Was fressen Waschbären?

Waschbären sind Allesfresser und ernähren sich sowohl von Pflanzen als auch von Tieren. Aufgrund dieser Nahrungsflexibilität können Waschbären sowohl in der Wildnis als auch in der Stadt sehr gut überleben. In manchen Regionen Deutschlands hat sich der Waschbär in den letzten Jahren zu einer regelrechten Plage entwickelt, denn die Tiere vermehren sich exponentiell. Daher ist es nicht verwunderlich, dass immer mehr Menschen Waschbären in ihrem Garten oder sogar im Haus antreffen. Wie alle Tiere ist auch der Waschbär meist auf der Suche nach Futter – und in der Nähe von Menschen findet er einen reich gedeckten Tisch.

Ich habe mich über die Nahrung von Waschbären erkundigt und möchte in diesem Artikel genauer darauf eingehen, was der Waschbär am liebsten frisst.

Waschbären passen ihre Ernährung stets an ihren Lebensraum an und finden daher so gut wie überall Nahrung. Waschbären, die in städtischen Gebieten leben, fressen Essensreste aus dem Müll, Katzen- und Hundefutter oder Fallobst. Wilde Waschbären leben von Gemüse, Obst und Nüssen sowie von kleinen Vögeln, Amphibien, Kleintieren, Reptilien, Insekten und Fischen.

Die Nahrung von Waschbären

Der Waschbär frisst so ziemlich alles was er findet und passt sich gut an die Lebensräume und Gegebenheiten an, in denen er zu Hause ist. Waschbären leben in kalten und warmen Klimazonen, in städtischen Gebieten und auf dem Land. Ihre Ernährung besteht sowohl aus Pflanzen als auch aus Tieren. Er ist also ein Allesfresser mit einer Vorliebe für Fisch, Fleisch, überreifes Obst sowie Milchprodukten und Brot. In der freien Natur bevorzugt er Pflanzen, Insekten und Würmer aber auch eine Vielzahl von Früchten, Getreide, Nüssen und Gemüse. Auch Vogeleier stehen manchmal auf dem Speiseplan, jedoch räumt ein Waschbär nicht gezielt Vogelnester aus.

Waschbären beim fressen
Waschbären beim fressen

Der Waschbär passt sich außerdem an die Jahreszeit und das damit einhergehende Nahrungsangebot an. Im Herbst frisst er beispielsweise viele kalorienhaltige Eicheln, um sich Winterspeck anzulegen. Im Frühling gibt es hingegen viele Amphibien wie Frösche. Hier greift der Waschbär dann auch gerne zu. Der Waschbär ist außerdem ein nachaktives Tier und geht nachts auf Nahrungssuche. Dies ist auch ein Grund, weshalb wir Menschen den Waschbären am Tag kaum zu Gesicht bekommen.

Besonders interessant ist, dass Waschbären in der freien Wildbahn ihr essen oft in Wasser tauchen. Der Grund hierfür ist jedoch nicht eindeutig geklärt. Waschen sie ihr Essen? Machen sie ihr Essen weich? Befeuchten sie es, um das Schlucken zu erleichtern? Oder spielen sie einfach nur im Wasser? Die Antwort weiß nur der Waschbär. Mehr interessante und lustige Fakten zu Waschbären findet ihr hier.

Pflanzliche Nahrung

Waschbären, die im Wald leben fressen gerne Beeren wie Brombeeren oder Himbeeren sowie anderes Obst wie Äpfel oder Kirschen (diese lieben sie besonders). Auch Nüsse und Getreide stehen auf dem Speiseplan. Diese Nahrungsmittel findet der Waschbär meist in Misch- und Laubwäldern, die seinen bevorzugten Lebensraum darstellen. In der kalten Jahreszeit greift der Waschbär verstärkt zu kalorienreicheren Lebensmitteln wie Nüssen, besonders gerne zu Eicheln, um sich ausreichend Winterspeck anzufuttern.

Der Waschbär ist optimal an ein Leben im Wald angepasst, denn mit seinem langen Schwanz und seinen scharfen Krallen kann er gut klettern und von Baum zu Baum springen. Hier pflückt er dann Baumfrüchte direkt vom Ast oder greift auch gerne zu frischen Blättern. Das Angebot an pflanzlicher Nahrung im Wald ist fast unbegrenzt, weshalb diese Nahrungsmittel einen Großteil seiner Ernährung ausmachen.

Waschbär auf Baum
Waschbär auf einem Baum

Tierische Nahrung

Waschbären in freier Wildbahn sind Meister im Fischen. Mit ihren Pfoten fangen sie Fische, Krebse, Frösche oder kleine Reptilien kinderleicht. Sogar größere Tiere wie Enten müssen sich vor dem Waschbären in Acht nehmen. Daher lebt der Waschbär auch bevorzugt in der Nähe von Bächen, Flüssen oder anderen Wasserquellen.

