Eichhörnchen – Alle Infos inklusive Steckbrief

Eichhörnchen gehören zu meinen absoluten Lieblingstiere im Garten. Ich könnte ihnen stundenlang beim Klettern und springen zuschauen und freue mich immer sehr, wenn ein kleines Hörnchen den Weg in meinen Garten gefunden hat. Du siehst, ich bin ein Eichhörnchen-Fan. Daher habe ich mir das süße Nagetier einmal genauer angeschaut und einen Steckbrief erstellt. Weiter unten findest du zu den jeweiligen Themen weitere Ausführungen.

Eichhörnchen sitzt auf Baum
Eichhörnchen sitzt auf Baum

Steckbrief Eichhörnchen

 

 

 

Allgemeine Fakten

Klasse

Säugetiere

Ordnung

Nagetiere

Gattung

Baumhörnchen

Familie

Hörnchen

Art

Sciurus vulgaris

Unterarten

Über 190 Arten der Gattung Eichhörnchen

Bestand

Gering gefährdet

Lebenserwartung

3-12 Jahre

Gewicht

200-400g

Größe

20-25 cm

Geschwindigkeit

Bis zu 25 km/h

Äußere Merkmale

Fell

Struktur: buschig

Farbe: hellrot und dunkelrot bis schwarzbraun

Fellwechsel: Sommer- und Winterfell

Schwanz

Länge: bis 20 cm

Struktur: buschig

Funktion: Wärme im Winter, Schatten im Sommer, Gleichgewicht, Steuerruder, Kommunikation, Fallschirm 

Bauch

Farbe: weiß

Kopf

Ohren: stehend mit Pinseln im Winter

Gebiss: lange Nagezähne

Mund: gespaltene Oberlippe

Arme und Beine

Bewegliche Greifzehen

Scharfe Krallen

Muskulöse Hinterbeine

Leben und Verhalten

Vorkommen

Europa

Lebensraum

Nadel, Laub- und Mischwälder, Gärten, Parks, Dörfern, Städten, Friedhöfen, Kulturlandschaften

Wohnort

Auf Bäumen

Im Nest / Kobel

Lebensweise

Einzelgänger

Verhalten

Aktiv am Tag und im Sommer, im Winter weniger aktiv

Winter

Winterruher

Fähigkeiten

Bewegung

Flinke Bewegungen, Klettern, Springen,

Futter

Sammeln, Verstecken 

Sinne

Guter Höhrsinn, Guter Sehsinn

Nahrung

Kerne

Sonnenblumenkerne, Kürbiskerne, Pinienkerne, Haferkerne

Samen

Kiefernsamen, Hainbuchensamen, Fichtensamen, Tannensamen

Nüsse

Walnüsse, Haselnüsse, Bucheckern, Eicheln, Zirbelnüsse

Trockenobst / Früchte

Äpfel, Kiwis, Brombeeren, Himbeeren, Heidelbeeren, Hagebutten, Bananen, Trauben, Rosinen und andere Trockenfrüchte, Melone, Feigen

Gemüse

Karotten, Blattsalate, Kohlsorten, Gurke, Zucchini, Kürbis und alles was der Gemüsegarten her gibt

andere Tiere

Jungvögel, Blattläuse, Schnecken, Kleininsekten, Ameiseneier, Mehlwürmer, Raupen, Larven

Pilze

Champignons, Pfifferlinge, Trüffel, Austernpilze

Sonstiges

Maronen, frische Knospen, Löwenzahn, Kräuter, Tannenzapfen, Baumsaft

Fortpflanzung

Paarungszeit

Januar und Februar / August

Wurf

1-2 Mal im Jahr

Anzahl der Jungen

3-6 Jungen

Tragezeit

35-38 Tage

Aufzucht

8 Wochen

Nutzen

Ökologie

Walderhaltung

Bedrohung

Natürliche Feinde

Fuchs, Marder, Greifvögel, Katze, Hunde, Eulen, Raben

Mensch

Giftköder gegen Schädlinge, offene Regentonnen, Reduktion des natürlichen Lebensraums

