Fuchs Baby – Alles was du über Fuchswelpen wissen musst

Wilde Füchse sieht man in Deutschland eher selten. Wer in der Nähe eines Waldes wohnt, wird aber vielleicht schon einmal das Glück gehabt haben, einen Fuchs beobachten zu können. Die Wahrscheinlichkeit, einen Fuchs im eigenen Garten anzutreffen, erhöht sich dabei zwischen März und Mai. Denn zu dieser Zeit werden die Jungen geboren und Füchse sind tagsüber viel aktiver und auf Nahrungssuche.

In diesem Artikel dreht sich alles um die Babys der Füchse, genauer gesagt der Rotfüchse, denn diese ist unsere heimische Fuchs Art. Wie ist die Entwicklung von Fuchswelpen? Was fressen sie und wann werden sie selbstständig? All diese Fragen und noch viele weitere möchte ich dir hier beantworten.  

Fuchsbabys werden als Welpen bezeichnet und kommen ab April zur Welt. Füchse sind sehr soziale Tiere und dafür bekannt, dass sie sich hingebungsvoll um ihren Nachwuchs kümmern. Mit circa 12 Monaten ist ein junger Fuchs ausgewachsen und kann für sich selbst sorgen.  

Paarungszeit der Füchse

Die Paarungszeit der Füchse erstreckt sich normalerweise von Dezember bis Februar, wobei im Januar die eigentliche Befruchtung stattfindet. Füchse im Winter halten also keinen Winterschlaf, sondern sind zu dieser Jahreszeit sehr aktiv, denn der Rüde muss schließlich ein Weibchen finden. Das heißt, er muss seiner auserwählten Fähe imponieren und gleichzeitig andere interessierte Rüden vertreiben. Die Paarungszeit ist daher ein oft wochenlanges Wechselspiel zwischen zärtlichem und dominantem Verhalten. In dieser Zeit kann es vor allem nachts zu häufigen Schreien, Bellen und Kreischen kommen. Diese Fuchsgeräusche können so laut und eindringlich sein, dass so manch einer schon die Polizei gerufen hat. Sowohl Rüde als auch Fähe geben laute Rufe von sich.

Die Weibchen nutzen den Schrei hauptsächlich, um männliche Füchse anzulocken. Sie signalisieren den Männchen, dass sie für die Paarung bereit sind. Diese Rufe werden vom Rüden mit Bellen beantwortet, außerdem nutzt das Männchen laute Schreie, um Feinde abzuschrecken und die Konkurrenz fernzuhalten. Die Fähe beobachtet diese Machtkämpfe zwischen ihren „Verehrern“ und nimmt in der Regel den stärkeren Rüden an, um sich mit ihm zu paaren.

Die Füchsin ist allerdings nur wenige Tage empfängnisbereit, sodass der Rüde diesen Zeitpunkt genau abpassen muss. Aus diesem Grund weicht er ihr in dieser Phase nicht von der Seite und prüft immer wieder durch Beschnuppern die Paarungsbereitschaft seiner Fähe. Aufgrund dieses langen Prozesses entsteht mit der Zeit ein enges emotionales Band wischen Rüde und Fähe. Ist es schließlich soweit, kommt er zur Paarung, welche meist in Höhlen bzw. im Fuchsbau stattfindet.

Füchse leben meist monogam und paaren sich nur mit einer Füchsin, sodass es in aufeinanderfolgenden Jahren immer zur gleichen Partnerwahl kommen kann. Eine lebenslange Partnerschaft zwischen zwei Füchsen ist daher keine Seltenheit. Bei relativ hohen Bestandsdichten und stabilen sozialen Verhältnissen leben Füchse außerdem oft in Rudeln zusammen.

Fuchsrudel

Die Geburt von Fuchs Babys

Sobald die Füchsin schwanger ist, beginnt die sogenannte Tragzeit, welche mit 52 bis 63 Tagen verhältnismäßig kurz ist. Das heißt, die Fuchswelpen kommen in der Regel im April zur Welt. Manchmal auch schon im März oder erst im Anfang Mai. Ab März beginnt sich das Weibchen in einer geeigneten Höhle niederzulassen. Während der Tragezeit markiert der Rüde sein Territorium mit Kot und Urin. Dies tun sie, um andere Rüden wissen zu lassen, dass sie sich fernhalten sollen. Der Rüde übernimmt gegen Ende der Tragezeit außerdem die Jagd und bringt die Beute in die Höhle zu seiner Fähe.

Die Geburt findet dann geschützt im Fuchsbau statt und es werden zwischen 3 und 5 Welpen geboren. Diese sind zunächst blind und taub und haben lediglich ein Gewicht zwischen 80 bis 150 Gramm.

