Möwenarten im Überblick

Wer nicht an einer Küste oder einem See wohnt, wird Möwen vielleicht nur im Urlaub zu Gesicht bekommen. Denn Möwen sind typische See- und Küstenvögel. Und auch für uns sind Möwen eher eine Seltenheit, denn wir wohnen weder am Meer noch an einem See.

Während unseres letzten Urlaubes am Mittelmeer haben wir jedoch viele Möwen gesehen und vor allem gehört. Beim Wandern in den Bergen, am Hafen und sogar über unserem Garten konnten wir verschiedene Möwen sichten. Und wir haben auch dieses Mal wieder festgestellt: die Unterscheidung der einzelnen Möwenarten kann ziemlich schwierig sein, denn die Vögel sehen sich meist sehr ähnlich.

Die Möwen sind eine Unterfamilie der Möwenverwandten innerhalb der Ordnung der Regenpfeiferartigen, oder auch Wat- und Möwenvögel genannt. Die Möwenverwandten sind eine weltweit verbreitete See- und Wasservogelfamilie. Diese Vögel kommen über allen Weltmeeren und auf allen Kontinenten vor. Weitere Unterfamilien der Möwenverwandten sind neben den Möwen die Seeschwalben und die Scherenschnäbel.

In diesem Artikel soll es explizit um die Unterfamilie der Möwen gehen. Im Folgenden möchten wir euch die häufigsten Möwenarten vorstellen, die ihr in Europa finden könnt.

Merkmale von Möwen

Möwen sind mittelgroße bis große und meist weiße oder hellgraue Vögel. Typisches Merkmal ist der kräftige und schlanke lange Schabel welcher an der Oberseite eine Krümmung aufweist. Möwen haben an den Füßen drei Zehen, welche durch Schwimmhäute miteinander verbunden sind. Der vierte Zeh ist sehr kurz und zeigt nach hinten. Bei manchen Arten fehlt dieser vierte Zeh auch.

Möwen haben eine sehr laute Stimme. Die Schreie werden häufig dadurch verstärkt, dass sie in Gruppen auftreten.  

Aussehen und Lebensweise von Möwen

Wie bereits geschildert sind Möwen typische See und Küstenvögel, denn auf dem Wasser finden sie ihre natürliche Nahrung. Diese besteht vor allem aus Fisch, Krebstieren oder Weichtieren. Generell sind Möwen aber Allesfresser, die je nach Gelegenheit auch Abfälle oder Aas zu sich nehmen. Sie fressen sogar auch kleine Nagetiere und rauben Nester aus. Daher kann man sie zu den sogenannten Nesträubern zählen. Interessant ist, dass Möwen Meerwasser trinken, um ihren Flüssigkeitsbedarf zu decken. Das überflüssige Salz wird anhand extra dafür angelegter Salzdrüsen über die Nasenlöcher wieder ausgeschieden.

Möwen
Möwen

Generell leben die meisten Möwenarten an Meeresküsten, es gibt jedoch auch solche Arten, die den größten Teil des Jahres auf dem offenen Meer verbringen. Gebrütet wird meist auf dem Boden, manche Arten brüten aber auch in Felsnischen. Die meisten Möwenarten brüten außerdem in Kolonien. Möwen können etwa 30 Jahre alt werden!

Arten von Möwen

Im Folgenden stellen wir euch einige der häufigsten europäischen Möwenarten vor. Das sind natürlich lange noch nicht alle. Dieser Überblick soll euch dennoch dabei helfen, die verschiedenen Möwenarten voneinander unterscheiden zu können. Neben einem Bild findet ihr eine kurze Beschreibung zur jeweiligen Art.

Die Silbermöwe

Silbermöwe
Silbermöwe

Die Silbermöwe ist ein sehr anpassungsfähiger Vogel. Sie ist in Europa und Amerika die am häufigsten verbreitete Großmöwe. Sie brütet südwärts bis zu den Kapverdischen Inseln. Im Norden auf den Inseln des nördlichen Eismeeres und östlich bis hin zur Mongolei. Sie ist verrückt nach Schalentieren und Fischabfall.

Die Silbermöwe ist weiß, bis auf den Rücken und die Flügel, diese sind hell bis dunkelgrau. Charakteristisch ist der kräftige gelbe Schnabel mit einem roten Fleck an der Spitze. Mit ausgestreckten Flügeln kann sie eine Spannweite von bis zu 150 cm erreichen. Der Körper an sich hat eine Länge zwischen 56 und 66 cm.

