Eulenarten im Überblick – die häufigsten heimischen Arten

Eulen gehören sicherlich zu den mystischsten heimischen Vogelarten, denn sie sind nachtaktive Jäger, die wir Menschen nur sehr selten zu Gesicht bekommen. Leider ist das Verhältnis zwischen Menschen und Eulen erst seit etwa einem halben Jahrhundert wieder freundschaftlicher geworden. Jahrhunderte lang haben vor allem Aberglauben, neid und pure Ignoranz dieser Vogelart das Leben schwer gemacht und einzelne Arten sogar an den Rand des Aussterbens gebracht. Eulen und auch Greifvögel wurden aufgrund ihrer Lebensweise und Perfektion geschossen, vergiftet, in Fallen gefangen oder auf brutale Weise getötet. Zum Glück haben wir Menschen heute eingesehen, dass diese Vögel einen wichtigen Funktionen in der Natur erfüllen.

Doch welche Eulen sind bei uns eigentlich heimisch und gibt es einen Unterschied zwischen Eule, Kauz und Uhu?

In diesem Artikel möchten wir euch die häufigsten heimischen Eulenarten einmal genauer vorstellen.

Merkmale von Eulen

Zu den Eulen zählen ungefähr 200 Arten, welche auf fast allen Kontinenten anzutreffen sind. Die meisten Arten sind nachtaktiv und haben zahlreiche Merkmale und Anpassungen, die ihnen die nächtliche Aktivität vereinfacht.

Innerhalb der Eulen unterscheidet man die Familie der Schleiereulen und die Familie der Eigentlichen Eulen.

Eulen haben eine ganz typische Gestalt: der Körper ist gedrungen und der Kopf im Vergleich zu anderen Vogelarten auffallend groß und rundlich. Außerdem ist der Schnabel von Eulen stark gekrümmt und scharfkantig. Ein weiteres typisches Merkmal aller Eulenarten sind die großen nach vorn gerichteten Augen, mit denen sie in der Nacht sehr gut sehen können. Die Augen selbst sind unbeweglich, stattdessen können die Tiere ihren Kopf bis zu 270° drehen, wodurch das Gesichtsfeld stark erweitert wird.

Im Verhältnis zum Körpergewicht haben Eulen außerdem eine große Flügelfläche. Dies ermöglicht ihnen einen geräuscharmen Flug, der ihnen bei der Jagd zugutekommt.

Wenn ihr mehr über das Jadgverhalten von Eulen erfahren möchtet, dann schaut doch mal in diesem Artikel vorbei: Warum haben Eulen so lange Beine?

Eulen auf einem Ast

Unterschied Eule, Kauz und Uhu

In der deutschen Sprache wird zwischen einer Eule und einem Kauz sowie einem Uhu unterschieden. Doch gibt es überhaupt einen Unterschied? Im englischen findet diese Unterscheidung nicht statt und alle Eulenarten werden auch als Eule bezeichnet.

Bei uns gelten als Eulen vornehmlich jene Arten, die in ihrem Erscheinungsbild schlank wirken. Kauze sind hingegen Arten, die eher gedrungen und rundlich wirken. Ein weiterer äußerlicher Unterschied zwischen Eule und Kauz sind die Federohren. Die Käuze haben keine Federohren, die Eulen und Uhus schon. Es gibt jedoch keinen Unterschied zwischen Eulen, Käuzen und Uhus im Sinne einer zoologischen Systematik.

Eulenarten im Überblick

Im Folgenden möchten wir euch unsere heimischen Eulenarten einmal genauer vorstellen.

Wenn ihr mehr über Eulen im Allgemeinen erfahren möchtet, dann haben wir hier einen interessanten Artikel veröffentlicht: 15 interessante und lustige Fakten zur Eule

Steinkauz

Steinkauz

Der Steinkauz bevorzugt als Lebensräume offenes, mit vereinzelten Baumgruppen bestandenes Gelände, Friedhöfe, Parks sowie Obstgärten, die einen alten Baumbestand aufweisen. Der Steinkauz besiedelt ganz Europa, Vorder- und Zentralasien sowie Nord- und Nordostafrika.