Aufzucht junger Füchse

Füchse sind von Natur aus sehr liebevolle und fürsorgliche Eltern. Gerade in den ersten Wochen weicht die Mutter nicht von der Seite ihrer Welpen. Aber auch der Vater nimmt eine Rolle bei der Aufzucht und Erziehung kleiner Füchse ein. Er versorgt vornehmlich seine Familie mit Nahrung, bewacht sie und verteidigt den Fuchsbau gegenüber Feinden. Wird die Mutter getötet, übernimmt der Vater die Aufzucht der Fuchswelpen. Grundvoraussetzung hierfür ist aber, dass die jungen Füchse bereits feste Nahrung zu sich nehmen können und nicht mehr auf die Muttermilch angewiesen sind.

Fuchswelpe mit Mutter
Fuchswelpe mit Mutter

Der Vater ist außerdem der beste Spielkamerad für kleine Füchse. Leider wird dieses Sozialverhalten immer seltener, denn Füchse werden oft gejagt und stehen daher unter großem Stress. Hinzu kommt eine hohe Mortalitätsrate bei wildlebenden Füchsen. Kopf und Zeit für solche „Spielereien“ ist das sehr rar und soziale Bindungen generell geringer ausgeprägt.

Die Entwicklung von Fuchs Babys

Fuchs Babys werden schnell erwachsen und ihre Zeit als junger Fuchs ist sehr begrenzt. Die Vorbereitung auf ein selbstständiges Leben durch die Eltern ist daher unverzichtbar. Wie bereits geschildert, werden Füchse schnell erwachsen. Bereits mit 12 Monaten können sie eigenständig leben und für sich selbst sorgen. Hier möchte ich kurz auf die einzelnen Entwicklungsstadien von Fuchswelpen eingehen.

Die ersten Tage eines Fuchswelpen

Babyfüchse werden, wie viele andere Tiere auch, taub sowie blind geboren und haben sehr empfindliche Augen. Sie bleiben fast zwei volle Wochen lang geschlossen, bis sie sich öffnen und kleine Mengen Licht hereinlassen können. Nach einigen Wochen beginnen sich ihre Augen anzupassen, bis sie ihre volle Sehkraft entwickelt haben. Direkt nach der Geburt ist ihr Körper mit einem schwarzen Babyfell bedeckt und sie haben kleine Schlappohren. Sie wiegen im Durchschnitt nur etwa 100 Gramm und sind zu dieser Zeit komplett hilflos und auf die Fürsorge der Mutter angewiesen. Nach etwa zwei Wochen bringen sie schon 350 Gramm auf die Waage. Die Mutter säugt ihre Welpen die gesamten ersten 12 Lebenswochen.

Junger Fuchs
Junger Fuchs

Entwicklung in Woche 3 bis 4

Nach etwa drei Wochen bekommen die Fuchs Babys ihre Milchzähne und beginnen auch andere Nahrung, neben der Muttermilch, zu sich zu nehmen. Allerdings muss feste Nahrung in diesem Stadium noch von der Mutter vorverdaut werden.

Nach vier Wochen sind die Pupillen der Jungen grau mit braunen Flecken. Die Schnauze beginnt sich zu verlängern und um den Mund erscheint weißes Fell. Das Fell am Körper ist immer noch flauschig aber die Ohren stehen jetzt aufrecht.

In dieser Zeit beginnen die Welpen auch herumzulaufen und ihre Beine zu trainieren. Dennoch sind die kleinen Füchse noch auf die Pflege der Mutter angewiesen. Diese verlässt daher ihre Jungen nur um ihr „Geschäft“ außerhalb der Höhle zu verrichten.  

Mit etwa 4 Wochen ist es schließlich so weit: Die jungen Füchse dürfen den Fuchsbau gemeinsam mit der Mutter verlassen und die nähere Umgebung erkunden.  

Entwicklung im zweiten Monat

Nach acht Wochen werden die Pupillen der kleinen Füchse bernsteinfarben und das Gesicht nähert sich an die Proportionen der Erwachsenen an. Das Fell ist gewachsen, sieht aber immer noch flauschig aus.

In diesem Alter wagen sich die Welpen immer mehr nach draußen. Sie sind äußerst neugierig und unternehmen nun auch kleine Erkundigungen im Alleingang, kehren aber immer wieder zum Fuchsbau und zu ihren Eltern zurück. Die Eltern sind normalerweise in der Nähe, um ihren Nachwuchs vor Raubtieren jederzeit schützen zu können. In städtischen Gebieten können vor allem Katzen eine Gefahr für Babyfüchse sein.