Die Lachmöwe

Lachmöwe

Die Lachmöwe ist in der gesamten gemäßigten Zone und teilweise auch im kalten Eurasien verbreitet. Oft schließen sie sich anderen Arten, wie beispielsweise der Sturmmöwe, an. Die Lachmöwe ist eine typisch küstengebundene Möwe, denn sie verbingen das ganze Jahr an Land. Wie andere Möwenarten auch brüten sie am liebsten in großen Kolonien entlang der Küste, aber auch im Binnenland. Am liebsten fressen sie Regenwürmer.

Die Lachmöwe ist den kleineren Möwenarten zuzuordnen. Sie ist überwiegend weiß. Bis auf den dunkelbraune/schwarzen Kopf und den hellgrauen Flügeln. Der Kopf ist allerdings nur von April bis Juli dunkel.  Charakteristisch ist der kräftige dunkelrote Schnabel. Mit ausgestreckten Flügeln kann sie eine Spannweite von bis zu 100 cm erreichen. Der Körper an sich hat eine Länge zwischen 35 und 40 cm.

Die Sturmmöwe

Sturmmöwe

Die Sturmmöwe ist in Mitteleuropa vorzufinden und dort vor allem in Küstenregionen heimisch. Sie ist sowohl an der Ostsee als auch an der Nordsee vertreten, wobei sie häufiger an der Ostsee zu finden ist. Sie ist eine der häufigsten Möwenarten in Deutschland und erobern zur Brutsaison immer häufiger auch begrünte Dächer, da natürliche Nistplätze zunehmend rar werden.

Die Sturmmöwe ist den kleineren Möwenarten zuzuordnen. Sie ähnelt der Silbermöwe mit ihrem weißen Gefieder und den grauen Flügeln. Jedoch ist sie deutlich kleiner als die Silbermöwe, der Schnabel hat keinen roten Fleck und die Augen sind dunkler. Der Kopf der Sturmmöwe ist rundlich, die dunklen Augen sind dünn rot umrandet. Der schlanke Schnabel und die Beine haben eine grünlich graue Färbung. Mit ausgestreckten Flügeln kann sie eine Spannweite von bis zu 115 cm erreichen. Der Körper an sich hat eine Länge zwischen 37 und 45 cm.

Die Heringsmöwe

Heringsmöwe

Die Heringsmöwen sind in Europa zu Hause und fliegen im Winter in den westlichen Mittelmeerraum und an die westafrikanische Küste. In Deutschland sieht man die Heringsmöwe vor allem im Sommer an der Nordseeküste. Auf ihrm Speiseplan steht hauptsächlich Fisch wie der atlantische Hering. Sie frisst aber auch Würmer, Krabben, Aas, Eier und Abfall.

Die Heringsmöwe ist der Silbermöwe und der Mantelmöwe sehr ähnlich. Die Hauptunterschiede liegen in der Größe, der Farbe der Füße und der Farbe der Flügel. So sind die Füße bei der Heringsmöwe leuchtend gelb während sie bei der Silbermöwe eher fleischfarben sind. Die Heringsmöwe ist außerdem kleiner als die Silbermöwe und die die Flügel der Heringsmöwe sind dunkler gefärbt. Ausgestreckt haben sie eine Spannweite von bis zu 140 cm. Der Körper an sich hat eine Länge von 52 bis 56 cm. Interessant ist außerdem, dass Heringsmöwen sehr gute und ausdauernde Flieger ist.

Die Mantelmöwe

Mantelmöwe

Die Mantelmöwe lebt vor allem im Nordatlantik und der Ostseeküste sowie der darum liegenden Inseln. Sie ist die größte Möwenart in Europa.

Die Mantelmöwe sieht der Silbermöwe ähnlich. Mantelmöwen sind überwiegend weiß und zeichnen sich durch eine schwärzlich gefärbte Oberseite aus. An den Spitzen der Flügel sind weiße Flecken. Der Schnabel ist sehr kräftig, gelb und hat einen roten Fleck. Die Beine haben eine rosa Färbung. Mit ausgestreckten Flügeln kann sie eine Spannweite von bis zu 170 cm erreichen. Der Körper an sich hat eine Länge von 61 bis 74 cm.

