Blauer Käfer – Blaue Käferarten im Überblick

Du hast einen blauen Käfer im Garten oder im Wald entdeckt und fragst dich nun, welche Käferart das gewesen sein könnte? Dann bist du hier genau richtig! In diesem Artikel stellen wir dir die häufigsten blauen Käferarten vor und helfen dir so bei der Bestimmung des Käfers.

Blaue Käferarten im Überblick

Die Käfer sind mit über 350.000 beschriebenen Arten in 179 Familien die weltweit größte Ordnung aus der Klasse der Insekten und es werden täglich mehr, denn immer wieder werden neue Arten entdeckt. Die Unterscheidung der einzelnen Arten ist jedoch häufig sehr schwer, da sich viele Käferarten nur minimal unterscheiden.

Ein erstes Kriterium zur Bestimmung von Käfern ist sicherlich die Farbe. Daher stellen wir im Folgenden die häufigsten blauen Käferarten vor, die in Deutschland leben.

Erlenblattkäfer

Erlenblattkäfer

Der Erlenblattkäfer (Agelastica alni) ist ein blauer Käfer und gehört zur Familie der Blattkäfer, welche mir rund 50.000 Arten ein sehr große Familie unter den Käfern ist. Generell sind Blattkäfer Pflanzenfresser und daher als Schädlinge im Garten eher unerwünscht.

Der Erlenblattkäfer ist etwa 6-7 mm lang und hat eine gedrungene Körperform. Der Halsschild ist dabei schmäler als die Flügeldecken. Sie haben meistens eine gewölbte, eiförmige Körperform. Er hat eine metallisch blauschwarze, dunkelblaue, violette oder seltener grünliche Färbung. Die Fühler und Beine sind schwarz. Der Kopf trägt zwischen den Fühlern einen markanten Eindruck.

Der blaue Käfer lebt am liebsten entlang von Fließgewässern und ist in ganz Mitteleuropa verbreitet. Die Imagines erscheinen Anfang Mai und sind bis in den August hinein aktiv. Nach der Paarung legt das Weibchen an den Blattunterseiten von Erlenblättern 60 bis 70 Eier ab. Dieser Verhaltensweise verdankt der Erlenblattkäfer seinen Namen. Die glänzend schwarz bis grünlich schimmernden Larven leben meist in Fraßgemeinschaften. Treten diese Larven in Massen auf, kommt es auf manchen Erlen zum sogenannten Skelettfraß, das heißt, die Blätter werden bis auf die Blattrippen gefressen. Die erwachsenen Larven kriechen den Stamm hinab und verpuppen sich im Erdreich nahe der Erdoberfläche. Die neue Generation der Käfer schlüpft im Juli und frisst an den Erlenblättern, bevor sie im Herbst überwintert. Pro Jahr wird nur eine Generation ausgebildet.

Himmelblauer Blattkäfer

Himmelblauer Blattkäfer

Auch der Himmelblaue Blattkäfer (Chrysolina coerulans) ist ein blauer Käfer aus der Familie der Blattkäfer. Der Käfer ist etwa 6 bis 9 mm lang und sein Farbspektrum reicht von Blau, Blauviolett, Blaugrün, Blauschwarz, Kupfern bis Kupfergrün. Aufgrund seiner Größe und seiner Färbung ist er eine sehr auffällige Käferart. Die Deckflügel sind variabel gefärbt und glänzen meist metallisch. Bei den Weibchen ist der Hinterleib im Vergleich zu den Männchen deutlich größer.

Die Fühler und die Beine haben die gleiche Farbe wie der Körper. Die Ränder des Halsschildes verlaufen fast parallel. Eine Reihe grober Punkte trennt die Seitenwulst von der Scheibe. Die Scheibe ist in der Mitte feiner punktiert als an den Randbereichen

Der Himmelblaue Blattkäfer lebt in Mittel- und Südeuropa. Diese Käferart entwickelt sich an Minzenarten. Sowohl die Larven als auch die Käfer fressen von den Minzeblättern. Er besiedelt am liebsten feuchte Bergwiesen, Bachufer sowie Waldränder, also überall wo Minzearten vorkommen. Die Käfer sind von Mai bis August aktiv.

Minzeblattkäfer 

Minzeblattkäfer ©FCartegnie

Beim Minzeblattkäfer (Chrysolina herbace) handelt es sich nicht zwingend um einen blauen Käfer, denn in Deutschland hat er meist eine metallisch grün oder goldgrüne Färbung. Dennoch kann er auch in einer bläulichen oder kupferfarbenen Variante auftreten.