Natur

Sturm, Kälte, Trockenheit

Sonstiges

Krankheiten, Parasiten

Allgemeine Fakten

Eichhörnchen zählen wohl zu den niedlichsten Nagetieren, die es hier in Deutschland in der freien Natur zu sehen gibt. Weltweit gibt es über 280 Hörnchen-Arten. In Europa und in Deutschland kommt allerdings nur eine einzige Art vor: das Europäische Eichhörnchen. Es ist ein Säugetier und gehört zur Familie der Hörnchen, dort zur Unterfamilie der Baumhörnchen und schließlich zur Gattung des Eichhörnchens. Man zählt insgesamt 5 Gattungen zu den Baumhörnchen mit 35 verschiedenen Arten. 29 Arten gehören dabei zum Eichhörnchen.  Weitere Eichhörnchen-Arten sind beispielsweise das Rotbauchhörnchen, das Grauhörnchen oder das Fuchshörnchen.

Die Lebenserwartung von Eichhörnchen ist von verschiedenen Einflussfaktoren abhängig. In der Regel wird das europäische Eichhörnchen in der freien Wildbahn nur etwa 3 Jahre alt.  Lebt es in Gefangenschaft kann es sogar bis zu 12 Jahre alt werden. Andere Eichhörnchen-Arten können auch älter werden. Mehr zur Lebenserwartung von Eichhörnchen findest du in diesem Artikel.

Eichhörnchen klettert auf Ast
Eichhörnchen klettert auf Ast

Eichhörnchen sind sehr kleine und leichte Tiere. Bei einer Größe von 20-25 cm wiegen sie nur etwa 200-400 Gramm. Durch die kräftige Muskulatur und das sehr leichte Skelett ist es perfekt an ein Leben in den Baumwipfeln angepasst. Das Eichhörnchen ist aber nicht nur zierlich, sondern es ist auch ganz schön schnell. Bis zu 25 km pro Stunde kann es sprinten – wenn es muss.

Äußere Merkmale des Eichhörnchens

Das Fell des Eichhörnchens

Eichhörnchen variieren in ihrer Fellfärbung von hellrot bis braunschwarz je nach Region und Jahreszeit. Von Ostsibirien aus in Richtung Westeuropa ändert sich die Fellfarbe von braunschwarz bis hellrot, in Mitteleuropa sind Eichhörnchen rötlich bis dunkelrot. Rötliche Tiere findet man in Tiefländern, schwarze mehr im Gebirge, sie sind mit ihrer Fellfarbe also perfekt getarnt und an eine kletternde Lebensweise in verschiedenen Wäldern angepasst. Auch die Felldichte nimmt Richtung Westen ab. Im Frühjahr und im Herbst findet beim Eichhörnchen ein Fellwechsel statt. Damit passt sich der Nager an die jeweiligen Außentemperaturen an. Im Sommer ist das Fell in der Regel heller und dünner, im Winter dagegen länger und buschiger. Der Bauch des Eichhörnchens ist aber immer weiß. Männchen und Weibchen lassen sich weder anhand ihrer Größe noch ihrer Fellfarbe voneinander unterscheiden.

Der Schwanz des Eichhörnchens

Das auffälligste Merkmal des Eichhörnchens ist sicherlich sein langer und buschiger Schwanz. Er kann bis zu 15 cm lang sein kann und ist damit fast groß wie das Eichhörnchen selbst. Ihm verdankt das Eichhörnchen auch seinen Namen „Sciuridae“ was so viel wie „schattenspendender Schwanz“ bedeutet. Der Schwanz hat für das Eichhörnchen verschiedene Funktionen. Im Sommer spendet er Schatten, im Winter wärmt er das Hörnchen, indem der Schwanz wie eine Decke um den Körper gewickelt wird. Außerdem kann das Eichhörnchen beim Klettern und Springen mit dem Schwanz die Richtung lenken und das Gleichgewicht halten. Bei Sprüngen aus großer Höhe dient der Schwanz außerdem als Segel bzw. Fallschirm, mit dem das Eichhörnchen den Fall abbremsen kann. Mehr zu den Springkünsten des Eichhörnchens findest du in diesem Artikel. Außerdem kommunizieren die Hörnchen untereinander mit Hilfe ihres Schwanzes.

