Weidenbohrer – Alles was du über den Falter wissen musst

Der Weidenbohrer ist ein relativ unscheinbarer Falter doch seine Fressgewohnheiten können ihn zu einem echten Problem im Garten machen. Bei dem Weidenbohrer, Cossus cossus, handelt es sich um einen großen Nachtfalter aus der Familie der Holzbohrer.

Weitere Nachtfalter sind zum Beispiel der Ligusterschwärmer oder der Totenkopfschwärmer.

Der Weidenbohrer selbst ist aber nicht das Problem, sondern wie das so oft der Fall bei Faltern ist, die Raupen. Sie bohren sich in die Rinde von Bäumen, am liebsten Weiden, und fressen sich durch deren Holz. Für viele Gartenbesitzer sind die Raupen des Weidenbohrers somit echte Schädlinge.

Doch was hat es mit dem Falter auf sich?  Woran erkenne ich einen Weidenbohrer und seine Raupen?

Diese und noch weitere Fragen möchten wir in diesem Artikel nachgehen und euch die Eigenschaften und Merkmale des Weidenbohrers aufzeigen.

Weidenbohrer Fakten

  1. Der Weidenbohrer zählt zu der Ordnung der Schmetterlinge
  2. Der Weidenbohrer gehört zur Familie der Schwärmer
  3. Der Weidenbohrer ist ein nachtaktiver Falter
  4. Der Weidenbohrer ist in ganz Europa, aber auch in Nordafrika und Asien verbreitet.
  5. Der Weidenbohrer hat eine Flügelspannweite von 65 bis 80 mm
  6. Seine Färbung imitiert Baumrinde, wodurch er optimal getarnt und schwer zu sehen ist
  7. Der Weidenbohrer lebt am liebsten in der Nähe von
  8. Der Saugrüssel des Weidenbohrers ist verkümmert, deshalb kann der Falter durch ihn keine Nahrung aufnehmen und stirbt nach wenigen Wochen
  9. Der Weidenbohrer entwickelt sich aus einer Raupe zu einem Falter
  10. Die Raupen versprühen bei Kontakt ein scharf riechendes Sekret und können bei Berührung auch beißen
Orchi, CC BY-SA 3.0, via Wikimedia Commons

Wo lebt der Weidenbohrer?

Das Verbreitungsgebiet des Weidenbohrers erstreckt sich über Europa, den Norden Afrikas und die gemäßigten Zonen Asiens. In den Alpen kommen die Falter bis zu einer Höhe von 1500 m vor.

In Deutschland ist der Falter weit verbreitet und regional häufig. Er besiedelt die verschiedensten Biotope, wichtig sind nur geeignete Brutbäume. Daher lebt der Weidenbohrer am liebsten an Orten, wo alte Weiden stehen und das ist häufig der Fall an fließenden Gewässern, auf Wiesen, in Parkanlagen, in Auen oder selten auch in Mischwäldern. Doch auch in größeren Haus- und Obstgärten kommt der Schädling vor – vor allem dann, wenn es einen großen Baumbestand gibt.

Wie sehen Weidenbohrer aus?

Weidenbohrer haben einen plumpen Körperbau, wobei die Weibchen dicker und größer als die Männchen sind. Die Flügelspannweite beträgt 65 bis 80 Millimetern. Er ist somit der größte  Kopfschmetterling Mitteleuropas. Sie haben hellgraue Flügel, auf denen eine dunkelgraue Marmorierung bzw. Linien gezeichnet sind.  Teile der Flügel sind bräunlich gefärbt. Weidenbohrer betreiben mit ihrem Aussehen Astmimese. Das heißt, ihre Färbung imitiert die Baumrinde so, dass der Falter optimal getarnt ist und man ihn am Baum nur sehr schwer erkennen kann.

Sie haben nur verkümmerte Saugrüssel, sodass sie keine Nahrung aufnehmen können.


Pavel Kirillov from St.Petersburg, Russia, CC BY-SA 2.0, via Wikimedia Commons

Lebensweise des Weidenbohrers

Der Weidenbohrer gehört zur Familie der Holzbohrer st ein nachtaktiver Falter. Dieser Umstand zusammen mit seiner Farbe, die ihn perfekt tarnt, machen es sehr unwahrscheinlich, dass man den Falter jemals zu Gesicht bekommt. Tagsüber schlafen Weidenbohrer gut versteckt an Bäumen.

Er hat im Prinzip keine besondere Lebensweise. Aufgrund seines verkrümmten Saugrüssels kann er keine Nahrung aufnehmen und lebt in der Regel nicht sehr lange. Bisher wurde eine maximale Lebensdauer von 3 Monaten beobachtet.

Der Weidenbohrer fliegt von Mitte Mai bis Mitte August.

Das Weibchen ist ein sehr träges Tier und sitzt meist still mit zusammengelegten Flügeln am Stamm der Bäume. Dort wird es von den lebhafteren Männchen zur Begattung aufgesucht.  

Weidenbohrer auf Baumstamm Ben Sale from UK, CC BY 2.0, via Wikimedia Commons

Ist der Weidenbohrer gefährlich?

Aufgrund dessen, dass der Falter keine Nahrung aufnehmen kann, kann er auch keinen Schaden anrichten. Der Weidenbohrer ist somit völlig ungefährlich und kann auch nicht beißen oder Stechen. Anders sieht das bei der Weidenbohrer-Raupe aus. Sie ist der echte Schädling im Garten.

Die Weidenbohrer Raupe ist somit für Bäume gefährlich. Außerdem versprühen die Raupen bei Kontakt ein scharf riechendes Sekret und können bei Berührung sogar beißen. Weidenbohrer Raupen sind aber nicht giftig.

