Drosselarten im Überblick

Unsere heimischen Vogelarten lassen sich in unterschiedliche Familien einordnen. Diese Familien wiederum sind bestimmten Ordnungen zugeordnet. Das kann auf den ersten Blick ziemlich verwirrend sein, denn es gibt zahlreiche Ordnungen und Familien mit wiederrum zahlreichen Arten. So bilden beispielsweise die Sperlingsvögel mit 5700 Arten die größte Ordnung der Klasse der Vögel.

Zu diesen 5700 Arten gehören zum Beispiel auch die Familie der Drosseln, welche selbst wiederrum 175 Arten umfasst. Beobachtet man die heimische Vogelwelt und möchte einzelne Vögel in der Natur oder im eigenen Garten identifizieren ist es hilfreich zu wissen, welche unterschiedlichen Arten es überhaupt gibt. Dies gilt natürlich auch für die Vogelfotografie.

In diesem Artikel möchten wir euch daher die häufigsten heimischen Drosselarten vorstellen und euch so einen Überblick über diese Familie der Vögel geben.

Merkmale von Drosseln

Drosseln, oder auch Turdidae genannt, sind eine Familie aus der Ordnung der Sperlingsvögel, welche weltweit etwa 175 Arten umfasst. Diese Arten sind wiederrum in ca. 20. Gattungen unterteilt. Drosseln sind außerdem Singvögel und für ihren schönen Gesang bekannt. Früher wurden die Drosseln gemeinsam mit den Fliegenschnäppern zu einer Familie gezählt. Nun sind die Fliegenschnäpper aber eine Schwestergruppe der Drosseln. Daher gibt es einige Vogelarten, die als Drosseln bezeichnet werden aber nicht mehr zur Familie der Drosseln gehören.

Drossel

Aussehen und Lebensweise von Drosseln

Drosseln sind kleine bis mittelgroße Vögel – die Länge variiert zwischen 15 cm und 35 cm. Mit einem Gewicht zwischen 20 g und 150 g zählen sie generell zu den eher größeren Singvögeln.

Die Lebensweise von Drosseln ist sehr unterschiedlich, sie leben sowohl auf Bäumen als auch auf dem Boden und bauen ihre Nester entweder in Bäumen oder gut versteckt in Hecken. Auch die Nahrungssuche findet am Boden, auf Bäumen oder in Gebüschen statt. Generell sind sie aufgrund ihres sehr anpassungsfähigen Lebensstils weit verbreitet und auf allen Kontinenten der Erde zu finden. Sie fressen sowohl pflanzliche als auch tierische Nahrung. Auf dem Speiseplan stehen Sämereien, Beeren, Obst oder Insekten, Spinnentiere Würmer oder auch Schnecken.

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Bei den meisten Drosselarten unterscheidet sich das Gefieder von Männchen und Weibchen nicht essenziell. Eine Ausnahme hiervon ist die Amsel. Generell haben Drosseln ein Federkleid in Braun– und Grautönen mit schwarzen oder bunten Elementen. Außerdem haben manche Arten eine gefleckte oder gepunktete Bauchseite.

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Drosseln – das sind unsere heimischen Arten

Wie bereits erwähnt gibt es weltweit etwa 175 Drosselarten, welche wiederum in unterschiedliche Gattungen unterteilt werden können. Im Folgenden möchten wir euch daher nur die häufigsten heimischen Drosselarten vorstellen und jede Drossel kurz vorstellen.

Die Amsel / Schwarzdrossel

Männliche Amsel
Männliche Amsel
Weibliche Amsel
Weibliche Amsel

Die wohl bekannteste Drosselart ist die Amsel, sie wird auch als Schwarzdrossel bezeichnet. Diesen schwarzen Vogel sieht man so gut wie überall, denn die Amsel zählt zu den häufigsten heimischen Vogelarten. So haben die meisten Amseln gegenüber dem Menschen eine derartige kurze Fluchtdistanz entwickelt, dass man sie beinahe berühren kann. Vielleicht habt ihr auch schon einmal bemerkt, dass manche Amseln nicht wegfliegen, wenn ihr euch ihnen nähert, sondern lediglich ein paar Schritte von dir weg hüpfen.

