Wo leben Waschbären? Alles über den Lebensraum der Waschbären

Waschbären sind für viele Garten- und Hausbesitzer zu einer echten Plage geworden. So süß die kleinen Bären auch sind, sie sind waschechte Raubtiere und können massive Schäden in Haus und Garten anrichten. In Deutschland soll es über eine Millionen Waschbären geben und die Tiere vermehren sich exponentiell. Der nordamerikanische Kleinbär findet daher immer häufiger seinen Weg in unseren Garten oder in unser Haus.

In diesem Artikel möchte ich die Frage beantworten: Wo leben Waschbären? Und darüber hinaus: Wo halten sie sich in der Nacht und am Tag auf?  Außerdem gehe ich darauf ein, welche Unterschiede zwischen Waschbären in ländlichen Gebieten und Waschbären in städtischen Gebieten bestehen.

Waschbären leben in Misch- und Laubwäldern und dort in Baumhöhlen, bevorzugt in unmittelbarer Nähe zum Wasser und am Boden. Waschbären können aber auch in Felsspalten, in dichtem Gestrüpp, in Dachsbauten oder in Wurzelstöcken leben. Waschbären in städtischen Gebieten leben in Gartenhäuschen oder Schuppen, auf Dachböden oder in Garagen.

Lebensraum und Verbreitung der Waschbären

Der Waschbär stammt ursprünglich aus Nordamerika, hat sich aber fast über die gesamte USA bis in den Süden von Kanada ausgebreitet. Seit dem letzten Jahrhundert ist er aber auch bei uns in Europa, im Kaukasus und in Japan vertreten. Auch in Deutschland hat der Waschbär einen Lebensraum gefunden und zählt inzwischen sogar zu den heimischen Tierarten.

Waschbär in einer Baumhöhle
Waschbär in einer Baumhöhle

Zu uns gekommen ist der Waschbär als Pelzlieferant aus Nordamerika und verbrachte sein Leben in Europa hauptsächlich in Pelzfarmen. Dabei kam es jedoch vor, dass Tiere ausgesetzt wurden oder sogar entkommen sind und sich so in freier Wildbahn verbreitet haben. Jahre später wurde er in Deutschland sogar bewusst ausgesetzt, um ihn anzusiedeln.

Während Waschbären früher nur in gemischten Baumwäldern zu finden waren, haben sie sich heute aufgrund ihrer Anpassungsfähigkeit in weiteren natürlichen Lebensräumen aber auch in Städten und Vororten ausgeweitet. Im Jahr 2016 wurde der Waschbär von der EU als invasive Art deklariert.

Waschbären finden in der Nähe von Wasser viel Nahrung und leben daher bevorzugt in Wassernähe. Dort jagen sie und erbeutet beispielsweise kleine Fische, Krebse und Frösche. Doch im Wald gibt es manchmal Zeiten, in denen Nahrungsknappheit herrscht. Dann sucht sich der Waschbäre seinen Weg in urbanisierte Gebiete, denn in menschlicher Nähe findet er reichlich zu fressen.

Wo leben die meisten Waschbären in Deutschland?

Es lässt sich nicht genau sagen, wo die meisten Waschbären in Deutschland oder in den verschiedenen Bundesländern leben. Allerdings ist die Population in den letzten Jahren exponentiell angestiegen. Vor allem in Hessen und in Ostdeutschland sind Waschbären zu einer Plage geworden. Auch der Großraum Kassel hat mit einer hohen Population von Waschbären zu kämpfen. Die Wahrscheinlichkeit, dass auch du einen Waschbären in deinem Garten oder in deinem Haus findest, ist also sehr hoch.  

Waschbär auf Baumstamm
Waschbär auf Baumstamm

Wo leben Waschbären nachts?

Waschbären sind nachtaktive Tiere und daher nachts viel unterwegs. In der Dämmerung verlassen die Waschbären ihre Verstecke in Baumhöhlen, Felsspalten, Dachböden oder Gartenschuppen und gehen auf Nahrungssuche. In ländlichen Gebieten legen Waschbären nachts auf der Suche nach Nahrung durchschnittlich 30 km zurück. Bei Sonnenaufgang gehen die Waschbären schließlich zurück in ihre Höhlen, um dort den Tag über zu schlafen und sich auszuruhen.

Wo leben Waschbären am Tag?

Am Tag sind die Waschbären meist in ihren Höhlen und schlafen. Es gibt einen Mythos, der besagt, dass Waschbären, die tagsüber gesehen werden, tollwütig sind. Dies ist jedoch nicht wahr. Im Allgemeinen werden Waschbären tagsüber nur gesehen, wenn sie hungrig sind, denn manchmal jagen Waschbären auch tagsüber. Dies tritt häufig in städtischen Umgebungen auf oder während der Geburtszeit, wenn die Waschbärenmutter gezwungen ist, ihre Gewohnheiten zu ändern.  

In der Regel bekommt man Waschbären aber tagsüber kaum zu Gesicht. Die Tiere sind scheu und bleiben gerne unsichtbar.

In ländlichen Gebieten leben Waschbären am Tag häufig in Baumhöhlen sowie anderen verlassenen Höhlen in dicht bewaldeten Gebieten. Diese bieten Schutz und viel Vegetation. Eine Waschbär-Höhle muss außerdem in der Nähe zum Wasser liegen. 

