe ist jedoch völlig harmlos und ungefährlich!

Ligusterschwärmer Raupe
Ligusterschwärmer Raupe

Die Raupen kann man am besten an Liguster- oder Fliedersträuchern finden. Besonders auffällig wird sie, wenn sie verpuppungsbereit ist, denn dann verfärbt sich ihr Rücken langsam braun und sie beginnt ruhelos umherzulaufen, um sich an einen geeigneten Ort in der Erde zu verpuppen.

In Ruhestellung sitzt die Raupe mit aufgerichtetem Vorderkörper auf einem Planzenstängel und erinnert mit dieser Haltung an eine Sphinx (gut auf dem Bild zu erkennen), daher stammt auch ihr eigentlicher Name: Sphinx ligustri.

Nahrung der Ligusterschwärmer Raupe

Die Ligusterschwärmer Raupe ernährt sich von Pflanzenblättern. Wie der Name der Raupe schon verrät frisst sie am liebsten Ligusterblätter. Daher lebt sie bevorzugt auf Liguster, Flieder und Eschen. Weitere Raupenfutterpflanzen sind Johannisbeeren, Himbeere, Spiersträucher, Sibirische Fiederspiere, Wald-Geißbart, Apfelbaum, Gewöhnlicher Schneeball, Heckenkirsche und Schneebeeren.

Sind Ligusterschwärmer gefährlich?

Beschäftigt man sich ein wenig mit den in der Natur lebenden Tiere und Insekten, dann ist es häufig so, dass sehr farbenfrohe Tiere oft eine hohe Toxizität signalisieren. Beim Ligusterschwärmer ist dies jedoch nicht der Fall, auch wenn er durchaus bunte Körperregionen aufweist. Ligusterschwärmer sind also harmlos.

Ist die Ligusterschwärmer Raupe giftig?

Ligusterschwärmer stechen nicht und sie vergiften weder deinen Hund noch die Vögel in deinem Garten. Außerdem sind weder die Ligusterschwärmer Raupe noch der Stachel bzw. das Analhorn der Raupe giftig!

Ligusterschwärmer im Garten – was tun?

Nun da du weißt, dass der Falter ungefährlich und harmlos ist, gibt es drei Möglichkeiten für den Umgang mit diesen Tieren in deinem Garten.

Ligusterschwärmer am Baum
Ligusterschwärmer am Baum
  1. Du akzeptierst die Falter und lässt der Natur ihren freien Lauf
  2. Du möchtest Ligusterschwärmer in deinem Garten bekämpfen
  3. Du möchtest Ligusterschwärmer in deinen Garten locken

Ligusterschwärmer bekämpfen

Auch wenn die Falter keine Bedrohung darstellen, fressen sie dennoch in ihrer Raupen-Form womöglich an deinen Lieblingspflanzen. Du solltest allerdings wissen, dass die Raupen keinen nennenswerten Schaden anrichten können. Natürlich könntest du die Raupe töten, falls du eine entdeckst. Ich würde dir aber dazu raten, das Tier in Frieden leben zu lassen und die Raupe vielmehr als ein Stück Natur in deinem Garten zu betrachten. Schließlich haben wir einen deutlichen Rückgang der Population in den letzten Jahren zu verzeichnen.

Vielleicht findest du den Ligusterschwärmer auch schön, schließlich gehört er zu den Schmetterlingen und möchtest ihn daher vermehrt in deinen Garten locken.

Ligusterschwärmer in den Garten locken

Das Anlocken von Ligusterschwärmern in deinen Garten ist eine gute Idee, denn damit trägst du zu einer Vermehrung der Falter bei. Damit mehr Ligusterschwärmer den Weg in deinen Garten finden, kannst du ganz einfach vermehrt Nektarpflanzen anbauen, die nachts Duftstoffe abgeben. Nachtduftende Pflanzenarten sind beispielsweise Majoran oder Jasmin. Zudem solltest du einen Haufen mit Laub, Zweigen und Ästen in einen geschützten Bereich deines Gartens legen. So haben die Raupen einen optimalen Ort, um sich im Winter zu verpuppen.

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