Wo schlafen Eichhörnchen?

Tagsüber kannst du die süßen kleinen Eichhörnchen im Garten, in Parks oder von deinem Balkon aus beobachten, wie sie von Baum zu Baum springen oder über Wiesen hüpfen. Natürlich immer auf der Suche nach Futter. Doch wenn die Sonne untergeht und die Nacht hereinbricht müssen auch kleine Eichhörnchen schlafen gehen, um Energie zu tanken. Vielleicht hast du dir auch schon einmal die Frage gestellt: Wo schlafen Eichhörnchen eigentlich?

Eichhörnchen schlafen in ihren Nestern, den sogenannten Kobeln, welche sie hoch oben in Bäumen bauen. Dabei haben sie jedoch nicht nur einen Kobel, sondern gleich mehrere Nester die unterschiedliche Funktionen erfüllen. Damit die Hörnchen gut schlafen können, ist es außerdem wichtig, dass das Nest warm und kuschelig sowie wind- und wasserfest ist. Wenn es draußen dunkel wird, ziehen sie sich in ihren Kobel zurück, wickeln ihren buschigen Schwanz um ihren Körper und schlafen.

So gut wie alle Tiere brauchen einen sicheren Ort, an dem sie Unterschlupf finden und sich in der Nacht zurückziehen können. Für Eichhörnchen ist der sicherste Ort hoch oben auf einem Baum zwischen Ästen und Blättern. Hier sind sie gut geschützt vor Feinden wie Katzen oder Mader. Deshalb bauen die kleinen Nager ihre Nester bevorzugt in einem Baum oder nutzen bereits vorhandene Höhlen im Baumstamm. Diese können natürlichen Ursprungs sein oder von anderen Tieren, wie beispielsweise einem Specht, gemacht worden sein. Das ist dem Eichhörnchen egal, Hauptsache es ist genug Platz und sie können sich sicher zurückziehen.

Der Schlafplatz des Eichhörnchens

Die selbst gebauten Kobel sind kugelförmige Bauten, die hoch oben zwischen Baumstamm und Astgabeln gebaut werden. Der Durchmesser des Nestes beträgt etwa 30–50 cm, während der Innendurchmesser bei 15–20 cm liegt. Normalerweise wird der Kobel in einer Höhe von über sechs Metern gebaut und besteht aus Zweigen, Nadeln und Blättern. Innen wird er mit Moosen, Gras und Blättern ausgepolstert, damit es vor allem im Winter schön warm und kuschelig ist. Teilweise kann er sogar so gut gebaut sein, dass er wasserdicht ist. Durch die dicke Wandstärke bietet er im Winter einen guten Wärmeschutz.

Die Kobel haben mindestens zwei Schlupflöcher, von denen eines immer nach unten weist, weil Eichhörnchen, anders als Vögel, von unten in ihre Behausung gehen. Außerdem dient der zweite Ausgang als zusätzliche Fluchtmöglichkeit bei einem Angriff bspw. durch einen Marder oder eine Elster. Der Bau eines Nestes dauert etwa drei bis fünf Tage. In städtischen Gebieten werden die Nester auch auf Dachböden, der Außenseite von Gebäuden, in Löcher an Hauswänden oder auf dem Balkon gebaut.

Eichhörnchen an einer Baumhöhle
Eichhörnchen an einer Baumhöhle

Alle Tiere brauchen Schlaf, und die Eichhörnchen sind nicht anders. Solltest du also jemals auf eines ihrer Nester stoßen, dann respektiere ihre Behausung und bitte zerstöre ihren Schlafplatz nicht!

Der Hauptkobel und die Nebennester

Wie ich ja bereits angedeutet habe, bauen Eichhörnchen nicht nur ein Nest sondern gleich mehrere. Davon ist eins jedoch immer das „Hauptnest“ in das sie sich zum schlafen in der Nacht zurückziehen. Die anderen „Nebennester“ sind nur eine Notunterkunft, bspw. wenn die kleinen Nager von Regen überrascht werden, einen Mittagsschlaf halten wollen, ihr Hauptnest von Parasiten befallen oder nicht mehr sicher ist. In diese Nester ziehen sie sich vor allem am Tag zurück, wenn sie auf der Suche nach Nahrung sind. Eichhörnchen sind also schlauer, als man denkt!