Er hat eine Kopf-Schwanz-Länge von bis zu 23 cm und eine Flügelspannweite zwischen 53 und 58 Zentimetern. Die Größe entspricht damit der einer Singdrossel. Die Federohren fehlen und durch die niedrige Stirn wirkt der Steinkauz flachköpfig.

Falls die vorhandene Nahrung im Winter ausreicht, bleiben Steinkäuze ganzjährig in ihren Brutrevieren. Ansonsten streifen sie während dieser Zeit umher. Sobald jedoch der Frühling Einzug hält, besetzen die Steinkäuze neue Reviere.

Das Steinkauz-Weibchen legt 4-6 Eier und platziert diese häufig in Baumhöhlen, Mauernischen und Felslöchern, manchmal aber auch in Nistkästen und Taubenschlägen. Die Brutdauer variiert zwischen 22 und 30 Tagen. Anschließend werden die Jungvögel mit Mäusen, Kleinvögeln, Lurchen und Reptilien sowie größeren Käfern und Würmern gefüttert. Dies entspricht der Ernährung von ausgewachsenen Steinkäuzen.

Schleiereule

Schleiereule

Als Kulturfolger sind Schleiereulen in weiten Teilen Deutschlands und Europas zu Hause. Ausnahmen sind Nordrussland und Skandinavien sowie in Deutschland in der Alpenregion. Außerdem lebt sie in Vorder- und Südasien, Afrika, Amerika und Australien. Sie leben am liebsten in offenen Landschaften und in menschlichen Siedlungen, wo sie sich tagsüber gern in halbdunklen Gebäuden, wie zum Beispiel Scheunen, Türmen, Burgen oder Ruinen verstecken. In der Vergangenheit sind Schleiereulen oftmals dem Aberglauben zum Opfer gefallen, Sie galten lange Zeit als Vorankündigung für den Tod und wurden häufig geschossen und an Scheunentore genagelt.

Diese Eulenart kann eine Kopf-Schwanz-Länge von gut 34 cm erreichen wobei die Weibchen etwas größer sind als die Männchen. Sie hat eine Flügelspannweite von 90-98 cm und ein Gewicht on 290 bis 370 g. Die Schleiereule ist eine sehr helle, langbeinige Eule, die keine Federohren aufweist. Sie hat zudem eine relativ schlanke Figur. Charakteristisch ist ihr weißer, herzförmiger Gesichtsschleier.

Die Schleiereule sieht man selten fliegend. Die große Mehrzahl aller Schleiereulen ist streng nachtaktiv und kann tagsüber nur nach einer Störung am Tageseinstand beibachtet werden. Jedoch könen insbesondere Jungvögel bereits in der Dämmerung aktiv sein. Im Fluge sind Schleiereulen auffallend hell, fast weißlich. Wie fast alle Eulenarten fliegt auch die Schleiereule nahezu lautlos mit relativ langsamen Flügelschlägen.

Die Eier der Schleiereule werden entweder in erhöhten Nischen oder am Boden eines Gebäudes gelegt, in dem sich die Schleiereulen gerade aufhalten. In Abhängigkeit vom vorhanden Nahrungsangebot legt sie meist 4-6 Eier. In Ausnahmefällen können es sogar bis zu elf Eier sein. Diese werden 30 Tage lang vom Weibchen bebrütet. Beide Elternteile gehen auf die Futtersuche. Die jungen Eulen werden vorwiegend mit Mäusen und Spitzmäusen gefüttert. Ältere Schleiereulen bleiben meistens ganzjährig in ihren Brutrevieren. Jüngere Eulen ziehen dagegen gelegentlich umher, um ein für sich geeignetes Revier zu finden.

