Die häufigsten nachtaktiven Tiere in Deutschland

Egal, ob du auf dem Land oder in einer Stadt lebst, die Tierwelt ist allgegenwärtig. Tagsüber sind es vor allem Vögel, Eichhörnchen, Schmetterlinge oder Bienen die du in der freien Natur beobachten kannst. Es gibt aber auch einige Tiere, die vor allem in der Nacht unterwegs sind. Wenn du deine Augen und Ohren offenhältst, wirst du in der Dunkelheit so einige Tiere hören und vielleicht auch sehen können.

In diesem Artikel möchten wir euch einige der häufigsten nachtaktiven Tiere vorstellen, die vielleicht auch in eurem Garten nachts umherstreifen.

Eulen

Die meisten Eulen sind nachtaktive Vögel – nicht umsonst gibt es den Ausdruck „Nachteule“, um Menschen zu beschreiben, die lange wach sind oder die Nächte „durchmachen“. Typischerweise gehen die lautlosen Raubvögel in der Nacht auf die Jagd. Tagsüber schlafen sie mit ein paar wenigen Ausnahmen. Insgesamt zehn der dreizehn in Europa vorkommenden Arten sind auch bei uns in Deutschland zu sehen. Die bekanntesten Eulenarten sind sicherlich der Uhu, die Schleiereule, die Schneeeule oder der Waldkauz. Weitere heimischen Eulenarten bzw. Käuze sind die Waldohreule, der Steinkauz der Raufußkauz, der Sperlingskauz, die Sumpfohreule, der Habichtskauz und die Zwergohreule.

Der Uhu
Der Uhu

Eulen haben mit ihren runden Köpfen, ihren flachen Gesichtern und den großen Augen ein ganz charakteristisches Äußeres. Außerdem haben sie spezifische anatomische Merkmale, die sie perfekt für die nächtliche Jagd machen. Da wären die langen Beine mit den mächtigen und starken Krallen, der scharfe Schnabel sowie die Fähigkeit sich fast lautlos in der Luft zu bewegen.  Auch die Augen und das Sehvermögen der Eule sind auf die nächtliche Jagd angepasst. So können sie auch bei fast völliger Dunkelheit ausreichend sehen. 

Die meisten unserer heimischen Eulenarten sind dämmerungs- und nachtaktive Tiere. Es gibt jedoch ein paar wenige Ausnahmen. So gehen der Sperlingskauz und die Sumpfohreule am Tag auf die Jagd und schlafen in der Nacht.

Der Waldkauz ist mit mehr als 50.000 Brutpaaren in Deutschland die häufigste Eulen Art. Er kommt in fast allen Lebensräumen mit großem Baumbestand vor. Erkennen kannst du ihn an seinen großen Knopfaugen und seinem hellen Gesichtsschleier. Er ist etwa 40 bis 42 Zentimeter groß und zählt daher zu den größeren Eulenarten. Lediglich der Uhu und der Habichtskauz sind größer.

Der Waldkauz
Der Waldkauz

Du möchtest mehr über Eulen erfahren? Dann schau doch mal in unserem Artikel 15 interessante und lustige Fakten zur Eule vorbei!

Nachtfalter

Nachtfalter werden oftmals als farblose „Motten“ abgetan. Zu Unrecht, denn genau genommen gehören die Nachtfalter zu den Schmetterlingen. Sie sind also Schmetterlinge, die nicht zu den Tagfaltern gehören. Man kann sie unterteilen in Schwärmer, Eulenfaltern und Spannern. Sie lassen sich am besten an ihren Fühler erkennen, die am Ende nicht verdickt sind.

Nachtfalter
Nachtfalter

Von den etwa 3700 Schmetterlingsarten in Deutschland sind mehr als 3500 Nachtfalter. Aber auch nicht alle Nachtfalter sind nachtaktiv. Etwa 10 Prozent der Nachtfalter fliegen bei Tag. Außerdem gibt es Arten, bei denen die Männchen am Tag und die Weibchen in der Nacht aktiv sind.

Während Schmetterlinge tagsüber vor allem durch ihre farbenprächtigen Flügel hervorstechen, haben die Nachtfalter ein dunkleres Erscheinungsbild aber nicht weniger bunt! Ebenso wie Schmetterlinge lieben auch Nachtfalter süße Blüten- und Fruchtsäfte, an denen sie sich dann in der Nacht bedienen. Es gibt einige Pflanzenarten, wie das Geißblatt oder die Flammenblume, die sich auf nächtliche Besucher spezialisiert haben und Nachtfalter mit ihrem intensiven Duft anlocken. Die nachtaktiven Tiere spielen daher eine entscheidende Rolle bei der Bestäubung von Blüten.