Kopf und Gesicht des Eichhörnchens

Das erste was beim Gesicht des Eichhörnchens auffällt sind die großen Kulleraugen, mit denen der kleine Nager stets seine Umgebung nach Feinden oder Futter abscannt. Die großen Augen ermöglichen dem Hörnchen einen guten Rundumblick und auch die räumliche Wahrnehmung ist sehr gut. So hat es Feinde wie Katzen, Wiesel, Marder oder Krähen immer im Blick.

Zu den großen Augen kommt noch eine äußerst niedliche Nase mit den langen sogenannten Grannenhaaren hinzu. Die Nase der Eichhörnchen ist sehr fein – dadurch kann das Tier Nüsse noch 30 cm unter dem Schnee riechen. Ohne sie fänden Hörnchen ihre vergrabenen Vorräte nicht mehr wieder. Mehr über die Vorratshaltung der Eichhörnchen im Winter erfährst du hier.

Das typische Gebiss des Eichhörnchens weist 22 Zähne auf. Jede Kieferhälfte hat einen Nagezahn (4 Zähne), zwei Vorbackenzähne oben (4 Zähne) und einen Vorbackenzahn unten (2 Zähne) sowie drei Backenzähne (12 Zähne). Eckzähne hat das Eichhörnchen keine. Dadurch entsteht zwischen Nagezähnen und Backenzähnen eine Zahnlücke. Mehr zum Gebiss des Eichhörnchens erfährst du hier.

Eichhörnchen Gesicht
Eichhörnchen Gesicht

Eichhörnchen besitzen außerdem eine gespreizte Oberlippe. Dadurch kann man einen Blick auf die langen Nagezähne werfen. Mit den großen Zähnen kann das Eichhörnchen ohne Probleme Nüsse knacken. Besonders interessant ist, dass die Nagezähne stetig wachsen (bis zu 10 cm im Jahr!). In diesem Artikel kannst du mehr darüber lesen, wie Eichhörnchen Nüsse knacken und warum dies für die kleinen Nager überlebenswichtig ist.  

Auffallend sind außerdem die Ohren des Eichhörnchens mit den sogenannte „Pinseln“. Die typischen „Ohrenpinsel“ sind im Winter länger als im Sommer und halten die Ohren warm.

Arme und Beine des Eichhörnchens

Eichhörnchen sind wahre Kletter- und Springmeister. Sie können bis zu 5 Meter weit von Ast zu Ast springen oder sich aus schwindelerregender Höhe auf den Boden fallen lassen. Außerdem können sie nicht nur senkrecht nach oben klettern, sondern sich genauso gut auch kopfüber an einem Baumstamm bewegen. Dieses Klettertalent verdankt das Eichhörnchen seinen langen Armen und Beinen die jeweils lange und bewegliche Greifzehen mit scharfen Krallen aufweisen.

An den Vorderpfoten befinden sich vier lange, enorm bewegliche Finger mit langen gebogenen Krallen sowie ein verkümmerter Daumen. An den Hinterpfoten hat das Eichhörnchen fünf Zehen, die den Fingern ähnlich sind. Diese Finger und Zehen mit ihren langen messerscharfen Krallen erlauben den Tieren auch an glatten Rinden empor zu klettern sowie kopfüber wieder hinab zu kommen. Die Hände sind außerdem hervorragend zum Hantieren mit Nüssen, zum Nestbau und zum Vergraben von Vorräten geeignet.

Leben und Verhalten des Eichhörnchens

Wie bereits geschildert lebt bei uns in Deutschland das Europäische Eichhörnchen. Es fehlt in Europa lediglich auf Island, in Südengland, in Teilen der iberischen Halbinsel sowie auf den Mittelmeerinseln.