Waldkauz

Waldkauz

Beim Waldkauz handelt es sich um eine mittelgroße Eulenart mit einem relativ großen Kopf und einer Flügelspannweite von circa 100 cm. Die Männchen sind geringfügig kleiner als die Weibchen. Das Federkleid des Waldkauzes ist grau oder braun und die Augen sind fast komplett schwarz. Die Rufe des Kauzes sind fast das ganze Jahr über zu hören, vor allem aber im Spätwinter und im Herbst.

Der Waldkauz lebt am liebsten in Parklandschaften und Großwaldungen, ist aber auch in Städten zu finden. Da er ein Nachtvogel ist, kann man ihn nur selten beobachten aber dafür kaum überhören. In stillen Mondnächten schallt sein Ruf kilometerweit.

Der Waldkauz brütet in morschen Bäumen, Feldscheunen und Kirchtürmen. Die Eier legt das Weibchen offen und ohne Nestunterlage in einen Winkel. Heute mangelt es den Waldkäuzen jedoch leider an hohlen Bäumen und es herrscht fast überall Wohnungsnot. Daher brüten sie nicht selten in verlassenen Krähennestern oder zwischen Baumwurzeln am Boden oder im Dachgebälk von Gebäuden.

Das Weibchen legt alle zwei Tage ein Ei, insgesamt etwa 3-5 Eier pro Gelege. Die Jungen schlüpfen nach einer Brutdauer von 28-30 Tagen. Während das Weibchen brütet, sucht das Männchen nach Nahrung und versorgt das Weibchen. Erst nach 2-3 Monaten machen sich die Jungvögel selbstständig, denn die nächtliche Jagd erfordert eine lange Lehrzeit.

Der Waldkauz ist ein mutiger Jäger und die Griffweiter seiner Krallen lässt erkennen, dass er Beutetiere bis zu Ratten– und Taubengröße überwältigen kann. Im Sommer besteht die Nahrung hauptsächlich aus Mäusen und Spitzmäusen, von denen er am Nistplatz gelegentlich einen kleinen Vorrat sammelt.

An kalten Wintertagen sitzen Waldkäuze tagsüber in der Sonne aber auch auf Kaminen, aus denen warme Luft herausströmt. Der Waldkauz ist die einzige europäische Eulenart, die in ihrem Bestand nicht bedroht ist.

Waldohreule

Waldohreule

Die Waldohreule ist eine mittelgroße Eule mit einer Flügelspannweite von etwa 90 cm und einer Körperlänge von etwa 36 cm. Sie hat auffällige Federohren und eine leuchtend orangegelbe Iris.

Die Waldohreule ist nur nachts aktiv und sitzt tagsüber mit eng angelegtem Gefieder an einem Stamm gedrückt oder im dichten Gezweig. Am liebsten lebt sie in Großwäldern und Wäldern, zwischen Wiesen, in Parkanlagen und in Städten. Bei strengem Frost wohnt sie mehr in Siedlungen, wo sie am Futterhaus kleinere Vögel jagt.

Die Hauptbrutzeit der Waldohreule ist der April aber auch noch im Mai werden frische Gelege gefunden. Ein Grund dafür kann sein, dass in diesem Monat die Krähennester frei werden, in denen diese Eulenart besonders gerne brütet. Das Weibchen sitzt, wie fast alle tarnfarbigen Vögel, sehr fest auf den Eiern. Während der Brutzeit wird ihr vom Männchen Futter gebracht. Sie legt etwa 5-6 Eier und die Brutdauer beträgt 27-28 Tage.

Die Waldohreule frisst fast ausschließlich Mäuse. Sie jagt meist aus dem Ansitz heraus und registriert die Beute teils mit den Augen und teils allein mit dem Gehör.

Raufußkauz

Raufußkauz

Der Raufußkauz ist in etwa so groß wie der Steinkauz und hat eine Flügelspannweite von ca. 54 cm. Der Kopf ist groß und das Gefieder locker. Auch der Rauhfußkauz ist ein nachtaktiver Vogel und hat einen raschen und geradlinigen Flug.