Eichhörnchen im Kobel
Eichhörnchen im Kobel

Diese zusätzlichen Nester sind jedoch nicht immer so fein ausgearbeitet, wie das Hauptnest. Sie bestehen in der Regel aus Zweigplattformen, die locker mit Blättern und Baumrinde aufgeschichtet sind. Manchmal nutzen Eichhörnchen sogar verlassene Vogelnester als Rastplatz. Daher sind sie auch nicht so schön gepolstert wie das Hauptnest. Dieses dient im Frühjahr nämlich auch zur Aufzucht der Baby-Eichhörnchen. Mehr zu Eichhörnchen-Nestern erfährst du in diesem Artikel.

Eichhörnchen einen Schlafplatz bereitstellen

Vor allem im Winter kannst du den Eichhörnchen in deinem Garten einen Kobel zur Verfügung stellen. Hierzu platzierst du an einer geeigneten Stelle einen Nistkasten, den du entweder im Fachhandel kaufen oder sogar selbst bauen kannst. Gerade wenn in deinem Umkreis viele Eichhörnchen leben und es wenige Bäume gibt, können die kleinen Nager oftmals keine geeigneten Orte für den Bau der Nester finden. Manchmal müssen sie dann aus der Not heraus an Orten bauen, die nicht sicher sind.

Möchtest du deinen Eichhörnchen im Garten einen Nistplatz bzw. Kobel bereitstellen? Dann findest du hier meine TOP 5 Eichhörnchen Futterstationen und Nistkästen. So kannst den Eichhörnchen in deinem Garten helfen, neue Lebensräume zu finden und im städtischen Umfeld zurechtzukommen.

Ein durch den Menschen bereitgestelltes Nest bietet im Vergleich zu den Blattnestern mehrere Vorteile. Zum einen bietet es einen sichereren Schutz vor Witterungseinflüssen und Raubtieren (vorausgesetzt es ist richtig aufgestellt. Zum anderen ist es beständiger gegenüber Schnee, Regen und Wind. Außerdem muss der kleine Nager weniger Zeit für die Pflege seines Nests aufbringen. Bei Blattnestern müssen die Eichhörnchen ständig Wartungsarbeiten durchführen. Sie müssen neue Zweige, Blätter und Trümmer hinzufügen, um ihre Nester intakt zu halten. Dadurch kann es wertvolle Energie sparen.

Eichhörnchen im Nisthaus
Eichhörnchen im Nisthaus

Natürlich sollten wir Menschen nur bedingt in die Natur eingreifen. Ein Eichhörnchen ist in der Regel selbst in der Lage für sich zu sorgen. Lediglich in städtischen Gebieten hat es das Eichhörnchen vor allem in alten Wintermonaten schwer und wir können ihm mit ein paar einfachen Maßnahmen das Überleben sichern. Falls du Eichhörnchen helfen möchtest, wäge immer ab, ob es notwendig ist oder eher nicht. Hier erfährst du mehr wie du Eichhörnchen im Winter unterstützen kannst.

Wann schlafen Eichhörnchen?

Nachdem wir nun geklärt haben, wo Eichhörnchen schlafen, stellt sich nun noch die Frage, wann Eichhörnchen schlafen gehen.

Eichhörnchen sind tagesaktive Tiere, das heißt, sie sind tagsüber aktiv und schlafen nachts. Die kleinen Nager lieben die Sonne und bleiben im Sommer den ganzen Tag lang außerhalb ihres Nestes. Während der hellen Stunden suchen sie normalerweise nach Nahrung und Wasser. Wenn das Licht zu schwinden beginnt, kehren die Eichhörnchen in der Regel zu ihren Nestern zurück, um zu schlafen und neue Energie zu tanken.

Eichhörnchen klettert am Baum
Eichhörnchen klettert am Baum

Machen Eichhörnchen einen Winterschlaf?