Die Amsel ist in der Hinsicht eine besondere Drosselart, dass sich Männchen und Weibchen vom Aussehen her unterscheiden. Während das Männchen komplett in schwarz gefärbt ist, ist das Weibchen dunkelbraun und hat eine gefleckte Brust. Hauptmerkmal des Männchens ist der gelb/orangene Schnabel sowie die gelb gefärbten Augenringe. Das Weibchen hingegen hat einen blassen Schnabel. Die Amsel ist etwa 27 cm lang.

Die Wacholderdrossel

Wacholderdrossel
Wacholderdrossel

Die Wacholderdrossel ist mit 22 bis 27 cm Länge etwas kleiner als die Amsel. Ihr Hauptmerkmal ist das markant gesprenkelten Brust- und Bauchgefieder. Im Vergleich zu anderen Drosselarten ist ihr Gefieder auffallend bunt. Männchen und Weibchen unterscheiden sich nicht voneinander. Obwohl sie zu den Singvögeln gehört, sind ihre Lautäußerungen nicht sehr melodisch. Die Laute sind gepresst, schrill und krächzend und erinnern eher an eine Elster.

Das Verbreitungsgebiet der Wacholderdrossel erstreckt sich von Grönland über Europa bis nach Mittelsibirien. Am liebsten lebt der Vogel in Wäldern, Feldgehölzen, an Wasserufern mit Baumbestand, Parkanlagen aber auch in Gärten, die Gehölze und kurzgeschnittene Rasenflächen haben.

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Wacholderdrosseln brüten fast immer zwei Mal im Jahr. Einmal Ende März bis Anfang April und einmal im Juni. Ihr Nest bauen sie meist in Bäumen oder in hohen Sträuchern. Die Jungen werden hauptsächlich mit tierischer Nahrung wie Regenwürmer, Insekten oder Spinnen gefüttert.

Zwischen Ende September und Ende November fliegen die meisten Wacholderdrosseln in den Mittelmeerraum oder in den Südwesten von Europa, um dort den Winter zu verbringen. Bereits Ende Februar kehren sie wieder zurück nach Deutschland.

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Die Misteldrossel

Misteldrossel
Misteldrossel

Die Misteldrossel ist die größte Drosselart in Europa. Sie ist etwa 27-29 cm lang und das Körpergewicht kann bis zu 140 Gramm betragen. Man findet den Vogel in ganz Europa bis hin nach Mittelasien. Auch die Misteldrossel ist ein Zugvogel und zieht im Herbst nach Südwesten, um dort den Winter zu verbringen.

Vom Aussehen her ähnelt sie stark der Singdrossel. Die beiden Vögel unterscheiden sich aber in der Farbe der Brust- und Bauchsprenkel. Während diese bei der Singdrossel eine fischschuppenähnliche Form haben, sind sie bei der Misteldrossel rundlich. Die Oberseite des Vogels ist graubraun und die Unterseite weiß mit dunkelbraunen Flecken. Die Unterseite der Flügel ist weiß. Auch hier gibt es keine äußeren Unterschiede zwischen den beiden Geschlechtern.

Der Gesang der Misteldrossel besteht aus kurzen und sich widerholenden flötenden Lauten, die relativ eintönig sind. Als Singvogel singt die Misteldrossel oft auch in der Mittagszeit. Vor allem beim Auffliegen gibt sie auffällige schnarrende Rufe von sich. Bei uns lebt der Vogel vornehmlich in lichten Wäldern, Parks und Lebensräumen mit kleineren Gehölzen.

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Die Misteldrossel gehört zu den Weichfutterfressern und bevorzugt Regenwürmer, Beeren, Obst, Insekten und deren Larven. Im Winter frisst sie außerdem mit Vorliebe die Früchte der Weißbeerigen Mistel – diesem Umstand verdankt sie auch ihren Namen.