Sein bevorzugter Lebensraum sind nordische Nadelwälder. Bei uns in Mitteleuropa ist er hauptsächlich in den Mittelgebirgen und in den Alpen zu finden, aber auch in der Lüneburger Heide.

Die Balzzeit beginnt schon im Spätherbst, vor allem aber im Spätwinter und die Männchen beginnen zu dieser Jahreszeit etwa 40 Minuten nach dem Sonnenuntergang ihre Rufe. Sie brüten häufig in Schwarzspechthöhlen und nehmen auch gerne Nistkästen an. Die Brutzeit geht bis in den Mai. Es werden 4-7 Eier gelegt und die Brutdauer beträgt 58-57 Tage. Die Jungvögel bleiben dann 30-35 Tage im Nest. Allerdings klettern die Jungvögel schon aus der Bruthöhle heraus, bevor sie richtig fliegen können. Sie sitzen dann auf Ästen und machen in der späten Dämmerung die Eltern mit ihren Bettelrufen auf sich aufmerksam.

Tagsüber verbergen sich die Raufußkäuze meist im dichten Gezweig, in der Dämmerung machen sie dann auf Waldlichtungen Jagd auf Mäuse, manchmal auch auf Vögel oder Insekten.  Zu den Hauptfeinden des Raufußkauzes gehören Steinadler. Er ist ein Nesträuber und kann in die Höhle eindringen und dann das Weibchen samt Gelege töten.

Uhu

Uhu

Der Uhu ist die größte Eulenart und hat eine beachtliche Flügelspannweite von 170 cm. Auffällig sind außerdem die Ohrbüschel und die feurigen orangefarbenen Augen. Der Uhu lebt überall, wo es keine Verfolgung durch den Menschen und keine Verdrahtung der Landschaft gibt, dafür aber genügend Nahrung und Felswände mit Brutplätzen vorhanden sind. In Mitteleuropa sind solche Orte jedoch kaum mehr vorhanden. Der Uhu gehört daher zu den seltensten und am stärksten bedrohten Vogelarten.

Uhus brüten in Deutschland vielerorts und können sich an sehr unterschiedliche Brutplätze anpassen. So leben sie auch in größeren Städten und ernähren sich dort in erster Linie von Tauben und Ratten. An der Spitze der Nahrungspyramide fehlen dem Uhu natürliche Feinde.

Uhus finden sich zu Paaren zusammen und halten zäh an ihrem Brutplatz fest, welcher bei uns stets in Felswänden, aber nicht immer in Höhlen zu finden ist. Die Reviere sind sehr groß. Zur Balzzeit im Februar und ausklingend im März ruft das Männchen in der Dämmerung sein „Uhu“ bis zu 100 mal. Die Brutzeit ist im März und April. Die Brutdauer beträgt etwa 35 Tage. Die Jungen wandern schon mit 20 Tagen an der Felswand umher, lange bevor fliegen können.

Der Uhu jagt, wie die meisten anderen Eulenarten auch, in der Dämmerung, manchmal schon vor Sonnenuntergang. Er jagt im lautlosen Überraschungsflug. Die kräftigen Krallen können Tiere bis Fuchsgröße erbeuten. In der regel fängt er aber Ratten, Igel, die er durch die Stacheln hindurch erdolcht, holt Krähen aus ihren Schlafbäumen und schlägt den Habicht ebenso wie den Auerhahn. Er kann außerdem einen ausgewachsenen Hasen durch die Luft tragen.

In Gefangenschaft können Uhus sehr alt werden. Wenn ein Uhu-Paar gut harmoniert, ziehen sie alljährlich ihre Jungen gemeinsam auf.

In diesem Artikel erfährst du, wie alt die einzelnen Eulenarten werden können: Wie alt werden Eulen?