Weidenbohrer Entwicklung

Nach der Paarung legen die Weibchen bis zu 700 Eier einzeln oder in kleinen Gruppen – verteilt in klebrigen Päckchen von ca. 20 Stück – in Rindenspalten und am Stamm ab. Vornehmlich an Weiden, nicht selten aber auch an Linden, Rüstern, Erlen, an den Ahorn, An Apfel- und Birnenbäumen, an Pappeln usw. In der Regel werden geschwächte oder schon abgestorbene Bäume bevorzugt.

Nach dem Schlüpfen bohren die Larven sehr kleine Köcher in die Rinde und ziehen ins Bauminnere. Zunächst leben die ausgeschlüpften Raupen zusammen gesellig unter der Rinde und nagen den Bast unter der Baumrinde an. Sie leben so lange in der Rinde, bis sie sich mehrmals gehäutet haben. Das kann ein ganzes Jahr dauern.

Im zweiten Jahr dringen sie dann tiefer in das Holz ein und durchziehen den Baum von oben nach unten mit ihren Gängen. Diese Gänge haben einen ovalen Querschnitt und werden bis zu zwei Zentimeter breit. Die Raupen des Weidenbohrers leben dabei in Symbiose mit einem Pilz, der ihnen dabei hilft, das Holz aufzuschließen und leichter verdaulich zu machen. Die befallenen Bäume leiden dann nicht nur unter den Fraßschäden, hinzu kommt eine Pilzinfektion.


Teunie, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons

Die Raupen bleiben bis zu vier Jahre im Baum, bevor sie sich dann für die Verpuppung auf den Boden fallen lassen. Manchmal verbleiben die Raupen aber auch im Baum und verpuppen sich dort.

Auf dem Boden vergraben sich die Raupen in der Erde und verpuppen sich. Die Puppen sind mit etwa fünf Zentimetern kleiner als die Raupen und ebenfalls gelb-rot gefärbt. Am Hinterleib tragen sie schwarze Dornen.

Im Juni schlüpft dann der Falter des Weidenbohrers und beginnt nahezu sofort mit der erneuten Eiablage.

Aussehen Weidenbohrer Raupe

Die Raupen sind zu Beginn fleischfarben. Später entwickeln sie einen dunkelroten Rücken mit helleren, gelblichen Seiten und einer gelben Unterseite. Der Kopf und Nackenschild sind schwarz. Letzterer ist außerdem mit dunklen Flecken bestückt. Der Körper der Raupen, auf denen sich einzelne weißliche Haare befinden, glänzt wie mit Lack überzogen.


Se90, CC BY-SA 3.0, via Wikimedia Commons

Besonders ist der Geruch der Weidenbohrer Raupen: Sie riechen streng nach Essig. So kann man übrigens auch einen starken Raupenbefall am Baum von außen identifizieren.

Die Raupen werden bis zu 10 cm lang

Feinde des Weidenbohrers

Der Weidenbohrer ist ein heimischer Falter, der bei uns sehr häufig vorkommt. Allerdings hat dieses Tier nur sehr wenige natürliche Fressfeinde.  So sind zum Beispiel Vögel, wie die Amsel, nahezu chancenlos gegen die Raupe. Die Raupen können sich sehr gut wehren und mit ihren kräftigen Kiefern auch schmerzhaft zubeißen.

Raubvögel wie die Elster fressen die Raupen sehr gerne. Allerdings müssen sie diese erst einmal zu fassen bekommen. Meist geschieht dies, wenn die Raupen auf dem Boden unterwegs sind, um sich einen geeigneten Platz zum Verpuppen zu suchen.

Natürliche Feinde des Weidenbohrers sind Raubvögel wie Elstern, Spechte, die die Raupen auch aus der Baumrinde herauspicken können, sowie Schlupfwespen.

Weidenbohrerbefall erkennen – typisches Schadbild

  • ausgehöhltes Holz vor allem am Stamm
  • ovale oder kreisrunde, bis zu 2 Zentimeter breite Fraßgänge
  • bei starkem Befall sind die fressenden Raupen nachts im Bauminneren hörbar
  • häufig in der Nähe ein intensiver Holz-Essig-Geruch wahrnehmbar
  • Raupen befördern rötlich gefärbtes Bohrmehl zusammen mit ihrem Kot durch die Rindenöffnungen nach draußen
  • Verdorrte Zweige sowie verwelkte Blätter
  • die Bäume verlieren an Vitalität und das Wachstum wird gestört
  • Oftmals gleichzeitige Pilzinfektion des Baums
Fraßspuren vom Holzbohrer oder Weidenbohrer in Walnussholz. D. Dreise Bothe, CC BY-SA 3.0, via Wikimedia Commons

Weidenbohrer Meldepflicht

Vorangegangene Ausführungen zeigen, wie Schädlich die Raupe des Weidenbohrer ist. Sie frisst sich durch Bäume, welche oftmals zu einer ganzen Aufzuchtstation von Weidenbohrer mutieren. Nicht nur stirbt der Baum langsam ab, sondern oftmals geht ein Befall auch mit einer Pilzinfektion einher.

Als Gartenbesitzer hat man somit nicht nur das Problem, die Raupen bekämpfen zu müssen, sondern muss auch noch seinen Baum retten. Gegebenenfalls ist der Einsatz eines Fungizids unumgänglich.

Eine Meldepflicht für den Weidenbohrer besteht allerdings nicht. Allerdings gibt es andere Holzschädlinge mit Meldepflicht und ein Befall der verschiedenen Arten lässt sich oftmals nicht leicht voneinander unterscheiden.

Meldepflichtige Holzschädlinge sind zum Beispiel der Asiatische Laubholz-Bockkäfer.

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