Im Gegensatz zu Schmetterlingen haben Nachtfalter einen muskulösen und stromlinienförmigen Körper, der Ihnen die Kraft verleiht, schnelle Flügelschläge auszuführen. Daher sind Nachtfalter kaum zu sehen und nur ein leichtes Brummen verrät ihre Anwesenheit. Das Leben in der Nacht bietet den Faltern gewisse Vorteile, so sind sie beispielsweise vor einem Großteil der Fressfeinde geschützt und Nahrungskonkurrenten sind nachts nicht mehr unterwegs.

Taubenschwänzchen
Taubenschwänzchen

Fledermäuse

Fledermäuse gehören wahrscheinlich zu den nachtaktiven Tieren, die einem als erstes in den Sinn kommen. Fledermäuse sind durchaus sehr häufige Tiere, sie kommen auf allen Kontinenten der Erde vor und sind auch bei uns in Deutschland weit verbreitet. Fledermäuse besitzen ein dichtes, oft seidiges Fell, das meistens grau bis braun oder schwärzlich gefärbt ist und keinen Haarstrich aufweist.

Fledermaus
Fledermaus

Während sich die meisten Fledermäuse von Insekten ernähren, die sie in der Nacht und teilweise im Flug erbeuten gibt es auch drei Arten der Vampirfledermäuse, die sich tatsächlich vom Blut anderer Tiere ernähren.

In der Regel sind alle Fledermäuse nachtaktiv. Am Tag ziehen sie sich zum Schlafen in Höhlen, Felsspalte, Baumhöhlen oder auch auf Dachböden oder in Ruinen zurück. In den kühleren Regionen der Welt halten einige Arten auch einen Winterschlaf.

Fledermäuse sind außerdem sehr soziale Tiere und leben meistens das ganze Jahr über in gruppen zusammen. Beim Schlafen suchen sie meist engen Körperkontakt, sodass sie weniger Energie für die Körperaufwärmung aufwenden müssen.

Doch warum sind Fledermäuse nachtaktive Tiere? Die meisten Vögel fliegen tagsüber, da sie in der Dunkelheit schlichtweg nicht so gut sehen. Bei Fledermäusen hat die Nachtaktivität aber nichts mit dem Sehvermögen zu tun, sondern mit der Körpertemperatur. Die Flughaut der Fledermäuse ist dunkel, nackt und stark durchblutet. Würden sie bei Helligkeit fliegen, würden sie schnell überhitzen.

Füchse

Auch der Fuchs gehört zu den nachtaktiven Tieren. Sie sind vor allem in der Dämmerung und in der Nacht auf Nahrungssuche und daher tagsüber kaum zu sehen. Auch seine Sinnesorgane sind speziell auf ein Leben in der Dunkelheit ausgerichtet. Mit seinen Augen kann der Fuchs zum Beispiel noch sehr gut sehen, wenn der Mensch in der Dunkelheit nichts mehr von seiner unmittelbaren Umgebung erkennt.

Rotfuchs
Rotfuchs

Am Tag zieht sich der Fuchs in seinen Fuchsbau zurück, um zu schlafen. Erst bei Dämmerung erwacht er und zieht los, um Beute zu suchen. Füchse sind auch bei uns in Deutschland weit verbreitet, allerdings ist hier nur der Rotfuchs heimisch. Wir können Füchse zwar nur sehr selten beobachten dafür können wir sie aber umso lauter hören! Die Geräusche von Füchsen haben nicht selten schon zu einem Polizeieinsatz geführt. Vor allem in der Paarungszeit im Januar und Februar kommt es häufiger vor, dass man in der Nacht Schreie hört, die von Füchsen stammen. In dieser Zeit und während der Erziehung der Welpen kann man Füchse aber auch hin und wieder am Tag sehen. Auch bei geringem Jagddruck sind Füchse häufiger bei Helligkeit zu sehen.

Igel

Wusstet ihr, dass auch Igel zu den nachtaktiven Tieren gehören? Bei uns in Deutschland sind nur zwei Igel-Arten heimisch: der Braunbrustigel und der Nördliche Weißbrustigel, wobei Braunbrustigel im ganzen Land verbreitet ist. Er lebt als Einzelgänger und geht in der Dämmerung und in der Nacht auf Nahrungssuche. Auf seinen Speiseplan stehen hauptsächlich Insekten wie Ohrwürmer, Käfern oder Kellerasseln, Spinnen und wirbellose Tieren wie Regenwürmer.