Die Rotdrossel

Rotdrossel
Rotdrossel

Die Rotdrossel kann man gut an ihren rötlichen Flanken sowie der rostroten Flügelunterseiten, die nur beim Flug zu sehen sind, erkennen. Außerdem hat sie einen weißlichen Überaugenstreif, der nur bei der Rotdrossel vorhanden ist. Dies sind außerdem die wichtigsten Unterscheidungskriterien zur Singdrossel. Ansonsten ähneln sich die beiden Drosselarten sehr: sie sind überwiegend braun gefärbt und haben eine helle, gesprenkelte Unterseite.

Mit einer Körperlänge von 21 cm und einem Gewicht von max. 65 Gramm ist die Rotdrossel die kleinste heimische Drosselart. Das sommerliche Verbreitungsgebiet erstreckt sich von Skandinavien über Nordrussland bis zum Baikalsee. Im Winter ziehen sie nach Nordafrika sowie in den Süden und Westen Europas und vereinen sich dort häufig mit Wacholderdrosseln.

Ihr Gesang besteht häufig aus zwei Teilen: einem flötenden Ton und einem unruhigen und rauem Zwitschern.

Die Brutzeit der Rotdrossel erstreckt sich von Mai bis Juli. Ihr Nest bauen sie am liebsten in niedrigen Sträuchern oder am Boden. Wie auch die anderen Drosselarten ernähren sich Rotdrosseln von wirbellosen Tieren, Insekten und Beeren.

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Die Ringdrossel

Die Ringdrossel ist eine sehr seltene Drosselart und lebt am liebsten in den Alpen, im Hochschwarzwald, in Fichtenwäldern, Moorwäldern und nördlich der Waldgrenze in der Tundra. Zwischen November und Februar zieht sie in den Mittelmeerraum, um dort den Winter zu verbringen.

Von der Größe und Struktur sieht die Ringdrossel der Amsel sehr ähnlich. Sie ist etwa 24 cm bis 26 cm groß. Das Männchen hat ein schwarzes Gefieder sowie eine schwarzschuppige Unterseite mit charakteristischen weißen Rändern. Außerdem hat der Vogel einen auffälligen weißen breiten Bruststreifen.

Der Gesang der Ringdrossel ist amselähnlich aber weniger klangvoll, weniger variable und auffällig kürzer. Ihr typisches Drosselnest baut sie recht niedrig auf Nadelbäumen und Büschen (selten höher als 2 Meter). Sie brüten meist zweimal im Jahr, einmal im April und einmal im Juni.

Die Singdrossel

Singdrossel
Singdrossel

Mit 20 – 22 cm Länge ist die Singdrossel etwas kleiner als die Amsel und zudem zierlicher und kurzschwänziger. Das Durchschnittsgewicht liegt bei 70 g. Ihr Oberkopf ist graubraun und sie hat einen hellen Überaugenstreif. Auf der Brust und dem Bauch hat sie die typischen Flecken in schwarzbraun. Die Flügel sind zu einem großen Teil braun mit einer rötlich braunen, helleren Außenfahne.

Der Gesang der Singdrossel ist sehr abwechslungsreich und das Repertoire der Laute sehr groß und vielseitig. Singdrossel können flöten, zwitschern oder schnarren. Insgesamt ist der Gesang sehr melodisch und besteht aus vielen, mehrfach wiederholten Elementen.

Die Singdrossel ist ein Zugvogel und verbringt den Winter überwiegend in mediterranen Gegenden. Sie lebt in einer Vielzahl von Waldtypen, bevorzugt aber in Nadelbäumen mit einem dichten Unterwuchs, Schatten und einer hohen Feuchtigkeit.

Wie die anderen Drosselarten auch, sucht die Singdrossel auf dem Boden nach Nahrung. Zu den Lieblingsspeisen gehören Regenwürmer, Insekten, Schnecken oder Beeren. Im April und Juli ist Brutzeit. Interessant ist auch, dass junge Singdrosseln den Trieb entwickeln, Schneckenhäuser auf Steine zu schleudern, bis sie zerbrechen, um das weiche Innere zu verzehren.

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