Kleiner brauner Vogel

Es gibt eine Vielzahl von kleinen braunen Vögeln in Deutschland und die Unterscheidung der jeweiligen Arten ist nicht immer einfach. In diesem Artikel möchten wir euch daher verschiedene heimische Vogelarten vorstellen, die ein braunes Federkleid haben.

Neben einem Bild mit der passenden Beschreibung findet ihr außerdem weitere interessante Informationen zum jeweiligen Vogel. Wir hoffen, euch damit die Identifizierung von braunen Vögel zu erleichtern!

Heimische Vögel mit braunem Federkleid

Hier zeigen wir euch die häufigsten kleinen Vogelarten mit einem braunen Federkleid.

Wintergoldhähnchen

Wintergoldhähnchen
Wintergoldhähnchen

Das Wintergoldhähnchen ist der kleinste braune Vogel in ganz Europa. Es ist gerade einmal 9 cm lang, hat eine Flügelspannweite von 14 cm und wiegt nur etwa 5 Gramm. Aufgrund seiner sehr schnellen Bewegungen ist dieser winzige Vogel nur sehr schwer zu entdecken.

Das Wintergoldhähnchen hat ein mattes, gräuliches Gefieder und einen hellen Bauch sowie einen schwarz-gelben Streifen auf dem Kopf. Bei männlichen Vögeln hat der Streifen eine orangefarbene Mitte. Der Hals ist sehr kurz, in Verbindung mit dem proportional großen Kopf wirkt der kleine Vogel in seiner Gestalt kugelförmig. Der Schnabel des Wintergoldhähnchens ist schlank, was es ihm ermöglicht, Insekten zwischen den Kiefernnadeln zu rupfen. Im Herbst und Winter schließt sich das Wintergoldhähnchen anderen kleinen Vogelarten an, die auf der Suche nach Nahrung umherziehen.

Der Unterschied zwischen Männchen und Weibchen ist kaum wahrnehmbar, doch der markanteste Unterschied ist der Scheitel des männlichen Wintergoldhähnchens, der während der Balzzeit noch stärker gefärbt ist. Während dieser Zeit neigt das Männchen seinen Kopf und hebt seinen farbigen Scheitel an, um ein Weibchen anzulocken. Das Sommergoldhähnchen sieht ähnlich aus, hat jedoch einen weißen Überaugen- sowie schwarzen Augenstreif.

Das Wintergoldhähnchen lebt am liebsten in Nadel- und Mischwälder, vor allem im Winter können sie auch in Gärten beobachtet werden.

Zaunkönig

Zaunkönig
Zaunkönig

Der Zaunkönig ist ebenfalls ein sehr kleiner brauner Vogel. Er ist pummelig, fast gerundet, mit einem feinen Schnabel, ziemlich langen Beinen und Zehen, sehr kurzen runden Flügeln und einem kurzen, schmalen Schwanz, der manchmal vertikal gespannt ist. Für einen so kleinen Vogel hat der Zaunkönig jedoch eine bemerkenswert laute Stimme. Er ist etwa 910 cm lang, hat eine Flügelspannweite von 13-17 cm und wiegt zwischen 7 und 12 Gramm.

Der Zaunkönig ist fast vollständig braun, mit Strichen und helleren Schattierungen von Braun und Creme. Da er ein recht kompakter Vogel ist, wirkt er durch seine Plumpheit sehr kurz, dennoch ragen seine Beine und Krallen markant hervor. All dies wird durch das einprägsamste Merkmal des Vogels ergänzt: den vertikalen, gezackten Schwanz, der zittert, wenn der Vogel laut singt. Charakteristisch sind seine hüpfenden Bewegungen am Boden.

In besonders strengen Wintern können die Zaunkönig-Populationen um bis zu 25 % abnehmen. Trotz dieser erschreckenden Statistik wird dies oft durch die großen Bruten ausgeglichen, die während der Brutsaison entstehen. Normalerweise legt ein Zaunkönigweibchen zwischen fünf und acht Eier, und es ist durchaus üblich, dass Zweitbruten aufgezogen werden.

Heckenbraunelle

Heckenbraunelle
Heckenbraunelle

Die Heckenbraunelle ist etwa so groß wie ein Rotkehlchen und kann leicht mit dem Haussperling verwechselt werden, Mit einer Länge von 14 cm und einer Flügelspannweite von 19-21 cm kann sie ebenfalls zu den kleinen braunen Vögeln gezählt weren.

