Was fressen Wiesel? Alles über die Nahrung von Wieseln

Wiesel sind tages- und dämmerungsaktive kleine Fleischfresser, die in ganz Deutschland leben. Neben Waschbären können auch Wiesel in unseren Gärten oder auf unseren Grundstücken immense Schäden anrichten. Normalerweise leben Wiesel in der freien Natur. Immer häufiger zieht sie die Futtersuche aber in Wohngebiete und Gärten. Doch was genau fressen Wiesel?

In diesem Artikel werde ich darauf eingehen, was Wiesel essen, welche Essgewohnheiten sie haben und wie sie jagen.

Wiesel fressen kleine Säugetiere und Nagetiere wie Mäuse, Igel oder Eichhörnchen, Insekten, Eidechsen, Frösche, Vögel und Vogeleier aber auch größere Tiere wie Kaninchen, Schildkröten oder Maulwürfe. Wiesel sind Fleischfresser und fressen fast alles, was ihnen begegnet.

Was essen Wiesel?

Wiesel sind mit Dachsen, Ottern, Mardern und anderen Vielfraßen verwandt. Die Säugetiere zeichnen sich durch lange Hälse und Körper sowie kleine Köpfe und kurze Beine aus. Als Wiesel werden aber mehrere Raubtierarten aus der Gattung der Mustela in der Familie der Marder bezeichnet. In Deutschland sind vor allem zwei Arten von Wiesel bekannt: das Mauswiesel und das Hermelin.

Hier findest du 20 interessante und lustige Fakten zum Wiesel.

Wiesel sind Einzelgänger und können sowohl tages- als auch nachtaktiv sein. Das Wiesel hat einen extrem hohen Stoffwechsel und ist nicht in der Lage, Fett in seinem Körper zu speichern. Daher müssen Wiesel regelmäßig Nahrung aufnehmen und fressen bis zu 10 Mal am Tag. Sie sind ständig auf der Jagd, lagern aber auch Teile ihrer Beute für die spätere Verwendung. Wiesel fressen täglich bis zu 50 % ihres eigenen Körpergewichts.

Wiesel
Wiesel

Wühlmäuse und Mäuse sind die Hauptbeutetiere des Wiesels. Diese machen mehr als 80% ihrer Ernährung aus. Aufgrund der geringen Größe kann das Wiesel den Nagetieren in ihre unterirdischen Höhlen folgen und sie dort fangen. Daher wurden Wiesel früher auf Bauernhöfen auch als Mäusejäger gehalten.

Das Wiesel kann aber auch größere Beute wie Eichhörnchen oder junge Kaninchen fressen und jagt auch leicht Vögel und verschmäht deren Eier. Wiesel ernähren sich außerdem von Fröschen, Eidechsen, Schildkröten, Igeln, Fischen oder Maulwürfen. Auf der Jagd schrecken sie aber auch nicht davor zurück in Hühnerställe einzudringen, wenn sie die Möglichkeit dazu haben. Im Sommer essen sie gelegentlich auch Beeren. Sind mehrere Beutetiere in der Nähe, tötet das Wiesel erst alle, bevor es damit beginnt, seine Beute in ein Versteck zu verschleppen. Erst dort verzehrt das Wiesel seine Nahrung.

In Deutschland leben vornehmlich zwei Arten von Wiesel: Das Mauswiesel und das Hermelin. Die beiden Wieselarten unterscheiden sich vor allem in Aussehen und Größe.

Was fressen Mauswiesel?

Das Mauswiesel oder auch Zwergwiesel bzw. Kleinwiesel genannt, ist das kleinste unserer heimischen Wieselarten. Allerdings gibt es je nach Gebiet erhebliche Größenunterschiede. Die Länge des Mauswiesels variiert dabei zwischen 11 und 26 cm und das Gewicht zwischen 25 und 250 Gramm. Das Fell des kleinen Wiesels unterscheidet sich vom Hermelin durch die gezackte Linie zwischen der braunen Oberseite und der weißen Unterseite sowie durch braune Füße und einen braunen Schweif.

Mauswiesel
Mauswiesel

Mauswiesel sind in der Regel tages- und dämmerungsaktiv. Sie wohnen in Felsspalten, hohlen Baumstämmen, Steinhaufen oder in verlassenen Nestern anderer Tiere wie bspw. Mäusen. Vor allem in landwirtschaftlich genutzten Gebieten haben Mauswiesel im Sommer eine hohe Populationsdichte.

Die Nahrung der Mauswiesel besteht vorrangig aus kleinen Säugetieren wie Mäusen und Wühlmäusen. Sie fressen aber auch andere Nagetiere wie Eichhörnchen. Durch ihren kleinen und zierlichen Körperbau können sie hervorragend auf unterirdische Mäusejagd gehen. Mauswiesel haben in der Regel jedoch ein sehr begrenztes Nahrungsspektrum, weshalb sie vermehrt dort leben, wo eine hohe Mäusedichte vorherrscht. Wird die Nahrung knapp, können sie sich aber auf andere Nahrungsquellen wie Vögel und deren Eier, Junghasen oder Eidechsen umstellen.

