Was fressen Ameisen?

Ameisen gehören wohl zu den eher unbeliebten Tieren im Garten und auch ich finde die Insekten vor allem im Sommer sehr nervig. Sobald etwas Fressbares zu Boden fällt, macht sich eine Horde von Ameisen darüber her. Und auch im Haus hatte ich schon mit der ein oder anderen Ameisenstraße zu kämpfen.

Weltweit gibt es rund 12.000 Ameisenarten von denen etwa 180 in Europa vorkommen. Die Gelbe Wiesenameise und die Rote Gartenameise zählen bei uns im Garten zu den häufigsten Arten. Fakt ist, Ameisen werden von Futter angezogen. Um Ameisen im Garten oder im Haus zu vermeiden, ist es daher wichtig zu wissen, was Ameisen am liebsten fressen.

Ameisen ernähren sich sehr unterschiedlich und es kommt immer auf die Ameisen-Art an. Generell kann man jedoch sagen, dass Ameisen Allesfresser sind. Am liebsten ernähren sie sich jedoch von Insekten, Pflanzensäften und dem Honigtau von Schildläusen oder Blattläusen.

Über das Ernährungsverhalten der Ameisen und vor allem der unterschiedlichen Arten gibt es jedoch noch sehr viel mehr Interessantes zu wissen. Ich habe recherchiert und teile hier mit euch meine Erkenntnisse.

Die Ernährung von Ameisen

Ameisen ernähren sich unglaublich vielfältig und sind äußerst raffinierte und soziale Tiere, die sich eine Reihe genialer Methoden ausgedacht haben, um ihre Nahrung zu lokalisieren, zu ernten, zu lagern und zu verteilen.

Die Essgewohnheiten von Ameisen ändern sich jedoch aufgrund vieler Faktoren. Die Art, die Jahreszeit und der Standort können alle ihre Nahrungsauswahl beeinflussen. Während des Frühlings konzentrieren sie sich Ameisen auf die Fortpflanzung. Dies bedeutet, dass sie eine proteinreiche Ernährung bevorzugen. Sobald die nächste Generation aus ihren Eiern geschlüpft ist (ein Ameisenlebenszyklus dauert einige Wochen), werden sie eine kohlenhydratreiche Diät einhalten.

Betrachtet man die unterschiedlichen Ameisenarten stellt man fest, dass es ganz unterschiedliche Ernährungsweise gibt. Manche Ameisenarten sind räuberisch das heißt sie töten und fressen andere Insekten – einschließlich anderer Ameisenarten – und sogar kleine Tiere. Andere Ameisenarten sind Aasfresser: sie bevorzugen tote „Proteinquellen“. Manche Ameisen kann man sogar als Landwirte bezeichnen wie die gelbe Wiesenameise (Genaueres weiter unten). Die Blattschneiderameise kultiviert zum Beispiel tatsächlich einen Pilz, indem sie aus dem halbverdauten Pflanzenmaterial, das sie sammelt, „Farmen“ anbaut.  

Mit ihrem Ernährungsverhalten übernehmen Ameisen wichtige Funktionen im Ökosystem: Als „Gesundheitspolizei“ vertilgen Ameisen Aas und tote Insekten, beim Nestbau verfrachten sie große Mengen an Biomasse in den Boden und als Räuber dezimieren sie eine beträchtliche Zahl an Schädlingen. Dabei überwältigen Ameisen auch Insekten und Spinnen, die erheblich größer sind als sie selbst.

Was essen Ameisen in freier Wildbahn?

Ihren Proteinbedarf decken Ameisen in der freien Wildbahn vor allem mit lebenden oder toten Insekten. Ihre Kohlenhydratspeicher füllen sie hingegen mit einer Substanz namens Honigtau auf.  Honigtau ist eine Flüssigkeit, die beispielsweise von Blattläusen und Schildläusen produziert wird. Diese Lieblingsspeise der Ameisen führt uns zu einer äußerst interessanten Tatsache: Ameisen „melken“ Blattläuse, um an den Honigtau zu gelangen. Das heißt, sie nehmen den Honigtau entweder direkt von den Blättern zu sich oder saugen ihn direkt vom Hinterteil der Blattläuse was auch als „melken“ bezeichnet wird.