Das Eichhörnchen verbringt fast sein gesamtes Leben auf Bäumen. Daher sind Nadel-, Laub- und Mischwälder sein natürlicher Lebensraum. In Deutschland und vielen anderen europäischen Ländern hat sich das Eichhörnchen jedoch zum Kulturfolger entwickelt, das heißt: Es folgt dem Menschen in die Städte und lebt auch in Parks oder Gärten, da es dort vermehrt Futter findet.

Eichhörnchen sind tagesaktive Tiere und schlafen in der Nacht. Nichtsdestotrotz halten Eichhörnchen immer einen Mittagsschlaf in ihrem Kobel. Denn für sie beginnt der Tag schon sehr früh am Morgen. Bereits in den frühen Morgenstunden macht sich das Eichhörnchen auf die Suche nach Futter. Am Nachmittag ist es dann erschöpft und zieht sich in sein Nest zurück.

Der Eichhörnchen Kobel

Das Eichhörnchen-Nest wird auch Kobel genannt und hat über das Jahr verteilt mehrere Funktionen. Der Kobel dient dem Eichhörnchen als Schlafplatz, Rückzugsort, als Schutz vor Regen, Kälte und Sturm oder vor Angriffen durch natürliche Feinde wie Marder und Greifvögel wie bspw. der Habicht. Außerdem ist der Kobel auch das Nest für den Nachwuchs im Frühjahr. Eichhörnchen haben aber nicht nur einen Kobel, sondern sie bauen gleich 2-8 Nester, sodass sie zu jeder Zeit einen „Wohnsitz“ haben, falls der sogenannte Hauptkobel zerstört oder bspw. von Parasiten befallen wurde.

Den Kobel bauen die Eichhörnchen selbst, am liebsten hoch oben in den Baumkronen und immer dicht am Stamm. Gerne nutzen sie auch Höhlen in Baumstämmen oder verlassene Vogelnester. In Großstädten kommt es nicht selten vor, dass sich Eichhörnchen ihr Nest auch auf Balkonen oder sogar Fensterbankenbauen.

Eichhörnchen an einer baumhöhle
Eichhörnchen an einer baumhöhle

Das Grundgerüst des Nests besteht aus Reisig und Zweigen sowie Nadeln und Blättern. Dabei gibt sich das Hörnchen viel Mühe, es wird genagt, gezogen und gerupft. Von Innen wird der Kobel mit weichen Materialien gut gepolstert. Hierfür nutzt das Hörnchen Moos, Federn, Rinde und Gras. Das sorgt für Komfort und hält Kälte und Nässe ab. Wenn du mehr über den Kobel und die Schlafggewohnheiten von Eichhörnchen erfahren möchtest, kannst du hier weiterlesen.

Eichhörnchen im Winter

Das Eichhörnchen macht zwar keinen Winterschlaf, hält aber eine sogenannte Winterruhe. Wenn die kalte Jahreszeit beginnt, schränken die Eichhörnchen ihre Aktivitäten stark ein und kommen nur noch für ein paar Stunden am Tag aus ihrem Kobel heraus. Im Winter schlafen sie zwischen 18 und 20 Stunden. Das erklärt auch, warum man im Winter tagsüber selten Eichhörnchen sieht.

Eichhörnchen im Winter
Eichhörnchen im Winter

Dies führt außerdem dazu, dass die Nager nur ein begrenztes Zeitfenster zur Verfügung haben, um Nahrung zu suchen. Im Gegensatz zu anderen Tieren legen sich Eichhörnchen keine Fettschicht an, sondern müssen auch im Winter ständig Nahrung zu sich nehmen, um zu überleben. Da sich die Nahrungssuche im Winter deutlich schwieriger gestaltet als im Sommer verstecken die Eichhörnchen bereits im Herbst Vorräte für den Winter. Die gesammelten Nüsse werden an unterschiedlichen Orten unter der Erde versteckt. Besonders interessant dabei ist, dass die Eichhörnchen jede Nussart an einem anderen Ort aufbewahren. Mehr dazu erfährst du hier.