Ihre Oberseite ist braun gemustert und aufgrund dieser relativ unscheinbaren Farbe kann sie als einfacher Haussperling „abgetan“ werden. Ihr Schnabel ist dünn. Der Kopf und die Brust der Heckenbraunelle sind blaugrau gefärbt, wobei der Scheitel leicht ins Braune übergeht. Die Beine sind rotbraun. Ihr Flugstil ist etwas ruckartig und sprunghaft und beim Singen steht sie exponiert auf niedrigen Baumspitzen.

Sowohl die Männchen als auch die Weibchen sind fast ununterscheidbar mit gestreifter brauner Oberseite, grauem Gesicht und Brust und gestreiften Flanken. Beim Fressen am Boden schnippt die Heckenbraunelle schnell mit dem Schwanz. Man findet den kleinen braunen Vogel oft in der Nähe von Büschen, Brombeeren, Gestrüpp und anderen Formen dichter Vegetation.

Zilpzalp

Zilpzalp
Zilpzalp

Der Zilpzalp ist eine kleine, insektenfressende Laubsängerart, die mit einer Länge von 11 cm ebenfalls zu den kleinen braunen Vögeln gezählt werden kann.  

Erkennen kann man ihn an seiner charakteristischen schwanzwedelnden Bewegung. Generell ist er sehr energisch, lebhaft und schnell, besonders wenn er sich zwischen Bäumen und Büschen aufhält.

Die Farbe des Zilpzalps ist eher unscheinbar: sie besteht aus einem olivgrünen Gefieder mit einem Hauch von Braun. Die Unterseite ist weißlich mit Gelb- und Beigeanteilen auf Kehle und Brust. Der feine Schnabel des Zilpzalps ist meist recht dunkel. Obwohl dies nicht immer der Fall ist, haben Zilpzalpen oft dunkle Beine und einen kurzen hellen Augenstreifen.

Gartenbaumläufer

Gartenbaumläufer
Gartenbaumläufer

Der Gartenbaumläufer ist ein kleiner baumbewohnender Vogel mit einem langen, schlanken, nach unten gebogenem Schnabel.

Das Gefieder des Gartenbaumläufers ist dem Lebensraum angepasst: braun gefleckt fällt der Vogel kaum auf der rissigen Borke auf. Nur Kehle und Bauch sind schmutzigweiß und über dem Auge ist ein heller, jedoch meist undeutlicher Überaugenstreif zu erkennen. Seine steifen Schwanzfedern dienen ihm beim Klettern als Stütze.

Er besiedelt Parks, Laubwälder, Gärten und vor allem Streuobstwiesen. Der nahverwandte Waldbaumläufer ist etwas heller, oberseits etwas bräunlicher, hat deutlichere Überaugenstreifen und die Krallen der Hinterzehen sind länger.

Haussperling / Spatz

Haussperling
Haussperling

Der Haussperling, oder auch Spatz genannt, ist ein opportunistischer Vogel der in Städten, Parks und Gärten lebt. Bei uns kann man ihn ganzjährig beobachten. Er ist etwa 16 cm lang und daher ebenfalls ein kleiner brauner Vogel.

Haussperlinge wirken oft sehr gedrungen und haben einen großen Kopf. Männliche Haussperlinge sind oben streifig braun und unten grau. Sie haben kastanienbraune Flügel mit weißen Flügelbinden, einen schwarzen Latz und eine graue Mütze. Weibchen und Jungvögel sind eintönig braun. Feldsperlinge sehen ähnlich aus wie männliche Haussperlinge, haben aber einen braunen Scheitel und einen schwarzen Fleck auf jeder Wange.

Hier findet ihr einen ausführlichen Steckbrief zum Haussperling.

Haussperlinge ernähren sich von einer Vielzahl von Nahrungsmitteln, einschließlich Knospen, Körnern, Nüssen und Abfällen, und besuchen Vogelhäuser und Futterstellen. Der Spatz lebt gesellig und brütet gerne in Gemeinschaft mit anderen Paaren. Sie nisten in Löchern oder Spalten in Gebäuden, unter Efeu oder anderen Sträuchern und in Nistkästen; sie verwenden eine Vielzahl von Materialien, um ihre Nester zu bauen. Beide Eltern bebrüten die drei bis fünf Eier und ziehen die Jungen auf.

Feldsperling

Feldsperling
Feldsperling

Mit einer Länge von 14 cm ist der Feldsperling der kleinere Verwandte des etwas kräftigeren Haussperlings und lebt eher auf Ackerland und in Wäldern als in Städten und Gärten. Der Feldsperling ist ein seltener und rückläufiger Vogel, der aber das ganze Jahr über in Deutschland zu finden ist.