Mehr zu grünen Käfern findest du in diesem Artikel: Grüner Käfer – Grüne Käferarten im Überblick

Der Minzeblattkäfer ist etwa 7 bis 11 mm groß und das Halsschild sowie die Flügeldecken sind äußerst kräftig und dicht punktiert. Der Käfer ist von Mai bis September aktiv. Imagines und Larven leben, wie der Name schon verrät, auf verschiedenen Minzearten und fressen mit Vorliebe deren Blätter. Sie können daher gemeinsam mit dem Himmelblauen Blattkäfer angetroffen werden.

Schwarzblauer Ölkäfer

Schwarzblaue Ölkäfer

Der Schwarzblaue Ölkäfer (Meloe proscarabaeus) ist ein 11 bis 35 mm langer schwarzblauer und plumper Käfer mit stark verkürzten, nach der Seite klaffenden Flügeldecken und angeschwollenem interleib. Der Schwarze Ölkäfer kann aber nicht fliegen! Er ist auch als schwarzer Maiwrum bekannt und ein Käfer aus der Familie der Ölkäfer.

Die Fühler haben in der Mitte zwei auffällige Glieder, die einen Knick entstehen lassen. Der Kopf und das Halsschild sind grob punktiert. Schwarzblaue Ölkäfer kommen an trockenen Hängen und waremn Waldrändern vor. Sie sind hauptsächlich in tiefen Lagen verbreitet, aber nicht sehr häufig. Insgesamt nimmt der Bestand aber ab, da der Lebensraum der Käfer, vor allem Wiesen, zunehmend verändert wird. Deswegen sind die Schwarzblauen Ölkäfer in Deutschland in der Roten Liste gefährdeter Arten als gefährdet eingestuft.

Typisch für alle Ölkäfer ist der Giftstoffgehalt in ihrem Blut, das sie bei Gefahr aus Öffnungen an den Beingelenken absondern. Man kann den tagaktiven Käfer von Aril bis Juni auf schütter bewachsenen, sandigen Böden entdecken. Sie ernähren sich von Pflanzenteilen.

Violetter Ölkäfer

Violetter Ölkäfer

Violetter Ölkäfer (Meloe violaceus), auch blauer Maiwurm genannt, ist ein weiterer blauer Käfer aus der Familie der Ölkäfer. Während beim Schwarzblauen Ölkäfer die Basis des Halsschildes gerade ist, ist sie beim Violetten Ölkäfer eingebuchtet. Die Käfer werden 10 bis 32 Millimeter lang, wobei das Weibchen größer ist als das Männchen.

Ihr Körper ist gedrungen und blau bis violettblau, selten schwarzblau gefärbt. Kopf und Halsschild sind sehr fein punktiert mit matten Punktzwischenräumen. Der Kopf der Tiere ist groß und stark abgeschnürt. Die Hinterflügel sind vollständig zurückgebildet, die Käfer sind daher flugunfähig.

Der blaue Maiwurm kommt in ganz Europa vor und lebt auf sonnigem, trockenem Gelände mit blühenden Pflanzen, denn sie sind aufgrund ihrer Lebensweise auf Bienen angewiesen.

Bei Gefahr sondern sie zur Abschreckung von Feinden wie Ameisen oder Laufkäfern aus ihren Kniegelenken ein gelbes Wehrsekret ab, das die für Menschen hochgiftige chemische Verbindung Cantharidin enthält

Blauer Schwalbenwurzkäfer

Blaue Schwalbenwurzkäfer

Der Blaue Schwalbenwurzkäfer (Chrysochus asclepiadeus) ist ein Käfer aus der Familie der Blattkäfer. Die Oberseite ist glänzend tiefblau bis violett, manchmal grünlich, weshalb er ebenfalls zu den blauen Käfern gezählt werden kann. Er ist etwa 8 bis 10 mm groß und hat eine zylindrische Form. Die Unterseite und die Beine sind gewöhnlich von gleicher Farbe wie die Oberseite, können aber auch mehr ins Grünliche gehen. Der Käfer ist fast unmerkbar behaart und zerstreut grob punktiert.

Die Flugmuskulatur der Art ist wenig entwickelt, der Käfer hat nur ein begrenztes Flugvermögen. Die Käfer bleiben meist in Gruppen so lange bei einer befallenen Pflanze, bis diese entblättert ist. Die Imagines verzehren weniger Blattmasse bei Sonnenlicht als bei Schatten. Dies resultiert daraus, dass sie sich bei vollem Sonnenlicht in den Boden verkriechen.