Fähigkeiten des Eichhörnchens

Eichhörnchen weisen eine Reihe von bemerkenswerten Fähigkeiten auf. Wie bereits geschildert sind sie unglaublich gute Kletterer und können sehr weit springen. In den Baumkronen sind sie allen anderen Tieren überlegen. Warum Eichhörnchen auch nicht vom Baum fallen kannst du hier nachlesen.

Aber auch am Boden kann sich das Eichhörnchen ziemlich schnell bewegen, denn die Nahrungssuche findet vorwiegen am Boden statt. Bis zu 25 Km/h kann es sprinten, bspw. wenn es von einem Feind gejagt wird. Generell bewegt es sich am Boden in kleinen Sprüngen vorwärts und scannt immer wieder die Umgebung nach Feinden ab. Auch im Verrenkungen machen sind die Eichhörnchen ziemlich gut, vor allem wenn es darum geht an Futter zu gelangen. Das kann manchmal ganz schön gefährlich aussehen. Obwohl Eichhörnchen auf Bäumen leben, können sie schwimmen aber das mögen Eichhörnchen nicht so gerne, da sich das Fell sehr schnell mit Wasser vollsaugt.

Eichhörnchen greift nach Futter
Eichhörnchen greift nach Futter

Eichhörnchen sind aber nicht nur Meister im Klettern, sie sind auch Meister im Sammeln und Verstecken. Bis zu 10.000 Nüsse sammeln die fleißigen Nager im Herbst um sie für den Winter im Erdboden zu verstecken. Wie Eichhörnchen ihre ganzen Verstecke wieder finden ist jedoch noch nicht vollständig geklärt. Einig ist man sich aber darüber, dass sie sie nicht nur mit der Nase finden, denn ihr Geruchssinn ist nicht stark genug und sie können die Nüsse erst riechen, wenn sie sich schon in unmittelbarer Nähe zum Versteck befinden. Das heißt, die kleinen Nager müssen es sich offenbar merken können, wo sie ihre Vorräte vergraben haben. Für die Größe ihres Gehirns eine unglaublich gute Leistung! Beim Wiederfinden der Vorräte hilft ihnen ihre Ordentlichkeit. Wie oben bereits beschrieben, verstecken die Eichhörnchen die verschiedenen Nüsse nicht wahllos durcheinander, sondern jede Nusssorte erhält ein eigenes Versteck.

Auch wenn das Eichhörnchen keinen sehr gut ausgebildeten Geruchssinn hat, glänzt es durch andere, sehr gut ausgeprägte Sinnesorgane. So hat es seitlich am Körper sogenannte Sinneshaare, die zur besseren Orientierung dienen. Mit ihren die großen Augen können sie außerdem gut sehen, allerdings können sie keine Farben erkennen. Der wichtigste Sinn des Eichhörnchens ist aber mit Sicherheit sein gutes Gehör. Damit kann es sofort jede hörbare Veränderung in der Umgebung registrieren, wobei bestimmte Geräusche eine schnelle Flucht bewirken.

Nahrung des Eichhörnchens

Eichhörnchen sind Allesfresser und ihre Nahrung richtet sich stets nach dem Angebot, welches von der Umgebung und von der Jahreszeit abhängig ist. Damit die kleinen Nager überleben können, sind samentragende Bäume wie Hasel-, Walnüsse, Fichtensamen, Kiefernzapfen äußerst wichtig. Dem Eichhörnchen schmeckt eigentlich so gut wie alles aber natürlich haben sie auch Lieblingsspeisen. Dazu zählen vor allem Nüsse wie Haselnüsse oder Walnüsse die es mit seinen starken Nagezähnen kinderleicht knacken kann. Baumfrüchte wie Bucheckern oder Sonnenblumenkerne werden auch gerne gegessen. Auf dem Speiseplan stehen außerdem Beeren, Pilze, Knospen und Triebe frischer Zweige, Rinde oder Obst sowie in der Not auch Vogeleier oder Jungvögel. Warum Nüsse für das Eichhörnchen überlebenswichtig sind erfährst du hier.

