Singvögel im Garten

Fröhliches Gezwitscher, schöne Melodien oder außergewöhnliche Laute: bei dir im Garten sind die Vögel los? Vielleicht wurdest du auch schon durch Singvögel geweckt oder dir ist ein ungewöhnliches Vogelverhalten in deinem Garten aufgefallen, über das du dich gewundert hast. Jetzt bist du neugierig geworden und fragst dich jetzt: Welche Vögel singen in meinem Garten?

Ich habe recherchiert und werde dir in diesem Artikel zeigen, welche Vögel in deinem Garten in Deutschland singen. Du wirst feststellen, dass du bereits viele Vogelarten kennst. Wahrscheinlich mehr als du denkst.

Weltweit gibt es rund 10.000 verschiedene Vogelarten. Etwa 300 davon kommen in Deutschland vor und etwa 220 dieser Vogelarten brüten auch hier. Die Zahl der Vögel, die du in deinem Garten findest, wird zwar etwas geringer sein, dennoch gibt es einige Vögel, die sich gerne in Städten und somit auch in deinem Gärten aufhalten. Hier findest du außerdem eine Auflistung unserer häufigsten heimischen Vögel.

Welche Vögel singen in meinem Garten?

Häufige Singvögel in deinem Garten sind zum Beispiel Blaumeisen, Kohlmeisen, Buchfinke, Goldammern, Amseln oder Mönchsgrasmücken.

Allerdings kommt es auch darauf an, wo du wohnst und wie dein Garten gestaltet ist. Lebst du direkt in der Stadt oder auf dem Land? Ist dein Garten sehr aufgeräumt oder eher wild? Je nachdem wirst du unterschiedliche Vogelarten antreffen. Generell gilt, umso naturnaher dein Garten gestaltet ist, umso mehr Singvögel wirst du hören können.

Wann singen Vögel im Garten?

Zunächst einmal ist festzuhalten, dass Vögel fast nur zur Brutzeit singen. Daher hört man Vogelgesang am meisten im Spätwinter bis Ende Juli. Vor allem von Ende April bis Anfang Juni kann man besonders viele Arten gleichzeitig hören.

Interessant ist auch, dass meist nur die Männchen singen, um ihre Reviere abzustecken und Weibchen anzulocken. Fast alle Vogelarten singen früh am Morgen am intensivsten. Dabei hat jede Vogelart einen anderen Zeitpunkt für den morgendlichen Gesangsbeginn. Der Vogelgesang ist dabei nicht nur von der Helligkeit abhängig, sondern richtet sich auch nach den Temperaturen und sogar den Geräuschen der Umgebung.

Die beste Zeit, Singvögel im Garten anzutreffen, sind die Morgen- und Abendstunden. Bis etwa 10 Uhr am Vormittag lassen sich die Vogelstimmen vernehmen. Auch wenige Stunden vor dem Einsetzen der Dämmerung kannst du dem Vogelkonzert lauschen.

Jeden Morgen setzen die einzelnen Arten in der gleichen Reihenfolge in das morgendliche Vogelkonzert ein. Wer früh aufsteht, kann dies beim Erkennen und Lernen der Vogelstimmen ausnutzen. Wer erst später ins Konzert hineinhört, ist vermutlich erst einmal überwältigt von der Vielzahl der Stimmen im Vogelchor. Du siehst, Vögel sind ziemlich schlaue Tiere und wenn du einmal den Dreh raushast, kannst du sogar sagen wieviel Uhr es ist, ohne auf deinen Wecker schauen zu müssen.

Der Sonnenaufgang ist dabei der Referenzzeitpunkt. Fast alle Vogelarten beginnen bereits vor Sonnenaufgang zu singen, die ersten bereits, wenn es noch fast vollständig dunkel ist. Mit fortschreitendem Frühjahr verlagert sich daher der morgendliche Gesangsbeginn in immer frühere Morgenstunden. Gleichzeitig sind die Vögel im Osten wegen des früheren Sonnenaufgangs immer früher dran als Artgenossen weiter im Westen.

In diesem Artikel erfährst du, warum Vögel morgens singen.

Welche Vogelarten singen am meisten?

Hier stelle ich dir einige Vögel vor, die besonders gerne am frühen Morgen zwitschern. Die Reihenfolge richtet sich nach dem Beginn des Gesangs bei Sonnenaufgang.

Gartenrotschwanz

Früher waren Gartenrotschwänze häufig in unseren Gärten zu finden. Umso aufgeräumter und ordentlicher die deutschen Gärten wurden, desto mehr hat sich der Gartenrotschwanz in Laub- und Mischwälder zurückgezogen. Es gab einfach keinen geeigneten Schutz mehr und wenig Nahrung. Aktuell kommen sie aber wieder vermehrt in die Städte. Vor allem im Herbst kann man Gartenrotschwänze häufiger wieder am Futterhaus beobachten.

