Limikolen – Heimische Watvögel erkennen und bestimmen

Zu den Limikolen gehören sehr viele verschiedene heimische Vogelarten. Limikolen werden auch Watvögel oder Regenpfeiferartige genannt. Es gibt vier Familien innerhalb der Limikolen: Die Schnepfenvögel, die Regenpfeifer, die Säbelschnäbler und die Austernfischer. Insgesamt gibt es weltweit über 400 Arten der Limikolen.

Obwohl die Limikolen/Watvögel sehr verschieden aussehen können, haben sie doch einige grundlegende Gemeinsamkeiten. So leben alle Limikolen am oder in unmittelbarer Nähe zum Wasser. Zum Beispiel an Meeresküsten, Seen, Flüssen und in Sümpfen. Fast alle Arten der Watvögel sind Zugvögel.

Eine weitere Gemeinsamkeit ist, dass alle Küken der Watvögel Nestflüchter sind. Im Gegensatz zu den Nesthockern kommen Nestflüchter so weit entwickelt zur Welt, dass sie den Eltern bereits folgen können. Das heißt, sie suchen ihre Nahrung am Boden oder im Wasser.

Doch welche Vogelarten gehören nun zu den Limikolen/Watvögeln bzw. zu den vier genannten Familien? In diesem Artikel möchten wir euch die häufigsten Limikolen kurz vorstellen.

Merkmale von Limikolen

Limikolen oder Watvögel sind eine spezielle Vogelgruppe. Viele von ihnen sind Zugvögel, die jährlich Tausende von Kilometern zurücklegen. Ein Großteil überwintert in Westafrika, viele auch im Mittelmeer-raum oder in Großbritannien und an der westeuropäischen Atlantikküste. Einige Arten oder Populationen ziehen sogar bis Südafrika.

Limikolen

Sie sind häufig an Feuchtgebiete gebunden, wo sie watend nach Nahrung suchen – daher ihr deutscher Name Watvögel.

Außerdem brüten fast alle Limikolen am Boden. Die meisten legen vier Eier, die sie in eine Nestmulde oder ein einfaches Nest legen. Die Jungen sind Nestflüchter, die das Nest gleich nach dem Schlüpfen verlassen.

Viele der Arten haben außerdem einen verhältnismäßig langen Schnabel. In diesem Artikel stellen wir euch einige Vögel mit einem langen Schnabel vor.

Limikolen erkennen und bestimmen

Wie bereits geschildert werden die Limikolen in vier Familien untergliedert: die Schnepfenvögel, die Regenpfeifer, die Säbelschnäbler und die Austernfischer.

Im Folgenden stellen wir euch die häufigsten Watvögel genauer vor.

Alpenstrandläufer

Der Alpenstrandläufer ist eine der häufigsten Watvogelarten und gehört zur Familie der Schnepfenvögel. Drei Viertel seines Lebens verbringt der Alpenstrandläufer auf dem Zug oder in den Überwinterungsgebieten. In Mitteleuropa ist er vor allem während des herbstlichen Zuges an den Küsten und Feuchtgebieten zu beobachten. Den Winter verbringt der Alpenstrandläufer an Meeresküsten in Mittel-, West- und Südeuropa und in Nordwestafrika bis Indien.

Der Alpenstrandläufer ist etwa 17 bis 21 cm lang und ist damit etwa so groß wie ein Star. Die Flügelspannweite beträgt etwa 32 bis 36 cm. Der Vogel wiegt 40 bis 60 Gramm und kann bis zu 24 Jahre alt werden. Der lange, schwarze Schnabel ist im vorderen Viertel leicht nach unten gebogen.

Der bevorzugte Lebensraum zur Brutzeit sind feuchte Wiesen und Moore, Heidegebiete, vor allem Tundren und Salzwiesen mit niedriger Vegetation. Er ist jedoch streng an das Vorhandensein von Feuchtgebieten und offenem Wasser gebunden. Island beherbergt drei Viertel des europäischen Bestands. Der Rest brütet im Norden Skandinaviens und Sibiriens, auf den Britischen Inseln und im Ostseeraum

Flussregenpfeifer

Der Flussregenpfeifer ist eine Vogelart aus der Familie der Regenpfeifer. In Mitteleuropa ist der Flussregenpfeifer ein verbreiteter, aber wenig häufiger Brut- und Sommervogel. Während der Zugzeiten ist er verhältnismäßig häufig als Durchzügler und Rastvogel zu beobachten.

