Molche im Teich – Alles was du über die kleinen Lurche wissen musst

Im vergangenen Frühjahr haben wir im Rahmen einer großen Putzaktion auch unseren Gartenteich sauber gemacht. Die Pumpe war vor einiger Zeit kaputt gegangen und der Teich war sehr trüb und voller Schlamm. Als wir dann nach und nach das Wasser mit Eimern aus dem Teich geschöpft hatten, kamen immer mehr kleine Molche zum Vorschein, die es sich im Teich gemütlich gemacht hatten. Am Ende hatten wir zwei große Eimer voller Molche! Ich wurde neugierig und fragte mich: woher kommen die ganzen Molche? Und wie überleben sie im Teich? Und was noch viel wichtiger war, wohin mit den ganzen Molchen? Bei den Molchen in unserem Teich handelt es sich um Bergmolche, erkennbar an dem orangenen Bauch.

Teichmolch auf der Hand
Molch auf der Hand

Ich recherchierte ein wenig, um mehr über die kleinen Tiere zu erfahren. Hier teile ich mein Wissen mit euch.

Molche sind kleine Lurche, die zu den Amphibien zählen. In Deutschland sind sie flächendeckend verbreitet und bevorzugen halboffene bis offene Landschaften. Molche nutzen Gewässer, um sich fortzupflanzen, weshalb sie oft in Teichen, Tümpeln oder kleinen Gewässern zu finden sind. Molche werden max. 11 cm lang und haben eine dunkle Farbe.

Wie so viele andere Tiere haben es auch die Molche in der heutigen Zeit nicht leicht. Für die Fortpflanzung benötigen die Molche kleine fischfreie Gewässer, die es kaum mehr bei uns zu finden gibt. Sie leiden unter den durch den Menschen verursachten landschaftlichen Veränderungen und finden nur sehr schwer geeignete Gewässer in denen sie ihre Eier abgelegen können.

Aber hier können wir als Gartenbesitzer Abhilfe verschaffen. Im Folgenden erkläre ich euch, wie ihr helfen könnt.

Der Gartenteich als Lebensraum für den Molch

Molche verbringen eine Gewisse Zeit ihres Lebens im Wasser: Als Kaulquappe und später während der Fortpflanzung. Danach gehen sie an Land, wo sie sich am liebsten in feuchten Spalten und Löchern verstecken, um nachts auf Nahrungssuche zu gehen.

Unser Gartenteich war für die kleinen Molche optimal. Falls du auch Molche in deinen Gartenteich locken möchtest, sollest du die ideale Umgebung schaffen.

Gartenteich
Gartenteich

Es kommt vor, dass Molche in Gewässern überwintern, daher ist es wichtig, dass der Teich eine gewisse Tiefe hat. So ist die Wahrscheinlichkeit gering, dass der gesamte Teich zufriert und du stellst sicher, dass das Tier nicht eingeschlossen werden. Damit die Molche sich Fortpflanzen können, benötigen sie Stängel von Pflanzen, an denen sie ihre Eier kleben können.

Damit die Molche in deinem Teich überleben können, ist es wichtig, dass du keine Fische hineinsetzt. Vor allem Goldfische fressen sehr gerne die Molchlarven. Die Fütterung von Fischen sorgt außerdem für eine schlechte Wasserqualität, welches vor allem in heißen Sommermonaten leicht kippt.

Ein fließender Übergang zwischen Flach- und Tiefwasserzonen macht es den kleinen Molchen außerdem einfacher aus dem Teich an Land zu klettern. Eine Steinmauer am Rand bietet ihnen ausreichend Unterschlupfmöglichkeiten, wo sie sich tagsüber verstecken können.

5 Tipps für deinen Molchteich

  1. Der Teich sollte mindestens 50-100 cm tief sein
  2. Bepflanze ihn mit Wasser- und Sumpfpflanzen
  3. Setze keine Fische in den Teich
  4. Stelle einen fließenden Übergang zwischen Flach- und Tiefwasserzonen sicher
  5. Am Rand des Teichs solltest du eine Legesteinmauer errichten

Du siehst, ein Gartenteich für Molche ist kein Hexenwerk! Solltest du allerdings gerne Fische in deinem Garten haben, dann könntest du auch zwei separate Teiche anlegen. Der Teich für die Molche muss auch nicht sehr groß sein. Solange sie nicht in deinem Teich überwintern, reicht sogar ein relativ kleiner Teich von einem Meter Durchmesser.

Doch warum solltest du überhaupt Molche in deinen Garten locken wollen? Nun diese Frage lässt sich beantworten, wenn wir uns einmal den Speiseplan der kleinen Lurche anschauen.

Teichmolch auf Wiese
Junger Bergmolch auf Wiese

Was fressen Molche?

