Fliegen Vögel auch bei Nacht?

Die meisten Vögel schlafen nachts versteckt in einem dichten Baum oder Busch. Es gibt aber auch einige Vogelarten, die nachts wach sind und sogar herumfliegen. Mögliche Gründe hierfür sind:

  • Es handelt sich um nachtaktive Tiere: Tagsüber schlafen sie und nachts sind sie wach
  • Sie sind takesaktiv, nutzen die Nacht aber für die Nahrungssuche
  • Die Vögel sind am Tag aktiv, wurden aber nachts aufgeschreckt
  • Es sind takesaktive Vögel die aber nachts singen, um zu balzen oder ihr Territorium zu verteidigen
  • Es handelt sich um Zugvögel, die in der Nacht fliegen

Ich habe mich etwas genauer mit diesem Thema beschäftigt und mir vielfältigen Gründe einmal genauer angeschaut.

Welche Vögel fliegen nachts?

Vögel die nachts fliegen sind zum Beispiel die Schleiereule, die Nachtschwalbe oder der Nachtreiher. Außerdem gibt es einige Zugvögel, wie die Nachtigall, der Storch oder die Grasmücke, die vor allem in der Nacht auf Wanderschaft sind.

Ein nachtaktiver Vogel, der dir sicherlich als erstes in den Sinn kommt, ist die Eule. Sie gehört zu den nachtaktiven Vogelarten und fliegt hauptsächlich in der Dunkelheit, um nach Nahrung zu suchen. Zu den Eulenarten die Nachts unterwegs sind zählt die Schleiereule, die Rauhfußeule, die Ostkreischeule und die Westkreischeule.



Eulen haben ein ausgezeichnetes Gehör und Sehvermögen sowie lange Beine und tödliche Krallen. Mit ihren guten Ohren können sie auch versteckte Beute leicht ausfindig machen, bspw. wenn eine Maus im Gras raschelt. Zu den Lieblingsspeisen von Eulen gehören Mäuse, Motten und andere größere Insekten, Regenwürmer, Frösche, Eidechsen oder auch kleine Vögel.

Eule auf Baumstamm
Eule auf Baumstamm

Aber Eulen sind nicht die einzigen nachtaktiven Vögel. Es gibt eine weitere Vogelart, die vornehmlich nachts unterwegs ist: der Ziegenmelker bzw. die Nachtschwalbe. Während der Morgen- und Abenddämmerung ist dieser Vogel am aktivsten.

Ziegenmelker fressen ebenfalls Motten und große Insekten, welche sie vor allem in der Dämmerung oder in der Nacht jagen. Wie die Eule, haben auch Nachtschwalben große Augen, um nachts besser sehen zu können. Die Nachtschwalbe ist auch bei uns in Deutschland heimisch, allerdings ist sie vielen nicht bekannt, denn der Vogel verbringt den Tag gut getarnt auf Ästen und Baumstümpfen.

Nachtschwalbe sitzt gut getarnt auf dem Boden
Nachtschwalbe sitzt gut getarnt auf dem Boden

Neben den tagesaktiven Reiherarten gibt auch den sogenannten Nachtreiher, welcher hauptsächlich dämmerungs- und nachtaktiv ist. Sobald es dunkel wird, geht der Nachtreiher auf Beutejagd. Meist hält er sich hierfür am Ufer eines Gewässers auf und lauert dort seinem nächsten Opfer auf. Da seine Nahrung vor allem aus Fischen, Amphibien und Insekten besteht, baut er sein Nest häufig in Bäumen nah am Wasser und verbringt die meiste Zeit in der Nähe von Teichen, Sümpfen oder Flüssen.

Wie wir wissen, schlafen die meisten Vögel nachts, aber wenn sie aufgeschreckt werden, kommt es natürlich vor, dass sie auch nachts herumfliegen. Jeder Vogel kann nachts fliegen, wenn sein Schlafplatz gestört wird! So kommt es nicht selten vor, dass eine Eule in einen Baum fliegt und die schlafenden Singvögel aufschreckt. Werden einmal ein paar Vögel geweckt, kann dies zu einer Kettenreaktion führen und auch andere Vögel in der Nähe aufscheuchen.  

Es kommt auch vor, dass Balzaktivitäten nachts stattfinden. Es gibt einige Vögel, die dafür bekannt sind, im Frühjahr oder sogar fast das ganze Jahr über nachts zu singen. Eins guten Beispiels hierfür ist die Nachtigall.