Abhängig von Größe und Jahreszeit verzehrt ein Eichhörnchen etwa 35 bis 80 g Futter pro Tag. Im Sommer sind es um die 80 Gramm, im Winter um die 35 Gramm täglich.

Eichhörnchen mit Nuss
Eichhörnchen mit Nuss

So neugierig wie Eichhörnchen sind, probieren sie so ziemlich alles aus was sie finden und haben in der Tat viele Nahrungsmittel liebgewonnen, die sie eigentlich eher nicht essen sollten. Dies betrifft vor allem Lebensmittel, die von unwissenden Menschen an Eichhörnchen verfüttert werden oder die sie in Städten finden. Zusätzlich zu den vorgestellten natürlichen Nahrungsmitteln gelangen Eichhörnchen auch immer öfter an Nahrungsreste, die sie in Parks oder in Mülleimern finden. Darüber hinaus stibitzen sie auch gerne Futter, das für andere Tiere bestimmt ist. Sie gehen unglaublich gerne an Vogelhäuser oder Futterstationen für Vögel und fressen dort die Körner und Samen oder auch Meisenknödel. Auch zu Hunde- oder Katzenfutter sagen sie nicht nein.

Vor allem in den kalten Wintermonaten freuen sich Eichhörnchen sehr über deine Hilfe. Warum und wie du Eichhörnchen im Winter füttern solltest kannst du hier nachlesen.

Fortpflanzung des Eichhörnchens

Das Eichhörnchen kann zwei Mal im Jahr Junge gebären. Die erste Paarungszeit ist Ende Januar, die zweite beginnt im Spätsommer bis Ende August. Nach etwa 38 Tagen Tragezeit bringt das Eichhörnchen-Weibchen zwischen zwei und sechs Babys auf die Welt. Diese werden in dem eigens errichteten „Wurfkobel“ aufgezogen. Der Eichhörnchen Vater zieht nach der Paarung mit in das Nest ein und bleibt so lange bei der trächtigen Mutter, bis sie die Jungen zur Welt gebracht hat. Mit der Aufzucht der Kleinen, hat das Männchen dann nichts mehr zu tun, denn spätestens nach der Geburt verjagt die Mutter ihn aus dem Nest.

Die Eichhörnchen-Babys kommen vollkommen nackt und blind zur Welt und sind zunächst komplett hilflos und auf die Fürsorge der Mutter angewiesen. Daher werden Eichhörnchen-Babys auch als Nesthocker bezeichnet. Nur ein Viertel der Jungen überlebt das erste Lebensjahr, und nur 1 % aller Eichhörnchen wird 5 Jahre alt oder älter. Mehr zu Eichhörnchen-Babys findest du in diesem Artikel.

Es kommt nicht selten vor, dass wir Menschen im Frühjahr oder im Sommer auf kleine Baby-Eichhörnchen stoßen, die aus dem Nest gefallen sind. Im Gegensatz zu ausgewachsenen Tieren, können die Jungtiere den Fall aber nicht abfangen und landen daher ungebremst auf dem Boden.

Baby Eichhörnchen
Baby Eichhörnchen

Oft fallen Baby-Eichhörnchen aus dem Nest, wenn wir Menschen im Wald Bäume fällen. Oben in den Baumkronen befindet sich der Kobel des Eichhörnchens mitsamt den Jungen, die dann ungeschützt auf den Boden stürzen. Aber auch ein heftiger Sturm kann dazu führen, dass die Jungtiere mitsamt Kobel vom Baum fallen. Manchmal ist es auch so, dass die Mutter lange wegbleibt oder sogar bei der Futtersuche getötet wird. Der Hunger der Babys treibt sie dann aus dem Nest und sie stürzen ungewollt ab. Was du tun kannst, wenn du ein Eichhörnchen-Baby findest erkläre ich dir hier.