Waschbär sucht im Wasser nach Nahrung
Waschbär sucht im Wasser nach Nahrung

Waschbären haben mehrere potenzielle Ruheplätze für den Tag und bewegen sich oft zwischen ihnen hin und her. Einige Waschbären ziehen sogar jeden Tag in eine andere Höhle. In ländlichen Gebieten nutzen Waschbären ihre Höhlen manchmal nur für eine kurze Zeit und suchen sich dann eine neue Bleibe. In städtischen Gebieten ist dies jedoch nicht der Fall. Hier bleiben die Waschbären meist in einer Höhle und bewegen sich auch nicht zwischen mehreren Höhlen hin und her.

Wo leben Waschbären in städtischen Gebieten?

In nicht bewaldeten Gebieten verwenden Waschbären tagsüber Felsspalten oder Haufen aus Ästen und Laub als Schutz. Besonders gerne leben Waschbären aber in Gartenhäusern, Schuppen oder auf Dachböden. Dort können die Weibchen auch ihre Jungtiere besonders gut aufziehen.

Waschbären in Städten können eine höhere Population erreichen als in ländlichen Gebieten. Dies ist auf die große Verfügbarkeit von Lebensmitteln zurückzuführen. Die leicht verfügbaren Nahrungsquellen und die endlosen Unterkünfte in Städten führen dazu, dass sich Waschbären sehr schnell fortpflanzen. Waschbären haben außerdem keine natürlichen Fressfeinde, was eine Ausbreitung begünstigt.

Studien haben gezeigt, dass Waschbären in städtischen Umgebungen ihre Bewegungen im Allgemeinen auf einen kleineren Bereich beschränken. Der Grund ist einfach: Städte bieten viel mehr Nahrung, Unterkunft und potenzielle Partner in einem kleineren geografischen Gebiet, sodass die Notwendigkeit, große Entfernungen zurückzulegen, einfach nicht vorhanden ist. Tatsächlich vermeiden clevere städtische Waschbären sogar das Überqueren von Hauptstraßen. Trotz vieler Straßen und hohem Verkehrsaufkommen sind Städte für Waschbären somit ein sicherer Lebensraum.

Wie kommen Waschbären in mein Haus?

Wenn es nachts auf dem Dachboden rumpelt und poltert, ist oft ein Waschbär am Werk. Der dämmerungs- und nachtaktive Kleinbär ist ein hervorragender Kletterer und sucht in der Stadt oft Unterschlupf auf Dachböden in Schuppen, Gartenhäusern oder auch in Kellern und Garagen.  

Meist steigt er über Schornsteine und Dachfenster ins Haus, um sich ein ruhiges Plätzchen zum Überwintern oder für die Aufzucht seiner Jungen zu suchen. Hast du eine Waschbär-Mama mit Babys zu Gast in deinem Haus bleiben diese für etwa 8-10 Wochen, bis die Jungen groß genug sind, um die Höhle verlassen zu können.

Meist bleibt der Waschbär aber gar nicht lange und bewohnt dein Haus nur für einen Tag. Denn wie bereits geschildert, kann er mehrere Tagesruheplätze haben und dein Haus ist womöglich nur einer davon. Manchmal kommt es aber auch vor, dass sich der Waschbär für einen längeren Zeitraum bei dir einnistet.

Damit Waschbären erst gar nicht den Weg in dein Haus finden, solltest du alle möglichen Eingänge gut verschließen! Denn die Tiere zu fangen und an einem anderen Ort wieder auszusetzen, ist nach dem Bundesjagdgesetz nicht erlaubt. Auch Jäger können nicht viel ausrichten, denn Jagen ist in Wohngebieten verboten.  

Hier findest du 10 Tipps wie du Waschbären vertreiben kannst.

Lebensweise der Waschbären

Wie schon erklärt, ist der Waschbär dämmerungs- und nachtaktiv und lebt vorwiegend auf dem Boden. Als Unterschlupfe nutzt er Baumhöhlen, Wurzelstöcke, Dachböden und Keller. Er hat sehr große Wohnbezirke, deren Fläche zwischen 100 und 4900 ha liegen kann. Waschbären sind Einzelgänger und gehen Auseinandersetzungen mit Artgenossen weitgehend aus dem Weg. Ihre Wohnbezirke überschneiden sich häufig, werden aber normalerweise nicht verteidigt.

Männliche Waschbären (Rüden) und weibliche Waschbären (Fähen) haben unterschiedliche Gewohnheiten. Weibliche Waschbären wählen während der Brutzeit normalerweise Baumhöhlen, die weiter oben im Baum sind, damit sie besser vor Feinden geschützt sind. Darüber hinaus haben Studien gezeigt, dass sich Männchen in ländlichen Gebieten häufiger und weiter wegbewegen als Weibchen. Männchen legen zwischen acht und 50 Kilometer zurück, Weibchen hingegen nur zwischen drei und 15 Kilometer. Dies ist damit zu erklären, dass es die Männchen sind, die auf die Partnersuche gehen.

Waschbär
Waschbär

Waschbären halten keinen richtigen Winterschlaf, sondern hält in der kalten Jahreszeit eine mehrmonatige Winterruhe. Da die Tiere in dieser Zeit bis zur Hälfte ihres Gewichtes verlieren, müssen sie sich im Spätsommer und Herbst eine dicke Speckschicht anfressen. Als Winterruher müssen sie aber auch in der kalten Jahreszeit täglich Nahrung zu sich nehmen. Vor allem im Winter herrscht jedoch oft Nahrungsknappheit, weshalb der Waschbär in dieser Jahreszeit vermehrt in städtische Gebiete eindringt. Dabei werden sie vor allem von Essensresten in Mülleimern angezogen, da diese eine leicht zugängliche Nahrungsquelle darstellen.

Eine Antwort schreiben

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.