Sperlingskauz

Sperlingskauz

Der Sperlingskauz ist in etwa so groß wie ein Star und eine sehr scheue Eulenart. Mit einer Flügelspannweite von ca. 34-39 cm ist der Sperlingskauz die kleinste heimische Eulen Art.

Auch sein Kopf ist für eine Eule relativ klein. Als Lebensräume bevorzugt er alte Nadel- und Mischwälder wobei er aber auch immer öfter in angrenzenden Gärten und auf Streuobstwiesen gesichtet wird. Dort hält er sich vornehmlich zum Jagen auf. Sein Verbreitungsgebiet erstreckt sich von Nord- über Mitteleuropa bis Vorderasien und Westsibirien.

Besonders interessant ist, dass der Sperlingskauz zwischen November und Januar eine winterliche Speisekammer einrichtet. Das große Vorratslager wird häufig in Baumhöhlen angelegt und beinhaltet Nahrung für die kalten Wintermonate. Hier werden manchmal bis zu 200 Beutetiere deponiert.

Der Sperlingskauz hat hohe Ansprüche an sein Nest. Meistens werden nur Höhlen für geeignet befunden, die ein sehr enges Einflugloch aufweisen, damit die Jungen später vor Fressfeinden relativ sicher sind. Die Brut erfolgt zwischen April und Mai in einer Baumhöhle oder einem alten Spechtloch. Nach einer Brutdauer von rund 30 Tagen schlüpfen aus den 4-7 Eiern die Jungen, welche durch beide Altvögel mit erbeuteten Vögeln und Mäusen gefüttert werden.

Weil Sperlingskäuze im vergleich zu vielen anderen Eulenarten nachts deutlich schlechter sehen können, jagen sie häufig auch tagsüber. Auch vor dem Menschen hat der Sperlingskauz keine Angst und meidet ihn nicht.

Sumpfohreule

Sumpfohreule

Die Sumpfohreule ist in etwa so groß wie die Waldohreule hat aber längere Flügel und eine Flügelspannweite von etwa 1 Meter. Ihr Brustgefieder ist längsgestreift und die Federohren sind unauffällig. Sie lebt am liebsten in offenen Landschaften mit Gewässern.

In diesem Artikel erfahrt ihr, ob Eulen schwimmen können: Können Eulen schwimmen? Und was machen sie bei Regen?

Die Sumpfohreule ist eine Eule die ständig umherzieht. Sie rastet und brütet dort, wo es genügend Nahrung gibt, und verschwindet wieder sobald Nahrung knapp wird.

Das Weibchen legt im Abstand von zwei Tagen 3-5 Eier in Ausnahmefällen kann das Gelege auch aus bis zu 10 Eier bestehen. Die Brutdauer beträgt 27 Tage. Bei günstigem Nahrungsangebot kann es zu einer zweiten Brut im August oder noch später im Jahr kommen. Die Jungen krabbeln mit 14-17 Tagen aus dem Nest und verbergen sich in der Bodenvegetation. Nach etwa 4 Wochen sind sie flugfähig, aber es dauert noch einmal mindestens 4 Wochen, bis sie sich auch selbst ernähren können. So lange werden sie noch von den Eltern mit Futter versorgt.

Die Sumpfohreule sucht ihre Nahrung im Spähflug aus mittlerer Höhe mit den Augen und nicht mit dem Gehör. Sie rastet gern auf Steinen und Pfählen jedoch fast nie auf Bäumen. Besonders aktiv ist sie in der Dämmerung. Ihre Hauptbeute sind Mäuse und im Norden auch Lemminge. Bei hoher Nahrungsverfügbarkeit stapelt sie rund um das Nest einen Vorrat von toten Tieren. Neben Mäusen erbeutet sie auch Bodenvögel, die sie vor allem bei Nacht im Schlaf überrascht, sowie Ratten, Hamster und junge Enten. Die Sumpfohreule hat ein riesiges Verbreitungsgebiet zu dem fast das ganze gemäßigte und kalte Eurasien gehört.