Was essen Ameisen drinnen?

Der natürliche Lebensraum von Ameisen ist die Natur und nicht das Haus. Dennoch kommt es häufig vor, dass die kleinen Insekten ihren Weg nach drinnen finden, und zwar dann, wenn sie von Leckereien angelockt werden, die sie im Freien nicht bekommen können.  

Küchen sind einer der häufigsten Orte, an denen die Ameisen zu finden sind, da sie von allen Lebensmitteln angezogen werden. Sie sind opportunistische Schädlinge und beginnen mit allem, was leicht zu bekommen ist. Ein unbedeckter Mülleimer, ein klebriger Fleck verschütteten Safts oder einige Krümel, die unter dem Tisch zurückgelassen wurden. Aber auch Lebensmittelverpackungen, die nicht dicht verschlossen sind, wie Müslischachteln oder Cracker, sind leicht zugänglich und attraktiv. Alle genannten Quellen sind für Ameisen im wahrsten Sinne des Wortes ein einfaches gefundenes Fressen.

Wie finden Ameisen Futter?

Ameisen gehen immer in größeren Gruppen auf Nahrungssuche und bewegen sich dabei in einem Umkreis von etwa 30 Meter von ihrem Bau. Ameisen verfügen über einen extrem feinen Geruchssinn. Ihr Riechorgan ist jedoch nicht die Nase, sondern sie riechen mit ihren Antennen. So können sie Zucker, Fette und Proteine ​​leicht erkennen.  

Wenn Ameisen Nahrung finden, gehen sie direkt zurück zum Nest und hinterlassen auf dem Weg eine Spur von Pheromonen. Zum einen um später den Weg zur Nahrungsquelle wiederzufinden und zum anderen als Wegweiser für ihre Ameisen-Kollegen. Diese als Pheromone bekannten Chemikalien sind für die Ameisen in einer bestimmten Kolonie einzigartig und dienen auch zur Markierung des Ameisengebiets.

Sobald der Weg festgelegt ist, zirkulieren die Arbeiterameisen in Schichten: Sie machen sich auf den Weg zur Nahrungsquelle, holen Nahrung und kehren mit der Nahrung zurück zum Nest, während sie für die nächste Schicht eine frische Spur von Pheromonen legen. So entstehen die für uns Menschen bekannten „Ameisenstraßen“.

Die verschiedenen Aufgaben der Ameise

Ameisenkolonien bestehen aus Hunderten oder sogar Tausenden von Ameisen und jede im Bau hat einen Job. Die Ameisenkönigin hat nur eine Aufgabe und verlässt die Kolonie nie. Sie legt nur Eier. Arbeiterameisen sind je nach Beruf spezialisiert. Einige Arbeiter kümmern sich um die Eier der Königin, andere kümmern sich um die Babyameisen. Wieder andere Arbeiter bleiben in der Kolonie, graben neue Tunnel und pflegen die alten. Zuletzt gibt es noch die Ameisen, deren Aufgabe es ist, Neuland zu erkunden und Nahrung zu finden.

Was fressen verschiedene Ameisenarten?

Kommen wir aber nun noch einmal zurück zu unserer Ausgangsfrage: Was fressen Ameisen? Hierzu schauen wir uns nun die Lieblingsspeisen einiger Ameisenarten an, die bei uns in Deutschland leben.  

Die Schwarze Wegameise oder meist auch einfach nur Hausameise genannt ist eine der häufigsten Ameisen-Arten in Mitteleuropa. Sie lieben Honigtau, ein zuckerhaltiges Sekret, das von Blattläusen stammt. Angezogen werden sie aber auch von jeglichen zuckerhaltige Essenskrümel, die sie auf dem Boden finden. Und wenn sie nichts Süßes haben, fressen sie auch tote Insekten.