Der Nutzen des Eichhörnchens

Wie schon beschrieben halten Eichhörnchen keinen Winterschlaf und sammeln bereits im Herbst Vorräte für den Winter. Dazu vergraben die Tiere Samen, Nüsse oder Pilze im Boden, meist in der Nähe von Baumstämmen, oder verstecken sie in Spalten.

Diese Verstecke werden allerdings häufig nicht mehr gefunden und die Vorräte verbleiben in der Erde. Im Frühjahr beginnen die eingegrabenen Samen dann zu wachsen. Das Eichhörnchen leistet daher einen großen ökologischen Beitrag zum Waldaufbau.

Bedrohung für das Eichhörnchen

Grundsätzlich gilt das Eichhörnchen in Europa nicht als bedroht. Allerdings weiß man nur sehr wenig über die Bestandssituation, denn die Zahlen schwanken stark in Abhängigkeit von der Nahrungsverfügbarkeit. Der zunehmende Verlust von alten Laub- und Mischwäldern trägt so beispielsweise auch zum Rückgang der Populationen bei.

Natürliche Feinde des Eichhörnchens

Wie jedes andere Tier haben auch Eichhörnchen aber auch einige natürliche Feinde. Zu ihnen zählen zum Beispiel Katzen, Waschbären, Marder, Füchse oder Greifvögel. Wenn du in deinem Garten beispielsweise eine geeignete Futterstation für Eichhörnchen einrichten möchtest, solltest du immer sicherstellen, dass sich das Futterhaus außer Reichweite von Feinden befindet und keine Gefahr durch Straßenverkehr besteht. Es gibt spezielle Futterstationen für Eichhörnchen, welche nicht in Menschennähe oder Katzenreichweite aufgestellt werden sollten. Am besten man montiert das Futterhäuschen hoch in einem Baum oder hängt einen kleinen Futterkorb an Zweige, um eine artgerechte Fütterung zu ermöglichen. Mehr Infos zur Anbringung von Futterhäuschen oder dem Aufstellen einer Futterstation findest du hier.

Katze beobachtet Eichhörnchen
Katze beobachtet Eichhörnchen

Wann das Wetter eine Bedrohung darstellt

Aber das Eichhörnchen hat nicht nur natürliche Feinde. Auch schlechte Wetterbedingungen können den kleinen Nagern das Leben schwer machen. Heftige Stürme und starkes Unwetter können beispielsweise dazu führen, dass ganze Nester vom Baum fallen. Darüber hinaus sind extrem kalte Wintermonate oder extrem heiße Sommer ebenfalls bedrohlich. In beiden Situationen ist es äußerst wichtig, dass das Eichhörnchen genügend Wasser findet. Auch dabei kannst du helfen – hier erkläre ich dir wie.

Der Mensch als Bedrohung für das Eichhörnchen

Wie bereits geschildert leben Eichhörnchen in der freien Natur nur etwa drei Jahre. Kleine Eichhörnchen Jungen werden oftmals kein Jahr alt. Neben den natürlichen Feinden und dem Wetter spielen hier natürlich auch Krankheiten oder Parasitenbefall eine Rolle. Nicht zuletzt muss auch der Mensch als Bedrohung genannt werden, denn wegen ihm schrumpft der natürliche Lebensraum des Eichhörnchens immer weiter, sodass es oftmals keinen sicheren Ort für den Bau seinen Kobel mehr findet. Das Baumfällen und die zunehmende Urbanisierung sind hierfür ausschlaggebende Gründe.

Doch auch du kannst in deinem Garten einen Nistplatz für Eichhörnchen einrichten. Wie das geht und auf was du achten musst erfährst du hier.

Außerdem findest du hier die besten 8 Tipps um Eichhörnchen in den Garten zu locken.

Diese Artikel könnten dich auch interessieren:

Was fressen Eichhörnchen? Alles was du wissen musst!

Das Eichhörnchen Nest: Schlafplatz, Schutz und Aufzucht

Eichhörnchen Baby – Alles was du wissen musst

Eine Antwort schreiben

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.