Zwergohreule

Zwergohreulen sind je nach Verbreitungsgebiet Zugvögel oder Teilzieher, di in Europa überwiegend südlich der Alpen leben und den Winter im südlichen Europa bis nach Afrika verbingen. Sie sind ebenfalls streng nachtaktiv und daher nur sehr selten zu beobachten. Ihr rindenfarbiges Gefieder dient außerdem der optimalen Tarnung, sodass man sie aim Geäst von Bäumen kaum erkennen kann.

Die Zwergohreule ist etwa 19 -21 cm lang und hat eine Flügelspannweite von 47 bis 54 cm. Ihr Gewicht beträgt etwa 77 bis 199 g. Wie der Name schon verrät ist die Zwergohreule eine sehr kleine Eulenart, sie ist die kleinste alle Ohreulen. Ihre Größe kommt der einer Amsel nahe. Im Vergleich zur Körpergröße sind die Federohren relativ stumpf und dick. Die Augen der Zwergohreule sind zitronengelb, der Schnabel ist grau. Man unterscheidet zwei Farbvarianten, eine graue und eine rötlichbraune Morphe. Männchen und Weibchen unterscheiden sich äußerlich nicht voneinander.

Die Zwergohreule lebt am liebsten in trockenen, offenen Landschaften in klimatisch wwarmen Regionen. Sie brütet dort in Obsthainen, offenen Laubgehölzen, größeren Gärten und Alleen, die alte Bäume mit natürlichen Höhlen für die Brut bieten.

Die Hauptnahrung der Zwergeule besteht aus Insekten, Laubheuschrecken, Käfern, Nachtschmetterlingen und Zikade. Ihre Beute fängt sie geschickt aus der Ansitzwarte. Neben Insekten frisst sie auch Spinnen, Regenwürmer und in seltenen Fällen auch Kleinvögel und Kleinsäuger.

Zwergohreulen sind Höhlenbrüter, die überwiegend in natürlichen Baumhöhlen brüten. Nachdem das Weibchen eine passende Bruthöhle gefunen hat, legt sie im Abstand von 1-3 Tagen 3-5 Eier. Diese werden ca. 24 Tage von ihr allein gebrütet. Nach etwa gut drei Wochen verlassen die Jungen das Nest.

Habichtskauz

Habichtskäuze leben eigentlich in den nordischen Taigawäldern aber seit 1975 gibt es ein Wiederansiedlungsprojekt im Bayerischen Wald, weshalb diese Eulenart auch bei uns zu finden ist. Hier wurden insgesamt mehr als 186 gezüchtete Habichtskäuze ausgewildert und es bleibt zu hoffen, dass der Lebensraum einen stabilen Bestand tragen kann.

Der Habichtskauz ist 54 – 61 cm lang, hat eine Flügelspannweite von 115 – 125 cm und ein gewicht von 542 – 1200 g. Er gehört neben dem uhu, dem Bartkauz und der Schnee-Eule zu den großen Eulenarten Europas. Er ähnelt im Aussehen einer großen Variante eines Waldkauzes, ist jedoch etwa 30 % größer und schwerer, hat einen längeren Schwanz und kontrastreicher gefärbt. Charakteristisch ist sein grauer Gesichtsschleicher mit feiner Radialstrichelung undperlenartiger Umrahmung.

Habichtskäuze brüten normalerweise in ausgefaulten, abgebrochenen Bäumen, die durch die moderne Kahlschlagsforstwirtschaft jedoch kaum noch zu finden sind. Daher werden auch Nistkästen angenommen.

Das Beutespektrum des Habichtskauzes besteht zu etwa 75 % aus Mäusen, Wühlmäusen und Spitzmäusen. Diese werden in erster Linie akustisch geortet und können auch durch einen 20 bis 30 cm dicke Schneedecke hindurch gegriffen werden.