Männliche und weibliche Feldsperlinge sehen gleich aus, mit kastanienbraunem Scheitel, kastanienbraunem Rücken, bräunlicher Unterseite, weißen Wangen und schwarzen Wangenflecken. Der einfachste Weg, den Unterschied zwischen Haussperling und Feldsperling zu erkennen, ist der Blick auf die Krone! Feldsperlinge haben einen einfarbig kastanienbraunen Kopf und Nacken, während Haussperlinge (zumindest die Männchen) eine hellgraue Krone haben.

Hier findet ihr einen ausführlichen Steckbrief zum Feldsperling.

Die Paare nisten oft in Löchern in Bäumen und bringen jedes Jahr zwei bis drei Bruten mit bis zu sieben Eiern hervor. Feldsperlinge ernähren sich von Samen, Getreide und Insekten.

Singdrossel

Singdrossel
Singdrossel

Die Singdrossel ist ein kleiner, vertrauter Singvogel, der häufig in Parks und Gärten, Wäldern und Gebüschen zu finden ist. Sie macht ihrem Namen alle Ehre und hat einen schönen, lauten Gesang mit sich wiederholenden Phrasen. Sie ist in ganz Europa und bis nach Sibirien verbreitet. Die nördlichen Populationen sind Zugvögel, die nach Afrika ziehen, während unsere Singdrosseln eher sesshaft sind. Von März bis April brüten Singdrosseln und produzieren oft drei Bruten mit bis zu fünf blauen, gefleckten Eiern.

Die Singdrossel hat einen warm-braunen Kopf, Flügel und Rücken und eine cremefarbene Brust, die mit dunkelbraunen Flecken in Form von umgedrehten Herzen bedeckt ist. Sie ist etwa 23 cm lang und damit etwas kleiner als eine Amsel.

Nicht zu verwechseln mit der Misteldrossel. Dieser nahe Verwandte ist größer und grauer, mit schwereren, dunkleren Brustflecken, die auch zum Bauch hin stärker ausgeprägt sind. Die Singdrossel wird auch oft mit der Rotdrossel verwechselt, ihr fehlen jedoch der weiße Augenstreifen und die rot-orangefarbenen Unterflügel der Rotdrossel.

Im Frühling und Sommer kann man Singdrosseln oft auf dem Boden beobachten, wo sie nach Würmern und Käfern suchen. Sie sind berühmt für ihre Angewohnheit, Schnecken auf einen „Amboss“ zu schlagen, um die Schalen zu knacken. Wenn du also Fragmente von Schneckenhäusern in der Nähe eines großen Steins in deinem Garten findest, bedeutet das wahrscheinlich, dass eine Singdrossel in der Nähe ist. Ihre Bewegungen ähneln denen einer Amsel, und sie haben die Angewohnheit, ziemlich aufrecht zu stehen und den Kopf zu neigen. Sie sind starke Flieger und singen gerne hoch oben auf herausragenden Ästen. 

Misteldrossel

Misteldrossel
Misteldrossel

Mit einer Länge von 26-29 cm kann man bei der Misteldrossel nicht von einem kleinen Vogel sprechen. Allerdings ist die Misteldrossel ein brauner Vogel, der ebenfalls in Deutschland heimisch ist. Sie hat eine graubraune Oberseite, einen langen Schwanz und einen dicken weißen Bauch mit kräftigen, dunkelbraunen Flecken. Ihre Beine sind gelb-braun gefärbt.

Misteldrosseln haben ihren Namen von der mystischen Mistel, deren Beeren eine ihrer Lieblingsspeisen sind. Sie sind eher in Gebieten mit Misteln anzutreffen, fressen aber auch gerne Beeren von Stechpalmen und Ebereschen. Sie sind aggressiv und fallen oft auf, wenn sie eine gute Nahrungsquelle verteidigen, indem sie auf andere Vögel zufliegen und ihren lauten rasselnden Ruf abgeben. Zu anderen Zeiten können sie recht geheimnisvoll und schwer zu sehen sein. Wie Singdrosseln verbringen sie einen Großteil des Frühjahrs und Sommers auf dem Boden und suchen nach Wirbellosen. Mit ihren typischen „Drosselhüpfern“, der aufrechten Haltung und anderen Bewegungen sind sie dann wahrscheinlich am schwersten zu unterscheiden, besonders von hinten.

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