Mauswiesel sind außerdem bekannt dafür, dass sie Beutetiere, die wesentlich größer sind als sie selbst, angreifen und töten können. Wie auch Waschbären, sind Mauswiesel äußerst gierige Tiere, die oft mehr töten als sie tatsächlich fressen können. Kleine als auch große Beutetiere werden in der Regel durch einen Genickbiss getötet.

Was fressen Hermeline?

Das Hermelin oder auch großes Wiesel bzw. Kurzschwanzwiesel genannt, ist vor allem für sein weißes Fell im Winter bekannt. Äußerlich sind sie mit ihrem langgestreckten, schlanken Körper, den kurzen Beinen und dem kurzen Schwanz dem Marder sehr ähnlich. Hermeline sind zwischen 17 und 33 Zentimeter groß und haben ein Gewicht zwischen 40 und 360 Gramm. Nach dem Mauswiesel ist das Hermelin das zweitkleinste heimische Raubtier.

Hermelin
Hermelin

Wie Mauswiesel sind auch Hermeline tages- und dämmerungsaktiv, wobei sie im Winter vermehrt nachtaktiv werden. Sie leben ebenfalls in Felsspalten, hohlen Baumstämmen, Holz- und Steinhaufen oder verlassenen Nestern anderer Tiere und suchen sich ihren Wohnort dort, wo es ein hohes Vorkommen an Scher-, Erd- und Feldmäusen gibt.

Die Nahrung des Hermelins besteht hauptsächlich aus Ratten, Mäusen, Spitzmäusen und Eichhörnchen. Wenn diese schwer zu finden sind, fressen sie außerdem Eier, Fische, Insekten und Vögel. Ihre Ernährung ähnelt also in großen Teilen der der Mauswiesel.

Wie jagen Wiesel?

Wiesel nutzen bei der Jagd hauptsächlich ihren ausgezeichneten Geruchssinn. Auf der Nahrungssuche bewegen sie ihre Köpfe hin und her, um den Geruch der Beute wahrzunehmen. Zu beobachten ist, dass sie dabei oft „Männchen“ machen. Hat es eine potenzielle Beute entdeckt, schleicht sich das Wiesel langsam an, um dann blitzschnell und überraschend zuzuschlagen und das Opfer mit einem Biss in den Nacken zu töten. Anschließend wird die Beute in den Bau getragen.

Wiesel macht Männchen
Wiesel macht Männchen

Um Vögel zu fangen können Wiesel außerdem hoch in die Luft springen, um so den Vogel zu greifen und ihn dann mit einem schnellen Biss zu töten. Wenn sie ihre Beute allerdings nicht mit einem einzigen Biss niederschlagen können, beißen sie immer weiter und fügen dem Hals des Tieres große Wunden zu, um größere Blutgefäße zu durchtrennen und das Opfer so schließlich zu töten.  

Die früher verbreitete Annahme, dass Wiesel ihren Beutetieren das Blut aussaugen, ist falsch.

Die Nahrungsgewohnheiten von Wieseln

Wie bereits geschildert, besteht die Nahrung des Wiesels zu 80 % aus Mäusen. Es gibt zwei wesentliche Gründe, warum Wiesel Nagetiere und Säugetiere gegenüber anderen Nahrungsquellen bevorzugen. Erstens ist der Nährwert eines Nagetiers höher als der eines Frosches oder einer Eidechse. Zweitens leben kleine Säugetiere in Höhlen, die das Wiesel sehr gut überfallen kann. Sie betreten den Bau, töten das Tier und nutzen den Bau vorübergehend selbst als Unterschlupf und Lagerung für Futtervorräte. Wiesel müssen daher dünn bleiben, um in die Höhlen der Kleintiere eindringen zu können. Wiesel können aber auch schwimmen, um Fische zu fangen und haben außergewöhnliche Kletterfähigkeiten.

Mauswiesel schaut aus seiner Höhle
Mauswiesel schaut aus seiner Höhle

Wie bereits erwähnt, können Wiesel kein überschüssiges Fett speichern und müssen daher ständig Nahrung zu sich nehmen. Die Fähigkeit, verschiedene Beutetiere zu fangen und zu verzehren ist daher überlebensnotwendig. Allerdings stehen dem Wiesel zu verschiedenen Jahreszeiten auch verschiedene Beutetiere zur Verfügung. Daher variiert ihre Ernährung im Laufe des Jahres. Wenn im Frühjahr Beute in großer Anzahl und in unterschiedlichen Variationen verfügbar ist, frisst das Wiesel Nagetiere und Säugetiere, für deren Fang nicht viel Energie benötigt wird. Im Winter hingegen sind alle Tiere viel weniger aktiv, daher müssen Wiesel Höhlen ausfindig machen, um Mäuse oder andere Nagetiere zu finden, da es weniger Eier, Frösche und Fische gibt. Um den kalten Winter gut zu überstehen, müssen Wiesel auch im Winter viel und oft essen.

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