Die Antwort lautet nein Eichhörnchen machen keinen klassischen Winterschlaf wie Igel oder Murmeltiere. Vielmehr halten die kleinen Nager eine sogenannte „Winterruhe“. Ihre Körpertemperatur bleibt im Winter konstant bei 37 Grad und auch der Atem verlangsamt sich nicht. Allerdings sind sie viel weniger aktiv als in den Sommermonaten und schlafen sehr viel mehr. Bei der geringeren Aktivität werden so automatisch die Frequenz des Herzschlags sowie der gesamte Stoffwechsel heruntergefahren. Zwar verringert sich dadurch der Energiebedarf, fressen müssen die kleinen Nager aber trotzdem regelmäßig. Normalerweise kommen sie deshalb jeden Tag aus ihrem Nest heraus, um zu fressen. Nur bei sehr starker Kälte kann es vorkommen, dass sie ihr Nest auch mehrere Tage lang nicht verlassen.

Da es im Winter aber nicht genügend Nahrung für die kleinen Nager gibt, legen sie bereits ab dem Spätsommer Nahrungsvorräte an. Das heißt sie „ernten“ Nussbäume und verstecken die gesammelten Wal- und Haselnüsse in vielen kleinen, verstreut liegenden Depots, damit der eventuelle Verlust einzelner Vorräte nicht so schlimm ist. Sie verbuddeln sozusagen Vorräte, die sie dann in der kalten Jahreszeit wieder ausgraben. Hierfür müssen sie dann während des Winters ihren Kobel verlassen, denn Eichhörnchen lagern ihre Nahrungsvorräte nie in ihrem Schlafkobel. Haben sie gefressen gehen wie wieder zurück in ihren Kobel und schlafen weiter.

Allerdings finden Eichhörchen nicht immer ihre Verstecke wieder, sodass im Winter manchmal Nahrungsknappheit herrscht. Mehr zu diesem Thema haben wir in unserem Artikel „Was fressen Eichhörnchen im Winter?“ geschrieben.

Durch die insgesamt reduzierte Aktivität verbrauchen Eichhörnchen im Winter viel weniger Energie, was ihnen das Überleben in den kalten Wintermonaten sichert. Daher ist es auch wichtig, dass das Winterquartier nahezu wasserdicht ist und durch eine engmaschige Struktur einen guten Kälteschutz bietet. Damit das Eichhörnchen nicht erfriert, wächst ihm bereits im Herbst ein dichtes Winterfell.

Eichhörnchen im Winter
Eichhörnchen im Winter

Die Dauer der Winterruhe ist abhängig von der Witterung. Je kühler es ist, desto früher ziehen sich die Eichhörnchen in ihren Kobel zurück und umgekehrt. Manchmal gehen sie schon im November in die Winterruhe, manchmal erst Ende Dezember. Im Winter schlafen sie zwischen 18 und 20 Stunden. Das erklärt auch, warum man im Winter tagsüber selten Eichhörnchen sieht. Ab Januar/Februar beginnt für die Eichhörchen jedoch bereits schon wieder die Paarungszeit. Auf der Suche nach einem geeigneten Partner werden sie nun auch wieder aktiver und man kann sie bei wilden Verfolgungsjagden beobachten.

Weitere interessante Fakten zu Eichhörnchen findest du hier: 30 Fakten zu Eichhörnchen.

Eichhörnchen am Futterhaus
Eichhörnchen am Futterhaus

Über den Winter versorgen sich Eichhörnchen mit Vorräten, die sie bereits im Herbst angelegt haben. Hierzu verstecken sie Haselnüssen, Eicheln, Walnüssen und Bucheckern an unterschiedlichen Orten im Boden. Hier kannst du nachlesen, wie das Eichhörnchen für den Winter vorsorgt.

Das Finden von Nahrung und Wasser ist vor allem für Tiere in stadtnähe schwierig. Wir Menschen können ihnen dann mit ein paar einfache Maßnahmen helfen. Beispielsweise mit der Bereitstellung eines Futterhäuschen.

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