Schneeeule

Die Schnee-Eule lebt nomadisch in der arktischen Tundra in Nordeuropa, Nordamerika und Nordasien und ist somit keine heimischen Eulenart. Dennoch soll sie in diesem Übersichtsartikel nicht fehlen.

Anhand ihres weißen Gefieders, der imposanten, fast uhugroßen Gestalt und der großen, goldgelben Augen ist sie leicht zu erkennen. Sie ist die einzige europäische Eulenart, bei der Männchen und Weibchen deutlich verschieden gefärbt sind.

Nur selten verlasen Schneeeulen ihre arktischen Brutgebiete und dringen nach Mittleuropa vor. Einzelne Individuen können jedoch in Jahren mit Nahrungsmangel weit über 1000 Kilometer nach Süden ziehen. Häufig handelt es sich dabei um Jungvögel, die in Deutschland dann in erster Linie im bereich der Nordseeküste auftreten.

Die Schnee-Eule ist 55 – 66 cm lang, hat eine Flügelspannweite von 145 – 157 cm und ein Gewicht von 1600 – 2700 g. Sie ist damit etwa so groß wie der Uhu, hat aber einen relativ kleinen Kopf. Das Gefieder it weiß und kann je nach Geschlecht und Alter eine dunkelgraue Bänderung und Fleckung aufweisen. Ältere Männchen können rein weiß sein.

Bartkauz

Der Bartkauz ist eine der eindrucksvollsten und schönsten nordischen Eulenarten. Charakteristisch für diesen Kauz sind sein unverhältnismäßig großer Kopf, seine grau-schwarz gebänderten konzentrischen Gesichtsringen und seine kleinen stechenden gelben Augen. Seinen namen verdankt er dem schwarzen Kinnstreifen unterhalb des Schnabels.

Der Bartkauz ist 62 – 70 cm lang, hat eine Flügelspannweite von 140 – 150 cm und wiegt 500 – 1000 g. Trotz seiner Größe wiegt der Bartkauz gerade mal halb so viel wie der Uhu. Diese Eulenart besteht nämlich überwiegend aus einems ehr dichten Federkleid und hat einen verhältnismäßig kleinen Körper. Die dichten Federn schützen sowohl gegen Kälte als auch gegen Stechmücken.

Wie viele andere waldlebenden Vogelarten hat auch der Bartkauz relativ kurze, runde Flügel und einen verhältnismäßig langen Schwanz. Diese Kombination ermöglicht ihm ein schnelles manövrieren zwischen Bäumen und vereinfacht das Jagen im Wald.

Bartkäuze haben beeidruckende Sinnesorgane. Sowohl das Gehör als auch die Augen sind hoch spezialisiert. Somit kann ein Bartkauz eine unter der geschlossenen, bis zu 30 cm dicken Schneedecke raschelnde Maus mit Hilfe des Gehörs auf etwa 150 m Entfernung zu orten.

Seine Nahrung besteht ausschließlich aus Kleinsäugern wie Erdmäuse, Rötelmäuse, Sumpfmäusen und Spitzmäusen. Nur in Ausnahmefällen werden auch Amphibien odr Aas angenommen.

Sperbereule

Die Sperbereule ist ein typischer, jedoch recht seltener Brutvogel der arktischen Nadel- und Birkenwälder Nordskandinaviens und zählt daher ebenfalls nicht direkt zu unseren heimischen Eulenarten.

Sie brütet in Baumhöhlen oder alten Reisighorsten in der Nähe von Moorgebieten und Lichtungen, wo sie von einer Sitzwarte aus nach beute Ausschau halten kann. Man erkennt die Sperbereule leicht an der sperberartig gebänderten Brust, der markanten schwarz-weißen Gesichtszeichnung sowie dem für Eulen recht langen Schwanz.

Obwohl Sperbereulen normalerweise Standvögel sind, können sie in manchen Jahren invasionsartig auch in Südschweden in größerer Zahl auftreten. Einzelne Individuen erreichen in Ausnahmefällen auch Dänemark und Norddeutschland.

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