Auch Vogelnester sind vor dem Waschbären nicht sicher. Als guter Kletterer kommt es nicht selten vor, dass er Vogeleier aus den Nestern stiehlt. Man darf nicht vergessen, der Waschbär ist ein wildes Raubtier. Er jagt gerne und fängt Ratten, Eichhörnchen, Frösche oder Mäuse. Mit seinen Pfoten und scharfen Krallen fängt er aber nicht nur kleine Nagetiere, sondern kann auch größere Tiere verletzten oder sogar töten. Auch ein Hühnerstall ist vor einem Waschbären nicht sicher. Wenn ihn der Jagdtrieb packt, hinterlässt er ein Schlachtfeld, was für viele Landwirte und Tierhalter ein grausames Bild darstellt. Denn sein Gebiss enthält scharfe Eckzähne, mit denen er seine Beute regelrecht zerreißen kann. Die Backenzähne sind dagegen dafür da, um die Nahrung zu zerkleinern. Der Waschbär ist darüber hinaus sehr intelligent. Er passt sich an verschiedene ökologische Lebensräume an und sichert sich so sein Überleben.

Waschär auf der Suche nach Futter im Wasser
Waschär auf der Suche nach Futter im Wasser

Würmer und Insekten

Ein Großteil der Waschbären-Nahrung besteht jedoch aus Würmern, Insekten oder Schnecken. Vor allem bei Regen kann der Waschbär hier zuschlagen. Insekten und Würmer stellen für Waschbären eine einfache Mahlzeit dar, da er sie mit ausgestreckten Händen schnell fassen kann. Außerdem hat der Waschbär ein ausgezeichnetes Gehör. Seine Ohren sind so gut, dass er sogar hören kann, wenn ein Regenwurm unter der Erde seine Gänge gräbt. Hat der Waschbär einen Regenwurm lokalisiert, kommt sein außerordentlich guter Tastsinn zum Einsatz. Er gräbt, bis er seine Beute zu fassen bekommt.

Was essen Waschbären in städtischen Gebieten?

In dicht besiedelten Gebieten ist es für Waschbären jedoch schwieriger, jene Lebensmittel zu finden, die sie normalerweise essen. Vögel, Vogeleier, Nagetiere und Eichhörnchen sind in einigen Umgebungen noch verfügbar, aber normalerweise nicht so zahlreich. Auch Nuss- und Obstbäume sind in unseren Städten heutzutage kaum mehr zu finden. Doch Waschbären sind schlau und werden auch in der Stadt nicht verhungern. Ihr Lieblingsort, um nach Nahrung zu suchen, sind unsere Mülltonnen und Komposthaufen. In Gärten finden sie oftmals auch Hunde- oder Katzenfutter, dass sie liebend gerne verschmähen. Hier erfährst du, wie du Waschbären von Katzenfutter fernhältst. Um den gefräßigen Kleinbären aus deinem Garten fernzuhalten solltest du es unbedingt vermeiden, organische Lebensmittel auf einen offenen Komposthaufen zu legen.

Waschbär in Mülltonne
Waschbär in Mülltonne

Menschliche Nahrung

Das Öffnen von unverschlossenen Türen und Mülleimern ist für Waschbären relativ einfach. Daher sind Mülltonnen ein äußerst einladender Ort, um nach Futter zu suchen. Als Allesfresser werden sie vom Geruch jeglicher Lebensmittelreste angezogen. Sie fressen faules Gemüse und Obst genauso wie Brotreste, Milchprodukte oder andere Dinge, die wir Menschen in den Müll werfen. Waschbären benutzen außerdem ihre Pfoten und Finger, um ihr Essen zu inspizieren und unerwünschte Stücke zu entfernen, bevor sie es essen. In einigen Fällen kann es sogar passieren, dass ein Waschbär auf der Suche nach Nahrung bis in dein Haus eindringt. Beispielsweise wenn er vom Geruch von Essensresten oder Haustier-Futter angezogen wird.

Fazit

Obwohl menschliche Nahrungsmittel aus Mülleimern sicherlich keine ausgewogene Ernährung für einen Waschbären darstellen, reicht es für das Überleben des Waschbären vollkommen aus. Waschbären fressen fast alles, um ihr Überleben zu sichern.

Hier findest du 10 Tipps wie du Waschbären aus deinem Garten vertreiben kannst.

In jedem Fall solltest du es vermeiden, Waschbären in deinem Garten oder generell in der Stadt zu füttern. Außerdem können Waschbären verschiedene Krankheiten und Parasiten übertragen, weshalb du ihnen am besten nicht zu nahekommen solltest.

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