Ein ausgewachsener Flussregenpfeifer wird 15 bis 18 cm groß und wiegt 25 bis 55 g. Die Flügelspannweite erreicht 34 bis 45 cm. Er hat außerdem einen dunklen kurzen Schnabel und auffällig gelbe Augenringe. Sein Rücken ist braun und seine Unterseite ist weiß gefärbt. Der vordere Teil des Kopfes ist schwarz-weiß gezeichnet. Ebenso besitzt der Flussregenpfeifer ein schwarzes Halsband. Männchen und Weibchen haben die gleiche Färbung.

Der Flussregenpfeifer lebt auf Schlamm-, Sand-, Kiesflächen und an Baggerseen in fast ganz Europa. In der Winterzeit November bis Februar ist er ein Langstreckenzieher, der hauptsächlich in der Nacht zu seinem Winterquartier fliegt. Zu den Überwinterungsquartieren zählt der Süden der Sahara bis zur Küste Westafrikas, Zaire, Tansania und Kenia.

Bekassine

Die Bekassine ist eine sehr langschnäbelige, mittelgroße Art aus der Familie der Schnepfenvögel. Sie ist über große Teile der Paläarktis verbreitet. Die Bekassine ist sowohl Kurz- und Langstreckenzieher als auch im Westen ihres Brutareals ein Standvogel.

Die Bekassine ist mit einer Körperlänge zwischen 25 und 27 cm, von denen 55–75 mm auf den recht langen Schnabel entfallen, etwa drosselgroß. Die Flügellänge beträgt 12–14 cm. Das Gefieder weist eine bräunliche Tarnfärbung mit markanten Längsstreifen auf Kopf und Rumpf auf. Der Bauch ist im Unterschied zu manchen anderen Arten der Gattung ausgedehnt weiß.

Die Bekassine bewohnt Feuchtwiesen und offenes Sumpfland. Sie fressen verschiedene Insekten und deren Larven, Weichtiere, Krebstiere, Pflanzenteile und Sämereien. In einigen Lebensräumen machen Regenwürmer den größten Teil ihres Nahrungsspektrums aus.

Großer Brachvogel

Der Große Brachvogel ist eine Vogelart aus der Familie der Schnepfenvögel. Der Große Brachvogel ist etwa 50 bis 60 cm lang und wiegt zwischen 600 und 1000 Gramm. Die Flügelspannweite beträgt 80 bis 100 cm. Die Vögel sind die größten Watvögel, und sie sind in Europa die häufigsten Vertreter der Brachvögel. Charakteristisches Kennzeichen des Großen Brachvogels ist der lange und stark nach unten gekrümmte Schnabel. Das Weibchen ist etwas größer als das Männchen und hat einen deutlich stärker gebogenen und längeren Schnabel. Ansonsten sehen die Geschlechter gleich aus.

Der Große Brachvogel brütet in Mooren und Feuchtwiesen sowie in offenen Marschen. Sein bevorzugtes Habitat während der Brutzeit sind großflächige, offene, gut überschaubare feuchte Regenmoore. Im Winter leben die Brachvögel an den Küsten und im Watt, außerdem im Binnenland auf Feldern und Feuchtwiesen. Ihre Hauptverbreitungsgebiete sind Nord- und Mitteleuropa sowie die Britischen Inseln; in Deutschland findet man sie in den feuchten Niederungen der Weser-Ems-Region. Im Winter ziehen die Vögel an die Küsten in West- und Südeuropa.

Große Brachvögel fressen Insekten, Würmer und Schnecken, die sie mit ihrem langen Schnabel auf und im Boden stochernd suchen. Der Schnabel dient auch als Pinzette, um Schnecken und Muscheln aus ihren Schalen zu ziehen.

Dunkler Wasserläufer

Der Dunkle Wasserläufer ist ein Vogel aus der Ordnung der Regenpfeiferartigen und wird auch Dunkelwasserläufer genannt.

Der Dunkle Wasserläufer wird 29–33 cm lang, hat eine Flügelspannweite von 47–53 cm und wird 135–250 g schwer. Das Männchen trägt im Sommer ein rußschwarz gefärbtes Prachtkleid mit langen, dunkelroten Beinen. Im Winterkleid ist das Tier unauffälliger graubraun gefärbt mit weißen Flecken.