Wenn du einen naturnahen Garten mit geeigneten Versteckmöglichkeiten hast, wirst du vielleicht das Glück haben und auch bei dir einen Igel entdecken können. Denn heutzutage leben sie vermehrt in Siedungsgebieten. Den Tag verschlafen sie meist in ihren selbst gebauten Nestern, die sich beispielsweise unter Holzstapeln, Laubbergen, Hecken oder anderen geeigneten Unterschlupfen finden. Bei einem nächtlichen Ausflug können Igel leicht bis zu zwei Kilometer zurücklegen, obwohl sie sich generell eher langsam fortbewegen. Igel haben zwar ein schlechtes Sehvermögen, dafür aber ein gutes Gehör und einen gut entwickelten Geruchssinn, den sie bei ihren nächtlichen Abenteuern einsetzen.

Igel
Igel

Sie sind in der Regel bis November aktiv und gehen dann in den Winterschlaf. Vor allem in der kalten Jahreszeit sind sie auf ein sicheres Versteck angewiesen, in dem es nicht zu kalt oder feucht werden kann.

Wie Füchse sind auch Igel sehr geräuschvolle und laute Tiere und man kann sie vor allem nachts hören, wenn sie durch das Unterholz rascheln und nach Nahrung suchen. Haben sie einen Leckerbissen gefunden, kannst du sie laut schmatzen hören. Aber auch lautes Schnarchen oder sogar Kreischen kannst du hören, wenn du einen Igel bei dir im Garten hast.

Du möchtest mehr über Igel erfahren? Dann schau doch mal in unserem Artikel 20 interessante und lustige Fakten zum Igel vorbei!

Dachs

Mit seinem schwarz-weiß gestreiften Gesicht ist der Dachs leicht zu erkennen. In Europa ist er weit verbreitet und gehört zur Familie der Marder. Auch er gehört zu den nachtaktiven Tieren denn er ist überwiegend in der Dämmerung und Nacht unterwegs, weshalb wir dieses Tier nur sehr selten zu Gesicht bekommen. In der Nacht gehen sie auf Nahrungssuche und graben große Höhlen, die weit verzweigt sind.

Der Dachs ist ein eher schüchternes Tier und lebt meist in Wäldern oder unterirdischen Höhlen. Wie so viele anderen Tiere auch, wird er aber auch immer häufiger in städtischen Gebieten gesichtet, denn er hat gelernt, dass in unseren Gärten viel Nahrung zu finden ist. Dachse sind Allesfresser und ernähren sie sich daher abwechslungsreich. Im Prinzip fressen sie alles was sie finden aber zu ihren Lieblingsspeisen gehören saftige Würmer.

Dachse im Wald
Dachse im Wald

Dachse sind außerdem sehr soziale Tiere und leben in Familien. Neben zwei Elterntieren gehören der jährliche Nachwuchs und die Jungen des vorherigen Jahres zum Clan. Erst im Verlauf ihres zweiten Lebensjahres verlassen die Jungdachse ihre Familie, um eigene Territorien zu gründen.

Dachse leben wie Füchse im Erdbau, in dem sie auch den Winter über die meiste Zeit schlafen, denn sie halten eine sogenannten Winterruhe.  Dabei wird der Stoffwechsel stark herabgefahren. Allerdings wachsen sie immer mal wieder kurzzeitig auf, um sich auf die Nahrungssuche zu begeben.

Waschbären

Sobald der Tag zu Ende geht und die Dämmerung hereinbricht, kommt der Waschbär aus seinem Bau und begibt sich auf die Nahrungssuche. Der Waschbär zählt somit ebenfalls zu den häufigsten nachtaktiven Tieren in Deutschland. Der Waschbär ist gut an seiner gräulichen Fellfarbe und seiner schwarzen Gesichtsmaske sowie natürlich an seinem geringelten Schwanz zu erkennen.

Waschbär

Den Waschbären zieht es bei seiner nächtlichen Nahrungssuche oftmals in unsere Gärten, in denen er jedoch oft kein gern gesehener Gast ist. Denn Waschbären können immense Schäden anrichten. Auch auf der Suche nach einem geeigneten Schlafplatz kommt er oft in menschennähe und richtet sich in Garagen, Schuppen oder auf Dachböden ein. Nicht selten kommt es vor, dass er dort auch seine Waschbär-Welpen zur Welt bringt.

Hier haben findest du 10 Tipps, wie du Waschbären sanft aus deinem Garten oder Haus vertreiben kannst.

Obwohl er ein Allesfresser ist, liebt er kleine Fische, Krebse oder Frösche, die er in Gewässern findet. An Land jagt er Mäuse, Echsen, Vögel oder Salamander. Wenn diese Nahrung knapp ist, frisst er aber auch pflanzliche Nahrung wie Obst oder Nüsse. Ein Problem werden Waschbären auch dort, wo das Tier menschliche Futterquellen findet, beispielsweise Essenreste im Müll, frei stehende Tiernahrung oder Fallobst.

Du möchtest mehr über Waschbären erfahren? Dann schau doch mal in unserem Artikel 30 interessante und lustige Fakten zum Waschbären vorbei!

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