Hausrotschwanz

Der Hausrotschwanz hält sich immer häufiger in unmittelbarer Nähe zum Menschen auf. Ursprünglich hat er in steinigen Berglandschaften gehaust. Heute findet man ihn aber auch in Gebäude in Städten und Gärten. Er mag eher vegetationsarme, offene Gebiete. Beim Hausrotschwanz handelt es sich um einen sogenannten Wartejäger. Er harrt auf einem erhöhten Ansitz aus, um sich dann pfeilschnell auf vorbeifliegende Insekten zu stürzen.

Rauchschwalbe

Die Rauchschwalbe ist eine der häufigsten Schwalbenarten in Deutschland. Sie hat sich bestens an die menschengemachten Lebensräume angepasst und lebt daher bevorzugt in Viehställen und Scheunen in ländlichen Regionen

Singdrossel

Eigentlich leben Singdrosseln am liebsten in Nadelwäldern mit dichtem Unterholz und einer hohen Luftfeuchtigkeit. Im Tiefland kann man sie sie aber auch in Feldgehölzen, Wacholder Heiden, Parks, Gärten und auf Friedhöfen finden.

Rotkehlchen

Beim Rotkehlchen handelt es sich nicht nur um einen ausgezeichneten Sänger, sondern auch um einen sogenannten Spötter. Spötter sind Vögel, die den Gesang von anderen Vögeln nachahmen können. Rotkehlchen bevorzugen feuchte Standorte wie unterholzreiche Wälder an Bächen oder Flüssen. Zum Brüten bevorzugen sie ebenfalls Wälder. Man findet sie aber auch in Hecken, Gebüschen, Gärten und Friedhöfen.

Mönchsgrasmücke

Mönchsgrasmücken lieben Gebiete mit vielen Sträuchern beispielsweise in Wäldern mit vielen Brombeeren oder auch an Feldrändern. Auch in Parks, Friedhöfen und Gärten fühlen sie sich wohl und können dort beobachtet werden. Die Mönchsgrasmücke gehört zur Familie der Zweigsänger und hat eine sehr helle und klare Stimme.

Goldammer

Die Goldammer mag es lieber weitläufig und ist in offenen und halboffenen Lebensräumen wie Feldrändern, Heiden, Waldlichtungen, Obstwiesen, Weinberge oder Küsten mit einzelnen Sträuchern zu finden. Im Winter bilden Goldammern häufig größere Schwärme, die auf Feldern nach Restsamen suchen. In Futterhäusern nehmen sie nur sehr kleine Samen an – befinden sich diese regelmäßig an der Futterstation, wir die Goldammer immer wieder zum Futterhaus kommen.

Amsel

Die Amsel gehört zu unserem heimischen Drosselarten und hat kaum noch Angst vor uns Menschen und ist daher vielerorts zu beobachten. Vor allem bei uns in Mitteleuropa ist die Amsel in Wohngebieten und Gärten nahezug allgegenwertig. Amselmännchen besetzen ihre Reviere und verteidigen diese energisch gegenüber Artgenossen. Damit sie aber nicht kämpfen müssen, warnen die Revierbesitzer alle potenziellen Rivalen durch ihren Gesang, welcher gleichzeitig auch zum Anlocken der Weibchen dient.

Zaunkönig

Der Zaunkönig ist weit verbreitet und bevorzugt unterholzreiche Wälder, von dichten Gehölzsäumen umgebene Bäche und Wassergräben sowie naturnahe Gärten mit einem umfangreichen Baum- und Strauchbestand. Männliche Zaunkönige sind sehr aggresiv und dulden die meiste Zeit des Jahres keine Nebenbuhler in ihrem Revier. Nur in extrem kalten Wintermonaten finden sie sich zu Schlafgesellschaften zusammen um sich gegenseitig zu wärmen.

Blaumeise

Die Blaumeise gehört zu unseren beliebtesten heimischen Meisenarten. Sie liebt Lebensräume mit viel Gehölz und ist daher vor allem in Laub- und Mischwäldern, Parks oder Gärten anzutreffen.

Die Blaumeise

Zilpzalp

Der Zilpzalp ist eine der am weitesten verbreiteten Laubsänger. Vor allem im Frühjahr und Sommer hört man ihn fast überall. Beim Zilpzalp oder auch Weidenlaubsänger bezeichnet, handelt es sich um einen relativ unauffällig gefärbten aber sehr agulen kleinen Vogel der vor allem durch seine deutlichen Laute auffällt. Er baut seine Lieder aus unregelmäßig aneinandergereihten Zilp-Zalp-Silben auf. Als Lebensraum bevorzugt der Zilpzalp Wänder, Feldgehölze, sowie naturnahe Gärten und Parks.