Nachtaktive Zugvögel

Zu bestimmten Jahreszeiten sind vor allem die Zugvögel nachts unterwegs. Wie du sicher weißt, wandern einige Vogelarten zwischen einem Winter- und einem Sommerquartier. Vogelarten wie Schwalben, Mauersegler, Falken oder Kraniche wandern hauptsächlich tagsüber. Sogenannte Langstreckenzieher sind aber vor allem nachts und oft allein unterwegs. Selten sieht man sie in Schwärmen ziehen. Zu ihnen gehören der Kuckuck, die Nachtigall oder der Storch.

Die Nachtigall
Die Nachtigall

Zugvögel fliegen in verschiedenen Höhen. Die meisten fliegen zwischen 1,5 und 10 Kilometer. Kleine, langsam fliegende Vogelarten wie die Grasmücke, die Ammer, der Laubsänger oder der Fliegenschnäpper, wären tagsüber eine leichte Beute für größere Raubvögel wie beispielsweise Falken. Daher fliegen sie im Schutze der Dunkelheit. Aber auch Watvögel, Enten und Möwen sowie das Rotkehlchen oder unsere heimische Amsel gehören zu den typischen Nachtziehern. Das stundenlange Non-Stop-Fliegen ist zudem energieintensiv und erzeugt Hitze. Nachts in höheren Lagen zu fliegen, hält die Vögel also kühler.

Einige Zugvögel oder auch Enten verfügen in diesem Zusammenhang über ein ganz besondere Fähigkeit: Sie können im Fliegen schlafen!

Einige Vögel beginnen ihren Flug sobald die Sonne untergeht. Der Höhepunkt der nächtlichen Wanderung ist Mitternacht. Die meisten Vögel fliegen je nach Wetterbedingungen bis zum Morgengrauen weiter. Welche Vögel in Deutschland überwintern kannst du hier nachlesen.

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Welche Vögel singen nachts?

Es gibt nur wenige Vogelarten, die nachts zu hören sind. Dazu zählen einige Singvögel, vor allem aber Eulenvögel. Hier zeige ich euch die häufigsten Vogelarten, die ihr nachts hören könnt.

Die Nachtigall:

Die Nachtigall gehört zu den Zugvögeln und kehrt Anfang April zurück nach Europa. Los geht der Gesang der Männchen um etwa 12 Uhr nachts. Die Weibchen steigen dann zwischen 2 und 4 Uhr nachts in das Gezwitscher ein. Dann geht es für die Männchen darum, ein Weibchen mit ihrem Gesang für sich zu gewinnen. Haben sich zwei Vögel gefunden hört der nächtliche Gesang auf. Nun singen beide zusammen erst am frühen Morgen. Das Gezwitscher dient dann zur Revierverteidigung.

Der Gartenrotschwanz:

Den Gartenrotschwanz kannst du relativ häufig in deinem Garten antreffen. Er beginnt sehr zeitig am Morgen oder sogar nachts zu singen. Als Halbhöhlen- oder Höhlenbrüter wohnt er gerne in alten Baumhöhlen. Auch er gehört zu den Zugvögeln und überwintert in Afrika. Im Sommer ist er von Europa bis Zentralasien heimisch. Er bevorzugt Gärten und Parks aber auch lichte Laubwälder.

Der Gartenrotschwanz
Der Gartenrotschwanz

Die Lerche:

Grundsätzlich sind Lerchen keine Nachtsinger. Vor allem in hellen Nächten, beispielsweise bei Vollmond, kann man sie trotzdem manchmal hören. Ihr Gesang ist melodisch und vielseitig und sie ahmen gerne andere Vogelstimmen nach. Deshalb werden sie leicht mit der Nachtigall verwechselt.

Die Eule

Auch Eulen gehören nicht zu den Singvögeln, dennoch kann man ihre Rufe besonders Nachts hören. Typisch für Eulen ist die nächtliche Lebensweise zu der nicht nur die Jagd, sondern auch die Fortpflanzung gehört. Da sie schon sehr früh im Jahr mit dem Brüten beginnen, sind ihre Rufe zu einer völlig anderen Jahreszeit zu hören, wie die Gesänge der Singvögel.

Die Stadtvögel

Viele Singvögel sind in der heutigen Zeit in Städten unterwegs und an das Leben in Menschennähe gewöhnt. Aufgrund der hellen Beleuchtung in städtischen Gebieten kommt es vor, dass sie auch in der Nacht singen.

Wie du siehst, gibt es einige Vogelarten, die nachts aktiv sind und umherfliegen. Natürlich ist es für uns schwierig, diese Vögel nachts im Garten zu beobachten. Versuche also lieber ihren Gesang und ihr Gezwitscher auszumachen, wenn du wissen möchtest, welche Vögel nachts in deinem Garten unterwegs sind.

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