Alle Molche ernähren sich ausschließlich von tierischer Nahrung. Ausgewachsene und an Land lebende Molche ernähren sich von Insekten, Würmer, Egel und Nacktschnecken.

Die im Wasser lebenden Larven und umgewandelten Baby-Molche fressen Kleinkrebse, Insektenlarven, Wasserflöhe sowie gelegentlich auch Laich anderer Amphibien.

Wie du siehst fressen die Molche in deinem Garten gewisse Schädlinge, die du möglicherweise gar nicht in deinem Garten haben möchtest. Bist du aber ein Fan von Fröschen, kann eine zu hohe Anzahl von Mulchen im Teich dazu führen, dass diese in kurzer Zeit alle Eier aus den Laichballen der Frösche fressen.

Werden Molche Zuhause gehalten, bspw. in einem Aquarium, kann man ihnen lebende Insekten wie Grillen oder Fliegen füttern oder auch Regen- und Mehlwürmer sowie Mückenlarven.

Aussehen und Lebensweise der Molche

Das bemerkenswerte an Molchen ist, dass sie, wie alle Amphibien im Übrigen, zwei verschiedene Lebensweise haben. Wie ich vorhin ja schon angedeutet habe, leben sie zu Beginn ihres Lebens im Wasser und späte dann an Land.

Molch an Land
Bergmolch an Land

Erwachsene Molche treibt es in der Paarungszeit im Frühjahr und Frühsommer ins Wasser. Dort legt das Weibchen zwischen 100 und 300 Eiern an Pflanzenstängeln ab. Diese Eier entwickeln sich zu Kaulquappen und dann schließlich zu kleinen Baby-Molchen. Die Hauptlaichzeit erstreckt sich dann von Ende März bis in den Mai, wenn die Wassertemperatur mindestens acht Grad Celsius beträgt.

Sobald die Erwachsenen Molche ins Wasser gehen, erneuern sie ihre Haut. Auf die eher raue Landhaut folgt eine weiche Wasserhaut, außerdem bildet sich das farbenprächtige blaue Balzkleid. Dort verbringen sie nun den Sommer und gehen erst wieder im Herbst an Land um dort zu überwintern.  Auch die ausgewachsenen Molche gehen dann im Oktober/November an Land. Während sie im Teich tagesaktiv sind, sind sie im Winter nachtaktiv und man bekommt sie kaum zu Gesicht.

Der Bergmolch besitzt eine Körpergröße von acht bis zwölf Zentimetern und eine intensiv gelborange bis rot gefärbte Bauchseite ohne Flecken. Der Bergmolch verfügt über eine recht bunte Oberseite, vor allem bei den Männchen schimmert sie in der Paarungszeit bläulich. Die Oberseite der Weibchen ist hingegen grau mit dunklen Flecken. Die Unterseite ist bei beiden Bergmolch-Geschlechtern kräftig orange.

Welche Molch-Arten gibt es?

In den verschiedenen Gegenden Europas gibt es verschiedene Arten von Molchen, die sich nicht immer leicht voneinader unterscheiden lassen. Neben dem Bergmolch gibt es noch den Teichmolch. Bei den männlichen Teichmolchen ist die Kloake schwarz gefärbt, die der Weibchen eher hautfarben. Die Oberseite der weiblichen Teichmolche kann farblich stark variieren, von Hellbeige über Oliv bis zu dunklen bräunlich-grauen Tönen. Auf dem grau gefärbten Rücken der Männchen finden sich meist schwarze Punkte.

Der Teichmolch ist leicht mit dem Fadenmolch zu verwechseln. Dieser hat einen braunen Rücken und gelbbraune Flanken. Die Bauchseite ist zur Paarungszeit hellgelb und weist in der Mitte keine Fleckung auf.

Schließlich gibt es noch den Kammmolch. Farbe und Struktur des Rückens ähnelten der Oberfläche von Asphalt. Die männliche Kloake ist schwarz, die der Weibchen orange.

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2 Kommentare

  • Heidi

    Guten Abend,
    Auch ich habe Molche in meinem Gartenteich.
    Letztes Jahr ging meine Teichpumpe plötzlich nicht mehr. Als ich sie auseinandernahm steckte ein Molch im Gewinde, das das Wasser nach außen befördert. Er war vollkommen eingequetscht und tot. Das Rad konnte sich nicht mehr drehen.
    Es hat mir unendlich leid getan.
    Ich möchte nur darauf hinweisen, achtsam umzugehen mit der Pumpe und evtl. ein feinmaschigeres Netz drüber ziehen, um sowas zu verhindern.

    Seit dem benutze ich die Pumpe seltener, wenn ich Kaulquappen im Teich habe.

    Schöne Grüße

    Heidi

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