Die Feuerameise stammt ursprünglich aus Südamerika, ist aber durch die Einfuhr von Waren mittlerweile auch in Deutschland heimisch.  Feuerameisen bleiben gerne draußen, kommen aber auch ins Haus, um nach Nahrung und Wasser zu suchen. Sie sind Allesfresser, also essen sie Zucker, Fette und Eiweiß. Sie essen gerne Fleisch, fettige Lebensmittel, tote Insekten (wie Würmer, Spinnen und Zecken), Honigtau-Nektar, Pflanzen und Pflanzensamen.

Die Blattschneiderameisen – Wie der Name schon vermuten lässt, schneiden diese Ameisen Blätter zurecht und bringen sie zum Nest zurück. Sie ernähren sich jedoch nicht von diesen Blättern, sondern nutzen sie, um Pilze zu züchten. Das bedeutet, sie verarbeiten die Blätter mit ihrem Mundwerkzeug und zerkauen diese zu einem Substrat. Danach wird es zu schwammartigen Gebilden angelegt, auf denen ein spezieller Pilz aus der Gattung der Egerlings-Schirmlinge wächst. Dieser dient Blattschneiderameisen als Nahrung.

Die Gelbe Wiesenameise gehört zu den häufigsten Ameisen in unseren heimischen Gärten. Sie ernährt sich fast ausschließlich von Honigtau und ist daher eine reine „Hirtenameise“. Das heißt sie betreut die Herden der verschiedenen Blattläuse, um sich von dem Honigsaft zu ernähren. Sie sorgt für die Läuse und überwintert ihre Eier, sodass ihre „Nahrungsquelle“ nie versiegt.  Wegen dieser Art der Nahrungsversorgung verlässt die Gelbe Wiesenameise selten das Nest, um nach Nahrung zu suchen.

Die Rote Gartenameise ist ebenfalls eine sehr häufig vorkommende Ameisenart in unseren Gärten. Sie ernährt sich insbesondere von Insekten und Spinnentieren sowie von Honigtau. Auch der Saft von Bäumen, der an Saftwunden austritt wird von den Ameisen gerne aufgenommen. Auf Nahrungssuche gehen sie immer in größeren Gruppen. Dabei können sie problemlos selbst hundertfach größere Beutetiere überwältigen und zum Bau schaffen.

Die Pharaoameisen können in unseren klimatischen Bedingungen nur in ständig und gleichmäßig beheizten Innenräumen überwintern. Daher bauen sie ihre Nester bevorzugt in Lebensmittelgeschäften, Krankenhäusern und Tierhaltungen sowie Privathaushalten und Hotels auf. Sie bevorzugen Nahrung mit tierischem Protein, fressen aber auch süße Nahrungsmittel und Obst.

Rote Waldameisen leben ebenfalls in Europa und sind absolut großartige Baumeister. Das Nahrungsspektrum der Roten Waldameise ist breit gefächert. Hauptsächlich ernähren sich die Ameisen von verschiedenen Insektenarten, darunter viele Forstschädlinge. Ihre Vorliebe für Raupen und Insektenlarven kommt den Bäumen und Sträuchern des Waldes zugute.

Schwarze Rossameisen sind eine weitere Ameisen-Art, die bei uns in Deutschland heimisch ist. Obwohl die Ameise im Holz lebt und dieses mit Gängen durchnagt, steht Holz nicht auf ihrem Speiseplan. Es wird davon ausgegangen, dass sich auch diese Ameisen überwiegend von Honigtau ernähren. Aber auch Pflanzensäfte von Knospen und jungen Trieben werden gerne getrunken.

Ameisen im Haus oder Garten loswerden

Was kann man nun also tun, wenn man unerwünschte Ameisen im Haus oder im Garten hat?

Zunächst solltest du die Tiere eine Minute lang beobachten, um zu sehen, woher sie kommen und was sie tun. Sobald du herausgefunden hast, wie sie hineinkommen, kannst du ihnen den Eingang blockieren und die Duftspuren wegwischen, die sie für ihre Ameisen-Freunde gemacht haben. Wenn du außerdem siehst, wohin sie gehen, kannst du ihre Nahrungsquelle oder alles andere, von dem sie angezogen werden, ausfindig machen und entfernen. Platziere außerdem ein Ameisenschutzmittel in der Nähe, um zu verhindern, dass sie zurückkommen.

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