Er lebt an Sandbänken und in Flachwasserzonen im Binnenland und am Meer. Er brütet in Lappland und Sibirien. Der Dunkle Wasserläufer ist ein Langstreckenzieher, dessen Hauptüberwinterungsquartiere in Afrika liegen. In Mitteleuropa ist der Vogel vor allem am Herbstdurchzug in der Zeit von Anfang August bis Ende Oktober und am Frühjahrsdurchzug von Anfang April bis Ende Mai zu sehen.

Der Vogel ernährt sich vor allem von kleinen Fischen, Weich- und Krebstieren sowie Wasserinsekten in allen Entwicklungsstadien, nach denen er im seichten Wasser sucht. Im Wattenmeer ist seine Ernährung von Crustaceen, Ringelwürmern und Mollusken dominiert.

Flussuferläufer

Der Flussuferläufer ist eine monotypische Vogelart aus der Familie der Schnepfenvögel. die ausschließlich in der Paläarktis brütet. In Mitteleuropa ist der Flussuferläufer ein verbreiteter, aber wenig häufiger Brut- und Sommervogel.

Ein ausgewachsener Flussuferläufer wird bis zu 22 cm groß und erreicht eine Flügelspannweite bis zu 40 cm. Er wiegt 40 bis 80 Gramm. Der Bauch ist weiß und die Oberseite ist in Prachtkleid braun mit einer feinen dunkelbraunen Kritzel und Pfeilspitzenzeichnung sowie einer unregelmäßigen Bänderung gemustert. Die Augen sind schwarz und die relativ kurzen Beine blassgelb gefärbt. Er hat einen mittellangen Schnabel, der in allen Kleidern dunkelbraun mit einer hellorangebraunen Wurzel ist sowie einen dunklen Augenstreif.

Der Flussuferläufer ernährt sich von Insekten und Spinnen. Außerdem stehen kleine Krebstiere und Weichtiere noch auf dem Speiseplan und werden mit dem Schnabel aus dem flachen Wasser gepickt. Er ortet seine Beute vor allem visuell.

Kiebitz

Der Kiebitz ist eine Vogelart aus der Familie der Regenpfeifer. Der Kiebitz wird mit 28 bis 31 Zentimeter Körperlänge etwa taubengroß, die Flügelspannweite liegt dann zwischen 70 und 80 Zentimetern. Adulte Kiebitze haben einen metallisch grün-grau schimmernden Mantel mit einem blau-violetten Schulterfleck. Der Bauch ist weiß gefärbt mit einem schwarzen, scharf abgegrenzten Brustband. Der Kopf ist weiß mit schwarzer Stirn, die in einer langen zweizipfligen Haube ausläuft. Der Unterleib ist verwaschen sandfarben bis rostorange eingefärbt.

Der Kiebitz ist in seiner Verbreitung auf die Paläarktis beschränkt. Er brütet in einem Gebiet, das von Großbritannien und Irland im Westen bis nach Ostsibirien reicht. Der Kiebitz ist ein Zugvogel, in manchen Teilen seines Verbreitungsgebietes auch ein Strich- oder sogar Standvogel. Zu den Überwinterungsgebieten gehören Großbritannien und Irland, die Niederlande, die iberische Halbinsel, der Mittelmeerraum inklusive Nordafrika, der Nahe Osten, Südwestasien, Nordindien und der Südosten Chinas.

Uferschnepfe

Uferschnepfe

Die Uferschnepfe im plattdeutschen auch als Greta bezeichnet, ist eine Vogelart aus der Familie der Schnepfenvögel.

Sie ist ein großer, eleganter Watvogel und hat eine Körperlänge von 35 bis 45 cm und erreicht eine Flügelspannweite bis zu 75 cm. Männchen wiegen 160 bis 440 Gramm, Weibchen 244 bis 500 Gramm. Männchen sind meist etwas kleiner als Weibchen und haben einen etwas kürzeren Schnabel.

Im Prachtkleid sind Hals, Brust und Kopf orange bis tief rostrot gefärbt, häufig mit weißen oder schwarzen Tupfen durchzogen. Unterbauch und Unterschwanz sind weiß, dabei sind Brust und Bauch von schwarzen Querbändern überzogen. Der Oberkopf ist schwarz gestrichelt. Der lange, gerade Schnabel ist im Sommer von der Basis bis etwa zur Hälfte orange gefärbt, der Rest ist schwarz. Weibchen sind zumeist etwas weniger intensiv und unauffälliger gefärbt als Männchen.