Fuchs-Geschwister
Fuchs-Geschwister

Dies ist auch der Zeitraum, in dem die Mutter anfängt, kleine Essensreste für ihren Nachwuchs bereitzustellen, damit sie lernen zu kauen und selbstständig zu essen. 

Entwicklung im dritten und vierten Monat

Im Alter von drei bis vier Monaten sind die Füchse schließlich in der Lage, selbstständig Nahrung wie Fleisch oder Insekten zu fressen. Die Mutter muss die Beute also nicht mehr Vorverdauen. Ab diesem Zeitpunkt beginnen die kleinen Füchse auch selbst kleine Tiere zu erbeuten. Zunächst sind dies vor allem Insekten wie Käfer oder Heuschrecken, später erjagen sie dann aber auch Mäuse.

In dieser spielerischen Zeit lernen die Babys die wichtigsten Lektionen z.B. wie sie sich selbst ernähren, sich bewegen und springen können. Sie lernen auch ihren Platz im Wurf. Nun ist auch die Mutter wieder mehr unterwegs, um zu jagen und ihren Nachwuchs von der Milch zu entwöhnen. In der Regel schläft sie tagsüber außerhalb der Höhe und geht nachts auf Nahrungssuche. Ab Mitte Juni beginnen die jungen Füchse ebenfalls außerhalb der Höhle zu schlafen.

Entwicklung im fünften Monat  

Im Juli werden die Eltern immer weniger Futter für ihren Nachwuchs von der Jagd mitbringen und die jungen Füchse müssen anfangen, selbst für sich zu sorgen. In diesem Entwicklungsstadium sind sie nun in der Lage auch größere Tiere wie bspw. Kaninchenbabys zu töten. Hierbei wagen sie sich auch immer weiter weg von ihrem Fuchsbau, entdecken Wasserquellen und erkunden ihr Territorium. Sie werden lauter und lernen mit anderen Füchsen zu kommunizieren.  

Junger Fuchs vor dem Eingang des Fuchsbaus
Junger Fuchs vor dem Eingang des Fuchsbaus

Entwicklung ab dem sechsten Monat

Ab September sind die Füchse fast ausgewachsen und können kaum von ihren Eltern unterschieden werden. Die männlichen Füchse werden nun nachts viel längere Jagdausflüge unternehmen und mit ihren eigenen Tötungen zurückkehren.

Im Alter von 6-7 Monaten löst sich die Familiengruppe auf und die Jungen zerstreuen sich. Allerdings neigen die weiblichen Füchse dazu, viel länger bei der Mutter zu bleiben als die Männlichen. Ein allein lebender Rüde ist ein Streuner und besitzt kein festes Revier. Rüden sind daher unternehmungslustiger als Fähen und trennen sich leichter von der Mutter, um sich ein eigenes Territorium zu suchen.

Fuchs-Familie
Fuchs-Familie

Ab Dezember beginnen die Füchse mit der Suche nach ihrer eigenen Heimat und die Rüden nach einer eigenen Partnerin, denn mit ca. 10 Monaten sind Jungfüchse geschlechtsreif. Ausgewachsen sind Füchse mit 12 Monaten.

Was fressen Fuchs Babys?

Fuchs Babys werden in den ersten 12 Wochen von der Mutter gesäugt und dann schrittweise entwöhnt. Um die Fuchswelpen an andere Nahrung zu gewöhnen, füttert sie die Mutter mit vorverdauter Nahrung. Das heißt, die Mutter frisst und würgt dann die Nahrung wieder hoch, um sie an ihre Jungen zu verfüttern. Irgendwann können die jungen Füchse aber schließlich selbstständig kauen und fressen Regenwürmer und kleinere Insekten. Die Eltern bringen aber auch größere Säugetiere und Vögel für die Jungen in den Fuchsbau, um ausreichend Nahrung für den Nachwuchs zur Verfügung zu stellen. Denn junge Füchse haben einen hohen Energiebedarf. Sowohl Mutter als auch Vater versorgen die Welpen mit Nahrung.

Junger Fuchs
Junger Fuchs

Generell sind Füchse Allesfresser, ernähren sich aber hauptsächlich von Fleisch. In freier Natur ernähren sich Füchse zu 85% von Mäusen und Ratten, des Weiteren fressen sie Aas. Zu ihren Beutetieren gehören außerdem Eichhörnchen, Kaninchen, Vögel, Dachse, Insekten und alles was es in der freien Natur zum Jagen gibt. Füchse mögen aber auch gerne Obst wie Trauben, Äpfel, Himbeeren, Brombeeren, Erdbeeren, Weintrauben, Bananen oder auch Gemüse wie Möhren, Tomaten oder Kohlsorten.

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