Die Mittelmeermöwe

Die Mittelmeerlöwe ist in ganz Europa verbreitet. In Deutschland lebt die Mittelmeermöwe, anders als der Name vermuten lässt, entlang von Flüssen.

Auch die Mittelmeermöwe sieht der Silbermöwe sehr ähnlich. Insgesamt wirkt diese Möwe jedoch ein wenig kompakter und zeigt einen noch kräftigeren Schnabel als die Silbermöwe. Des Weiteren kann man sie an dem sehr weißen Kopf und den auffällig gelben Beinen unterscheiden. Mit ausgestrecktem Flügel kann Sie eine Spannweite von bis zu 130 cm erreichen. Der Körperlänge varriiert zwischen 52 und 58 cm. 

Die Dreizehenmöwe

Die Dreizehenmöwe ist die einzige Hochseemöwe und der häufigste Vogel des Nordatlantiks. Sie lebt vor allem im Nordwesten Europas. Zu Ihrer Heimat zählen die Küsten von Skandinavien, England, Irland und Island.

Die Dreizehenmöwe sieht der Sturmmöwe in der Färbung und Größe sehr ähnlich, hat jedoch schwarze Beine. Die Hinterzehe ist noch mehr verkümmert als bei den anderen Möwenarten, daher kommt auch ihr deutscher Name. Mit ausgestreckten Flügelen kann sie eine Spannweite von bis zu 100 cm erreichen. Die Körperlänge variiert zwischen 37 und 42 cm.

Wenn sie nicht gerade brüten, dann leben sie auf dem offenen Meer. Hierbei fliegen sie sowohl niedrig über den Wellen als auch in hoher Höhe. Interessent hierbei ist vor allem, dass sie auf dem offenen Meer schlafen und das sogar auch bei schweren Stürmen und stark bewegtem Wasser.

Die Schwarzkopfmöwe

Schwarzkopfmöwe

Die Schwarzkopfmöwe ist in ganz Europa und an den Küsten von West- und Südafrika zu finden.

Schwarzkopfmöwen sehen auf den ersten Blick den Lachmöwen sehr ähnlich. Sie besitzen auch ein weißes Kleid, einen schwarzen Kopf mit rotem Schnabel und roten Beine. Allerding shat die Schwarzkopfmöwe weiße Federenden und einen kräftigeren Schnabel als die Lachmöwe. Mit ausgestreckten Flügeln kann sie eine Spannweite von bis zu 100 cm erreichen. Der Körper an sich hat eine Länge zwischen 37 bis 40 cm.

Die Zwergmöwe

Zwergmöwe

Die Zwergmöwe brütet vor allem in Sibirien und Eurasien und fliegt dann zur Überwinterung an die Küsten Europas. Mittlerweile konnten jedoch auch schon Brutnachweise von Zwergmöwen in Deutschland erbracht werden.

Die Zwergmöwe hat ein überwiegend weißes Fell mit grauen Flügeln. Auffällig sind vor allem der schwarze Kopf und die roten Beine. Mit ausgestreckten Flügeln kann sie eine Spannweite von bis zu 69 cm erreichen. Dier Körperlänge variiert zwischen 24 und 28 cm.

Die Skua (große Raubmöwe)

Skua

Die Skua zählt zu den Raubmöwen und unterscheidet sich zumindest äußerlich deutlich zu den zuvor vorgestellten Möwenarten. Ihr Gefieder ist überwiegend braun mit hellen Elementen an den Handschwingen. Mit ausgestreckten Flügeln kann sie eine Spannweite von bis zu 135 cm erreichen. Der Körper an sich hat eine Länge von 58cm.

Die Skua hat eine eher ungewöhnliche Verbreitung. Sie lebt rund um den Südpol und am Nordatlantik in Island, den Färöern Inseln und Nordschottland. Die Raubmöwe verbringt die meiste Zeit auf dem Meer. Nur zum Brüten geht sie zurück ans Festland. Die Skua ernährt sich vor allem von Fisch. Das besondere hierbei ist, dass sie diesen aber nicht selber jagt, sondern von anderen Vögeln oder von Booten klaut. An den deutschen Küsten ist die Skua nur sehr selten zu sehen.

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Hallo Awin