Das Brutgebiet der Uferschnepfe reicht von Island bis Ostsibirien. Die Überwinterungsgebiete liegen in Europa, Afrika, dem Mittleren Osten und Australien. Die Uferschnepfe brütet vorwiegend auf Feuchtwiesen und feuchten Weiden in Niederungen und Kögen, jedoch auch in Hochmooren und Niedermooren.

Goldregenpfeifer

Goldregenpfeifer

Der Goldregenpfeifer ist eine Vogelart aus der Familie der Regenpfeifer. Er brütet auf Mooren, nassen Heiden und feuchten Grasflächen. Sein Brutgebiet erstreckt sich von Island über Großbritannien bis nach Mittelsibirien.

Der Goldregenpfeifer ist circa 26–29 cm lang und wiegt zwischen 150 und 220 g. Die Flügelspannweite beträgt 67 bis 76 cm. Goldregenpfeifer sind eher plump wirkende Watvögel, haben einen runden Kopf und eine graubraun gesprenkelte Oberseite. Die Männchen sind im Frühjahr und während der Brutzeit durch ihren schwarzen Bauch und die schwarze Kehle, die von einem weißen Streifen eingerahmt sind, unverwechselbar. Die Weibchen sind ebenfalls auf der Bauchseite dunkler gefärbt, aber nicht so kontrastreich wie die Männchen.

Goldregenpfeifer fressen Insekten, Würmer und Schnecken, die sie auf dem Boden suchen. Zur pflanzlichen Nahrung des Goldregenpfeifers gehören Beeren, Gräser und Sämereien.

Säbelschnäbler

Säbelschnäbler

Der Säbelschnäbler ist eine Vogelart aus der Familie der Säbelschnäbler. Mit seinem schwarzweißen Gefieder zählt er zu den auffallendsten Limikolen. Im Wattenmeer der Nordsee ist er ein häufig zu beobachtender Vogel.

Ein ausgewachsener Säbelschnäbler wird 43 bis 45 Zentimeter groß und wiegt 290 bis 400 Gramm. Die Flügelspannweite beträgt bis zu 80 Zentimeter. Säbelschnäbler sind auf Grund ihrer Gefiederfärbung und der besonderen, nach oben gebogenen Schnabelform unverwechselbar.

In Europa ist der Säbelschnäbler ein Brutvogel u.a. an den Küsten Großbritanniens, Südschwedens, Estlands, Dänemarks, Deutschlands, Frankreich und Portugals. Das Zugverhalten der Art unterscheidet sich in Abhängigkeit von der Lage der jeweiligen Brutgebiete. Zumindest im nördlichen Teil des Verbreitungsgebietes sind Säbelschnäbler Zugvögel. In milden Wintern bleiben viele Säbelschnäbler, die in Großbritannien, Frankreich und den Niederlanden brüten, in ihren Brutarealen und sind somit als Standvögel anzusehen. Das wichtigste Lebensraumelement des Säbelschnäblers sind vegetationsarme Flachwasserzonen und Uferbereiche, wo er seiner spezialisierten Form der Nahrungssuche nachgehen kann. Die Brutplätze befinden sich auf vegetationsarmen bis spärlich bewachsenen Bereichen der Uferzone oder auf Inseln, die Schutz vor landgebundenen Beutegreifern bieten.

Austernfischer

Austernfischer

Der Austernfischer ist eine Vogelart aus der Ordnung der Watvögel und der Gattung der Austernfischer. Er gilt als einer der charakteristischsten Vögel der Nordseeküste. Seine größte Verbreitung in Europa hat er im Wattenmeer und dem küstennahen Binnenland der Nordsee.

Ausgewachsene Austernfischer erreichen eine Körperlänge von 40 bis 45 Zentimetern und sind damit in etwa so groß wie Krähen. Im Brutkleid sind sowohl der Kopf als auch die Brust, die Körperoberseite und das Endband des Schwanzes schwarz gefiedert.

Austernfischer sind überwiegend Zugvögel. Einige der westeuropäischen Vögel bleiben jedoch in ihren Brutarealen oder zeigen nur geringfügig ausgeprägte Zugbewegungen. Der Austernfischer zeigt eine nahrungsbedingte starke Bindung an die unter Gezeiteneinfluss stehende Küste. Er bevorzugt deshalb flache Meeresküsten und Inseln, Mündungsgebiete von Strömen und Flüssen. Die zur Brutzeit genutzten Küstenabschnitte müssen ein Substrat aufweisen, das das Scharren der Nistmulde zulässt.

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