Der blaue Schwalbenwurzkäfer kommt hauptsächlich im Mittelmeerraum vor und ist in Deutschland nur in wärmeren Gebieten wie Südwestdeutschland zu finden. Er ist als stark gefährdet eingestuft. Die Larven entwickeln sich ausschließlich am stark giftigen Gewöhnlichem Schwalbenwurz und auch die Käfer sind häufig darauf zu finden.

Blauvioletter Scheibenbock

Blauvioletter Scheibenbock

Der Blauviolette Scheibenbock (Callidium violaceum) ist ein Käfer aus der Familie der Bockkäfer. Es gibt auch den „blaufarbenen Scheibenbock“ dieser ist jedoch nicht, wie der Name vermuten lässt, blau sondern grün. Der Blauviolette Scheibenbock hingegen ist viel eher blau, weshalb er hier in dieser Übersicht mit aufgenommen wurde.

Er hat eine metallisch violett oder blau bis blaugrüne Färbung und glänz matt. Seine Länge beträgt 8 bis 16 mm und er ist kurz rostbräunlich behaart. Der Körper und die Beine sind braun bis schwarzbraun.

Die Käfer schlüpfen im Mai bis Juli. Sie verbleiben oft an den Plätzen, an denen sie sich entwickelt haben, so dass sich über Jahre am gleichen Ort zahlreiche Generationen entwickeln können. In der Regel wird nur Nadelholz befallen, gelegentlich jedoch auch Laubholz. Es genügen schon geringe Rindenreste für eine erfolgreiche Entwicklung. In Brennholzklaftern oder im Dachgestühl von Schuppen oder Heustadeln, bei denen nicht entrindetes Holz verbaut wurde, findet der Scheibenbock günstige Bedingungen und kann auch häufig auftreten. 

Waldmistkäfer

Waldmistkäfer

Der Waldmistkäfer (Anoplotrupes stercorosus) ist ein blauer Käfer aus der Familie der Mistkäfer und vor allem im Wald, meist in Buchenwäldern, heimisch. Er ist 12 bis 19 mm lang und hat eine blauschwarze Färbung mit blaumetallisch glänzenden Flügeldeckensaum. Der Halsschild ist gerandet. Die Unterseite glänzt ebenfalls metallisch blauviolett. Der gesamte Körper ist stark gewölbt.

Waldmistkäfer spielen als Beseitiger von Kot eine wichtige Rolle im natürlichen Ökosystem- An Frühlingsabenden fliegen sie mit deutlich hörbarem Brummen dicht über dem Boden auf der Suche nach Kot. Die Käfer neben Kot ernähren sich die Käfer manchmal auch von Pilzen und Baumsäften. Männchen und Weibchen bauen im Frühjahr einen 30 bis 40 cm tiefen Stollen in den Erdboden von dem mehrere Nebengänge abzweigen, die in Kammern enden.  In die Kammern wird je ein Ei gelegt und Kot eingebracht. Die engerlingsartige Larve ernährt sich von diesem Vorrat, überwintert und frisst im nächsten Frühjahr den verbliebenen Rest. Im Sommer verpuppt sie sich und der Jungkäfer verlässt nach dem Schlüpfen über den Hauptstollen das Erdreich.

Blauvioletter Waldlaufkäfer

Blauvioletter Waldlaufkäfer ©bazwal

Der Blauviolette Waldlaufkäfer (Carabus problematicus) ist ein Käfer der Echten Laufkäfer. Er erreicht eine Körperlänge von 20 bis 30 mm und gehört damit zu den größten Käferarten in Europa. Sein Körper und besonders die Flügeldecken und der Halsschild sind leuchtend blau bis blauschwarz gefärbt.

Der blaue Käfer ist über große Gebiete Europas verbreitet und meistens häufig, insbesondere in Mittel- und Südwesteuropa. Er bewohnt unterschiedlichste Nadel-, Laub- und Mischwälder, auch Hecken und entwässerte, bewaldete Moorgebiet

Wie die meisten großen Laufkäfer ist der Blauviolette Waldlaufkäfer ein Räuber, der sich vor allem von anderen Insekten und deren Larven sowie von Schnecken und Würmern ernährt. Er ist dämmerungsaktiv und von Mai bis September anzutreffen. Die Überwinterung erfolgt ortsabhängig als Imago oder Larve. Die Fortpflanzungszeit ist ebenfalls von der Temperatur abhängig.

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