Kohlmeise

Die Kohlmeise ist die größte Meisenart Europas. Sie liebt unseren Gärten und ist neben der Blaumeise ein häufiger Gast an der Futterstation.

Fitis

Fitise mögen trockene bis feuchte Standorte mit ausgeprägter Strauch- und Krautschicht und einschichtigem Baumbestand. Man findet sie daher häufig in aufgelockerten Wäldern und Gebüschen sowie auf Lichtungen.

Stieglitz

Stieglitze sind kaum Menschenscheu und bewohnen gepflegte Parks oder Gärten. Sie brüten sogar im Inneren von Städten – hauptsache es gibt genügend Nahrung und einen geeigneten Brutplatz. Stieglitze sind sehr gesellige Vögel die gerne in der Nähe von Artgenossen brüten. Im Winter bilden Stieglitze oftmals mit Bluhänflingen, Girlitzen und Grünfinken farbenfrohe Schwärme, die gemeinsam auf der Suche nach Nahrung umherstreifen.

Star

Der Star ist ein weit verbreiteter Brutvogel in Mitteleuropa und mag die Nähe zu Wiesen. Er brütet unter anderem in Gärten, in verschiedenen Wäldern und Parks. Hierfür nutzt er Baumhöhlen oder Nistkästen. Männchen und Weibchen lassen sich nur sehr schwer voneinander unterscheiden. Das Gefieder der Weibchen glünzt geringfügig schwächer als das der Männchen. Außerdem ist das weibliche Gefieder dr Kehl-, Bauch-, und Brustregion leicht hell getüpfelt. Allerdings muss man sehr genau hinschauen, um den Unterschied zu erkennen.

Grünfink

Grünfinken mögen dichte Hecken und brüten gern an Waldrändern und in Landschaften und Gärten, die ihnen ausreichend Schutz bieten. Zur Futtersuche trifft man sie auf Feldern, Äckern und in Gärten an. Ihr Gesang ähnelt dem von Kanarienvögeln. Zur Brutzeit setzen sich die Männchen sehr häufig auf die Spitze von Baumkronen, um ihren Gesang vorzutragen, der teilweise stark an den eines Kanarienvogels errinnert.

Buchfink

Buchfinke sind die häufigste Vogelart Europas und jeder wird sie schon einmal gesehen und gehört haben. Man findet sie in Parks, Wäldern, Gärten und an jeglichen anderen Orten mit Baumbestand. Weibchen und Männchen kommen gerne gleichzeitig zur Futtersuche in den Garten. Beim Buchfink handelt es sich um einen der farblich attraktivsten heimischen Vögel, wobei die Männchen noch bunter sind als die Weibchen. Im Frühjahr nimmt die Färbung dann sogar noch zu. Ihre Rufe klingen wie „fink“ oder „pink“ und soll paarungswillige Weibchen anlocken.

In diesem Artikel erkläre ich dir in fünf Schritten, wie du Gartenvögel identifizieren kannst. Ich bin sicher, dass du mit ein wenig Übung bald alle deine Vögel im Garten identifizieren kannst!

Wie locke ich Vögel in meinen Garten?

Dich faszinieren Vögel und die unterschiedlichen Arten und du freust dich über das Gezwitscher und ihren munteren Gesang? Dann kannst du dir mit ein paar einfachen Vorkehrungen noch mehr Singvögel in deinen Garten locken!

Eine gute Möglichkeit mehr Vögel in den Garten zu lücken ist das Bereitstellen von Futter, bspw. in Vogelfutterhäuschen oder Vogelfutterautomaten. Zu den üblichen Vogelfuttermitteln gehören Samen, Kerne, Nüsse und Früchte aber auch Insekten wie Würmer. Bei der Vogelfütterung solltest du außerdem beachten, was Vögel nicht fressen dürfen! Sobald sich die gute Neuigkeit herumgesprochen hat, werden noch viele weitere Vögel in deinen Garten kommen und die Futterstationen aufsuchen.

Die Bereitstellung von Futter in einem Futterhäuschen ist jedoch nur eine Möglichkeit, Vögel anzulocken.  Vögel können auch durch bestimmte Pflanzen angelockt werden. Dazu gehören fruchttragende Bäume oder Sträucher, die Nahrung liefern, aber auch Blütenpflanzen mit Nektar, von dem sich einige Vögel ernähren und die Insekten anziehen, die ebenfalls auf dem Speiseplan der Vögel stehen. Pflanzen bieten deinen Vögeln außerdem ein Versteck und einen Platz zum Ausruhen sowie einen Ort für den Nestbau.

Alle Vögel benötigen außerdem Wasser zum Trinken und Baden. Saubere Vogelbäder oder seichte Springbrunnen können Vögel wirklich anziehen – auch ohne die Einrichtung von Vogelfutterstellen.

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